Flower Power mal anders: Floristin fälscht Maps-Einträge der Konkurrenz

Marek Hoffmann

Napier_Florist_Gump

Man behauptet landläufig, die besten Geschichten schreibe das Leben. Könnte was dran sein. Aber urteilt selbst, denn hier kommt eine: Kendra, 40 Jahre alt, betreibt in der neuseeländischen Küstenstadt Napier einen Blumenhandel. Da dieser aber offenbar nicht so gut – Achtung: Wortwitz – floriert, überlegt die gute Frau eine Weile, wie sie ihre sieben örtlichen Konkurrenten vom Markt drängen könnte und kommt schließlich auf einen kriminellen aber gleichzeitig genialen Einfall.

Sie schmeißt ihren Blechtrottel an, startet ihren Browser, ruft Google Maps auf – und beginnt damit, dort die Einträge ihrer Berufsgenossen zu verändern! Sie zieht das volle Programm ab: postalische und E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Namen der Websites – alles wird „überarbeitet“. So tauft sie zum Beispiel den floristischen Betrieb floristgump.co.nz (siehe Bild), dem offenbar in Anlehnung an den Film „Forrest Gump“ dieser Name verpasst wurde, rubbeldiekatz um in floristgimp.co.nz. Natürlich sehr zum Leidwesen der Besitzer, die plötzlich einen unerwarteten Kundenrückgang zu verzeichnen hatten.

Aber wie gelang Kendra dieser Coup? Total einfach. Jeder Besitzer eines Google- oder Gmail-Accounts kann ohne geringste Probleme einen Eintrag bei Google Maps bearbeiten. Einloggen, Firmeneintrag aufrufen, unten links im Menü-Fenster auf „Bearbeiten“ (siehe Bild) drücken… und los geht’s. Sehr simpel, nicht wahr? Hab’s gerade selbst ausprobiert und konnte es kaum glauben. Ist aber eben verboten.

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Und weil dem so ist, drohen der armen Frau nun auch bis zu sieben Jahre Haft. Hoffe, sie bekommt nicht die Höchststrafe, immerhin hat sie ja niemanden abgemurkst. Ihr „kleiner Helfer“ bei der Klamotte – Google – hat derweil gute Tipps für Unternehmen mit Google Maps-Einträgen: Sie sollten ihre Einträge auf ihren Namen „anmelden“. Dann würde eine Überprüfung stattfinden mit der sichergestellt werde, dass man der sei, der man vorgibt zu sein. Dadurch könnten man nur noch selbst seine Einträge editieren und sonst niemand. Danke, Google. Sollte den Tipp vielleicht mal an andere weitergeben… 

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(Marek Hoffmann)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.