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Nach dem Games-Boom: Apple nimmt Kurs auf den E-Book-Markt

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Als Apple den neuen iPod Touch 2G („The funnest iPod ever!“) auf den Markt brachte, dachten die Branchenbeobachter: „Donnerwetter, jetzt greifen die auch noch Nintendo und Sony an.“ Tatsächlich war es so, dass der neue Touchscreen-Player im Revier von Nintendo DS und der PSP wilderte. Mit Erfolg, will man meinen. Bei der Verkündung der Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr machte Nintendo explizit Apple für das schlechte Abschneiden verantwortlich. Man sprach von einem „wachsenden Wettbewerb im Handheld-Markt aufgrund Apples iPhone und iPod Touch – und dem wachsenden Games-Lineup.“ Die Gefahr ist real, erst vor wenigen Tagen hatte Appshopper mitgeteilt, dass die Sammlung von Mini-Programmen im App Store die Grenze von 100.000 geknackt hätte.

Der Angriff auf den mobilen Spielesektor war gewollt und beabsichtigt. Doch was selbst Apple überraschen dürfte, ist die Tatsache, dass sich das iPhone und der Touch eigenmächtig schon den nächsten Gegner ausgeguckt haben. Die Rede ist vom Markt für E-Books. Ich habe das 3,5 Zoll-Display immer als zu klein für anständige Lektüre-Sitzungen empfunden, zudem brauchte ich nur einmal kurz aus Versehen mit dem Finger den Bildschirm zu berühren, und schon rutschte der Roman drei Kapitel weiter. Offensichtlich denken nicht viele so, denn E-Books auf den kleinen Apple-Geräten sind so beliebt wie nie zuvor.

e_booksHinter dieser Erkenntnis liegt eine neue Studie, die der US-Marktforscher Flurry am Wochenende veröffentlichte. Demnach gab es zwischen August und September einen regelrechten Boom der E-Book-Apps auf dem iPhone. Mittlerweile fallen 20 Prozent (!) aller Anwendungen in die Rubrik Bücher, die Spiele – über ein Jahr lang absoluter App-Platzhirsch – bringen es nur noch auf 13 Prozent (siehe Grafik oben). Im Oktober war jede fünfte App ein Buch. Schon im vergangenen Jahr hatte Flurry herausgefunden, dass ein Prozent der US-Bevölkerung E-Books über das iPhone liest. Da nun auch auf der Seite der Anbieter „die Zahlen explodieren“, könne man nur mutmaßen, wie die aktuelle Situation aussieht.

Das bringt tatsächlich eine unerwartete Wende in den sich gerade etablierenden Markt mit E-Books und ihren Readern. Nachdem der Amazon Kindle es bereits über den Atlantik geschafft hat, Barnes & Noble wohl den Nook nach Europa bringen wird, Creative in den Startlöchern steht und nun auch die heimischen Hersteller nachziehen, könnte Apple für neuen Schwung auf dem Markt sorgen. Erkennt man in Cupertino bereits die Vorzeichen? Gibt es Gedankenspiele zu einer zentralen Vertriebsstruktur für Bücher? Wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann dann auch E-Books bei iTunes.

(André Vatter)


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Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

14 Kommentare

  • Auf meinem iPod touch lese ich Goethe oder Nietzsche eher wie Tageslosungen: Zwei, drei Absätze als Inspiration für all die vielen kleinen Entscheidungen des Berufslebens.

  • Ich bin da irgendwie altmodisch. Bin ein echter Fan von gedruckten Büchern, daß anfassen, die Struktur und das Gewicht des Buchdeckels erfahren, aufschlagen, die Grammatur und Haptik des Papiers antasten, wie sich die Typografie sorgfältig über die erste Seite erstreckt, der Geruch eines frischen, neuen Buches *seufzt* Ich bin da irgendwie _wirklich_ altmodisch 😉

  • Neue Technik schön und gut, die Ebooks sind wohl auch billiger als ein Buch. Aber es geht wirklich nichts über ein neues Buch. Das hat man noch richtig in der Hand. Bücher, Objekte des Wissens, welche früher nur den Intellektuellen und Adligen vorbehalten waren. Sowat hat noch richtig Geschichte! Finde das Iphone von Apple richtig cool und ich fahr total auf diese Technik-Spielereien ab, bekomme jedoch Kopfschmerzen, wenn ich auf dem Mäusekino was lesen soll. Sorry aber manche Dinge sollten so bleiben wie sie sind.

    schönen Abend noch

    JO

  • servus,
    ich verfolge das geschehen nun seit sehr langer Zeit auch. Aber ich kann mich nicht entsinnen, dass der iPod touch schon von Anfang an als Sony und Nintendo-Gegner von Apple ausgerufen wurde. Das hat sich einfach so entwickelt. Genauso wie nun die EBooks dran kommen. In diesem Punkt stimme ich dem Artikel überhaupt nicht überein.

    mfg Speedster

  • Also ich nutze das Iphone hauptsächlich für Media. Videos, Musik, Pod-Casts ,Surfen ,Telefonieren 😀 und mal ein kleines Game.

  • Also ein Buch in der Hand zu halten ist schon irgendwie etwas anderes. Bei eBooks fehlt mir irgendwie der richtige Flair beim lesen. Für gute Bücher werde ich lieber auf das alte Medium zurückgreifen.

  • hab mal den textunes reader ausprobiert…der hat mich echt überzeugt, die bücher kosten zwar geld, allerdings kann man in bücher reinlesen, ohne irgendwas bezahlen zu müssen…außerdem find ich die usability super.
    früher dacht ich auch immer, das display ist viel zu klein und anstrengend, aber nach meinem ersten ebook roman bin ich nun anderer meinung. ebook reader sind total überbewertet 😉

  • Das Display reicht zum anschauen…aber das programmieren daran ist nicht so das beste. Man muss sich echt kaputt tippen. Da wäre eine richtige Tastatur schon besser. Wer nicht eine ganze nacht lang an einer normalen Website sitzen will. Obwohl es für unterwegs natürlich eine gute Variante ist die nicht jeder hat und die einem Mobilität gibt was im heutigem Altag viel wert ist.

    Also ich selber habe eins und bin begeistert von den Möglichkeiten und freuden dieses kleinen Handhelds. Ich will jetzt hier niemanden anwerben jedoch würde ich fast jedem empfehlen sich so einen kleinen Kollegen zu kaufen. 😉

    Da wiederum ist der Preis im Weg…dieser lässt einen wirklich schlucken und ich bin auch nicht wirklich günstig davon gekommen. Wobei ich jedoch trotzdem von einem Vertrag abrate da dies eine Kostenfalle ist.

    Also einfach fleißig sparen und sich das gute Stück dann ohne Vertrag holen.

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