YouMe: Verrücktes Spiel oder bescheuerte Idee?

Marek Hoffmann

YouMe

Die Kreativität einiger Menschen trägt manchmal seltsame Blüten. Mitte dieser Woche hat das Unternehmen DomsNetwork den Online-Service YouMe gelauncht. Das verrückte an ihm ist, dass es sich um eine Art Spiel handelt, das in der Realwelt in Echtzeit gespielt und bei dem den Mitgliedern die Möglichkeit geboten wird, andere Personen per Telefon für seine Zwecke zu benutzen, das heißt mit Aufgaben zu betrauen.  

Das Prinzip des Spiels ist schnell erklärt: Es gibt zwei Arten von Mitspielern, die „You’s“ und die „Me’s“. Letztgenannte sind mit einem Live-Streaming-Video-und-Audio-Rekorder sowie einem Mobiltelefon ausgestattet. Über dieses bekommen sie vom Erstgenannten Aufgaben gestellt, die sie annehmen oder ablehnen können. Erklärt sich ein „Me“ bereit, eine Aufgabe auszuführen, erhält es Geld dafür. Und zwar einen prozentualen Anteil dessen, was das „You“ für die Erledigung der Aufgabe zu zahlen bereit ist – den Rest streicht YouMe ein. Mehr Kohle wird fällig, wenn ein „You“ Zugang zu der Videothek mit den Aufnahmen der Streams wünscht. 

Prinzipiell sind alle Aufgaben erlaubt, solange sie nicht verboten sind: Es dürfen also keine Aufgaben gestellt werden, die ein „Me“ dazu verleiten würden, gegen das Gesetz zu verstoßen, sich selbst oder anderen Schaden zuzufügen oder sexuellen Aktivitäten nachzugehen. Die Mitspieler können sich überall auf der Welt befinden, müssen mindestens 18 Jahre alt sein und die Auswahl erfolgt über demografische Faktoren wie beispielsweise Alter, Geschlecht oder Wohnort.

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Im Kern war’s das. Laut Anbieter besteht der Thrill des Spiels nun darin, als „You“ die Welt durch die Augen einer anderen Person (die des „Me“) zu sehen, unangenehme Dinge anonym ausführen zu lassen, Voyeur spielen zu können oder einfach kleinere Botendienste erledigen zu lassen, für die man selbst keine Zeit hat.

Die Rolle des „Me“ anzupreisen fällt – das dürfte keine Überraschung sein – naturgemäß schwieriger aus. Da beschränkt sich YouMe denn auch nur auf eine „Stellenbeschreibung“. Anreiz dürfte demnach höchstens das Geld sein, das man verdienen kann. Bin ja sehr gespannt, wer arm, verzweifelt und exhibitionistisch genug ist, um sich als „Me“ zu bewerben. Wobei wir auch schon bei der Hauptfrage wären: Wer könnte Interesse an so einem „Spiel“ haben? Jemand von euch vielleicht? Und wenn ja, warum?

Mitte 2010 soll jedenfalls die öffentliche Beta-Phase starten, anmelden kann man sich aber jetzt schon auf der YouMe-Seite.

Via: OpenPR

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(Marek Hoffmann)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.