Google und der große Bruder: NSA-Schnüffler als Security-Ratgeber an Bord geholt

Marek Hoffmann

Na, ob diese Meldung die User von Google nachts besser schlafen lässt? Ich wage es zu bezweifeln. – Wie die „Washington Post“ heute berichtet, ist der Suchmaschinenbetreiber eine Kooperation mit der National Security Agency (NSA) eingegangen. Für die, die es vielleicht nicht wissen: das ist der größte und finanzstärkste Sicherheitsbehörde der USA. Ziel der gemeinsamen Bemühungen soll es sein, mit vereinten Kräften gegen Cyberkriminelle vorzugehen. Zunächst soll die China-Attacke von den NSA-Spezialisten näher untersucht werden, anschließend sieht der Plan vor, Google – und natürlich dessen User – besser vor weiteren Attacken zu schützen.

Klingt doch gut, oder? Wenn da nicht dieses mulmige Gefühl in der Magengegend wäre, das Gefühl, dass hinter den Kulissen womöglich noch ein anderer Deal geschlossen wurde. Das hat mit Paranoia oder Verschwörungstheorien nichts zu tun, aber wenn beide Partner Stillschweigen über die gemeinsamen Pläne vereinbaren, dann lässt das natürlich Spielraum für Spekulationen.

Ein paar informationen sind aber doch durchgesickert. Der anonymen Quelle der „Post“ zufolge sollen demnach beide Parteien Daten untereinander austauschen können, ohne dabei allerdings gegen Googles Geschäftsbedingungen oder die durch amerikanisches Recht geschützte Privatsphäre von Online-Communities zu verstoßen. Ist klar. Als ob dies jemals irgendwer erfahren würde. Und als ob Google die Interessen seiner User hinter die eigenen, finanziellen stellen würde. Wenn die NSA sagt, wir brauchen diese und jene Informationen, damit wir Google bestmöglich gegen böse Eindringlinge von außen schützen können, aber wir verstoßen damit vielleicht gegen geltendes Recht…das würde aber unter uns bleiben… – dann sagt Google bestimmt „Nein“. Und wenn die NSA sagt, ihr könnt unsere Technologie und unsere Experten haben, aber dafür würden wir gerne die Aktivitäten einiger „suspekter“ Personen beobachten, brauchen dazu aber Zugang zu deren Mail-Accounts oder Suchanfragen… dann wird Google sicherlich auch dankend ablehnen. Klarer Fall.

Smarter als dein Feed

Lass dich mit unserem Tech-Briefing UPDATE bei KI und den Tech-News von morgen nicht abhängen – kostenlos täglich in der Inbox von über 13.000 Lesern.

Mehrere PDFs Mockup

Gratis zur Anmeldung:
Zugriff auf alle PDF-Guides

Mit deiner Anmeldung akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung.

Und nehmen wir mal für einen kurzen Moment an, Google würde tatsächlich jedes unmoralische Angebot von Seiten der NSA ablehnen – wer garantiert dafür, dass sich die NSA dann nicht einfach trotzdem bedient, sich über Absprachen und Gesetze hinwegsetzt und mit privaten User-Daten gefüllten Wäschekörben aus dem Laden rausspaziert. Die Jungs sind doch Spezialisten in dem, was sie tun – sonst hätte sich Google nicht mit ihnen verbündet. Da besteht schon die Möglichkeit, dass sie auch mögliche Google- oder andere Aufpasser an der Nase herumführen. Oder ist das alles so abwegig? 

Mit würden noch andere Szenarien einfallen, wie die NSA Google – mit oder ohne deren Zustimmung ansaugen – und für ihre Zwecke missbrauchen könnte. Aber das bisher Gesagte sollte genügen, um meinen Standpunkt klarzumachen. Sollte oder darf ein privates Unternehmen, das auf einen so enormen Satz an Userdaten Zugriff hat, mit einer öffentlichen Behörde wie der NSA zusammenarbeiten? Und: Muss ich mich als Internet-User langfristig auf ein Szenario einstellen, in dem ich nur dann geschützt werden kann, wenn ich mich vollständig entblöße, oder anders ausgedrückt: Ist Sicherheit irgendwann nur noch dann zu gewährleisten, wenn niemand mehr etwas zu verbergen hat?

Unser Zins-Tipp

Eröffne jetzt dein kostenloses Myntro Festgeld und erhalte 3,43 Prozent Zinsen auf dein Geld – und das garantiert für 12 Monate!


Jetzt Zinsen sichern

Anzeige

(Marek Hoffmann)

facebook-fan

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

STELLENANZEIGEN
Video Content Creator Social Ads
Instaffo GmbH in Dresden
Video Content Creator (m/w/d) – Health ...
Instaffo GmbH in Darmstadt
Hardware-Tester/Validator for lab automation ...
ZEISS in Dresden
Praktikant*in Corporate Social Media (Pflicht...
Mercedes-Benz AG in Stuttgart
Pflichtpraktikum im Bereich Marketing & K...
Mercedes-Benz AG in Stuttgart
Referent für Kommunikation, PR & Social M...
Brost-Stiftung in Essen
Marketing & Social Media Manager (m/w/d)
Rasch-Metalle GmbH & Co. KG in Bielefeld
Social Media Manager DACH (m/w/d)
TD SYNNEX Germany GmbH & Co. OHG in München
THEMEN:
Teile diesen Artikel
Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.