Video-Werbung im Magazin: Bewegtbild ist im Print angekommen

André Vatter

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Hier ist etwas, was alle Anhänger der Theorie „Print ist tot!“ zumindest eine kurze Zeit lang in verwirrtes Schweigen versetzen könnte: Videoanzeigen nehmen Einzug in die Blätterwelt! Und – nein: Es ist kein Witz. Die Idee geht auf eine gemeinsame Initiative des TV-Senders CBS und Pepsi zurück. Beide wollen in der September-Ausgabe (Nr. 18) der „Entertainment Weekly“ ihr jeweiliges Programm per Bewegtbild bewerben. Dazu wird in die Magazin-Seite ein TFT-LCD eingelassen, der etwa 2,7 Millimeter dick ist und es auf eine Auflösung von 320×240 Pixel bringt. Der Speicher der Bildschirms kann etwa 40 Minuten Videomaterial aufnehmen, die kleine integrierte Batterie macht nach etwa 65 bis 70 Minuten schlapp – was aber nicht schlimm ist, da sich auf der Rückseite ein Mini-USB-Anschluss befindet (!), über den der Minimonitor wieder aufgeladen werden kann. Damit das Ganze auch das Prädikat „praxistauglich“ verdient, wurde die Oberfläche mit einer schützenden Polycarbonate-Schicht versehen: Kratzer im Zeitschriften-Display kann immerhin niemand gebrauchen. Erfinder des kleinen Werbeträgers ist übrigens Americhip, wo man nach eigenen Angaben etwa zwei Jahre lang an dem Ding geforscht hat.

Bei Wired ist zu lesen, dass das Abspielen von Clips genauso wie bei diesen singenden Grußkarten funktioniert. Sobald die Seite aufgeklappt wird, startet das Video nach etwa fünf Schrecksekunden, in denen wohl der Ladevorgang passiert. Auch auf Sound braucht nicht verzichtet zu werden, der Lautsprecher befindet sich auf dem unteren Teil der Seite, kann aber leider nicht in der Lautstärke justiert werden.

CBS und Pepsi nennen ihr Konzept „VIP“: Video In Print-Promotion – ein putziges Buzzword, das mit den fetzigen Termini der werbenden Online-Kampagnen durchaus mithalten kann. Ob die Display-Werbung in Zeitschriften allerdings Erfolg haben wird, steht noch in den Sternen. Größtes Hindernis scheinen jedenfalls die hohen Kosten zu sein, weshalb auch nicht alle Exemplare der Sepember-Ausgabe von „Entertainment Weekly“ mit Bildschirmen ausgestattet werden. Allein die Abonnenten aus New York und Los Angeles sollen die Special-Edition geliefert bekommen. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis wir die ersten „*NEU*“-, „*OVP*“-, „*RAR*“-Angebote dazu auf eBay finden.

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.