Monopoly City Streets: Google Maps wird zum größten Spielbrett der Welt

André Vatter

monopoly

Ich muss gestehen, dass ich diesen ganzen Besitzplattformen für virtuelle Grundstücke (zum Beispiel WhatsYourPlace.de) nicht viel abgewinnen kann. Ich kaufe ein Haus oder eine Straße, bekomme eine Besitzurkunde und dann? Ah, richtig: Ich kann es wieder verkaufen. Ähnlich verhält es sich ja mit den ganzen Hektaren poröser Mondlandschaften, die mir in den Neunzigern via PDF-Grundbucheintrag zugesichert wurden.

Jetzt aber wird es ernst – oder zumindest spaßig. Google hat gemeinsam mit der Brettspielschmiede Hasbro Monopoly City Streets ins Leben gerufen: Als 1:1-Übersetzung auf den gesamten Globus bietet diese Online-Version von Monopoly kapitalistische Unterhaltung mit gigantischen Ausmaßen. Google Maps wird das neue Spielbrett.

Der Startschuss wird im Laufe des Mittwochs fallen, wer sich als neuer Spieler anmeldet, erhält zunächst drei Millionen Monopoly Dollar, die er für Plätze und Straßenzüge ausgeben kann. Wie im traditionellen Spiel bekommt auch hier der Schnellere den Zuschlag, andernfalls können aktuelle Besitzer durch Angebote zum Verkauf bewegt werden. Damit das Spielgeschehen nicht an Geschwindigkeit verliert, hat der Besitzer sieben Tage Bedenkzeit, in denen er annehmen oder ablehnen kann. Lässt er während dieser Zeit nichts von sich hören, bekommt der Interessent automatisch das Grundstück überschrieben. Teilnehmer sollten also mindestens einmal in der Woche vorbeisehen.

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Um die Besucher richtig abzuzocken, können nicht nur Häuser oder Hotels gebaut werden, sondern auch Paläste, Wolkenkratzer und Kraftwerke – alle Gebäude präsentieren sich in 3D-Optik. Wer Lust hat, kann bis morgen auch noch eigene Design-Vorschläge einreichen, Hasbro hat einen kleinen Contest ausgeschrieben. Eine weitere Möglichkeit, die Wettstreiter zu ärgern, besteht im Einlösen von Chance-Karten: Ob es nach den Erfahrungen der Vergangenheit noch angebracht ist, bleibt eine andere Frage – aber warum durch die Straße des Nachbars nicht hin und wieder einen Tornado schicken…

Werdet ihr mitmachen? Und wenn ja, habt ihr die großen Boulevards der Städte im Blick – oder eher die Straße, in der ihr eure Kindheit verbracht habt?

Update, 15:43 Uhr

So, gerade kam die offizielle Pressemitteilung von Hasbro rein. Das Wichtigste in Kürze:

  • Gebäude werden bei Google Earth direkt ins reale Straßenbild eingebettet.
  • Insgesamt stehen 27 Häuser, Wolkenkratzer, Schlosstürme usw. zur Auswahl.
  • Hässliche Einrichtungen (Mülldeponien, Gefängnisse und Kohlekraftwerke) können eingesetzt werden, um den Wert umliegender, feindlicher Immobilien zu mindern.

Via: Metafilter

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(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.