Story Book InColor: Kinder-Elektrobuch als neue Bubu-Maschine

André Vatter

Tja, der E-Book-Boom wird wohl auch nicht spurlos an den Kinderzimmern vorbeigehen. Im vergangenen Jahr haben wir bereits zaghafte Lösungen aus Japan vorgestellt: etwa ein Bilderbuch mit iPhone-Einschub – doch 2010 nimmt das Ganze professionelle Formen an. Wie Aiptek gerade verlauten lässt, ist für Deutschland eine Revolution der Gutenachtgeschichte geplant, schon nach der CeBIT soll es losgehen.

Eigentlich ist Aiptek für digitale Bilderrahmen und Low-Tech-Kameras bekannt, doch der Markt ist hart umkämpft und so muss man wohl immer wieder mit etwas Unerwartetem um die Ecke kommen. Nun also das „Story Book InColor“, eine Art audiovisuelles Wiegenlied-Paket, das gestresste Eltern abends entlasten soll. Und so funktioniert der Reader: Von außen sieht er wie ein normales Bilderbuch auf, klappt man dieses aber auf, erscheint ein acht Zoll großes Farbdisplay (mit einer Auflösung von 800 x 600 Pixel), dem ein Lautsprecher zur Seite steht. Der interne Speicher fasst ein Gigabyte, kann durch SD-, SDHC-, MMC- oder MS Pro-Speicherkarte aber auf 16 GB aufgemotzt werden. Neben den Büchern – zu denen wir gleich kommen – kann InColor JPGs darstellen (mit automatischer Bildrotation), sowie AVIs und MP3s abspielen. Laut Aiptek soll der Akku des Readers im Dauerbetrieb vier Stunden durchhalten, damit die Kleinen aber erst gar nicht so lange vor dem Mäusekino hängen bleiben, gibt es alle 20 Minuten den automatischen Hinweis: „Hey, mach mal eine Pause!“.

Wie sieht das dann in der Praxis aus? Zur Verdeutlichung werfe ich mal eben ein kleines Filmchen an:

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Es sieht schon alles recht kindgerecht aus: Mama oder Papa lesen vor, gleichzeitig erscheinen passende Bilder auf dem Display, dazu der fetzige Athmo-Sound.

Besondern gelungen finde ich das virtuelle Bücherregal, das ziemlich stark an die Apple-Lösung auf dem iPad erinnert. Mangels drahtloser Schnittsellen muss der Reader beim Book-Kauf allerdings immer per USB oder Speicherkarte beladen werden. Der Store für neues Lesefutter findet sich bei EBookincolor.com, die Preise sind moderat: Ein Motion-Book gibt es für 10 Dollar, Story- und Bilder-E-Books gibt es für je die Hälfte – bislang sind sämtliche Inhalte lediglich auf Englisch verfügbar. Aiptek arbeite aber nach eigenen Angaben „auf Hochtouren daran“, Kinderbücher in weiteren europäischen Sprachen wie Deutsch, Italienisch und Französisch verfügbar zu machen.

Das InColor soll nach der CeBIT in den deutschen Handel kommen, der Preis wird dann bei 199 Euro liegen.

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(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.