On-Site-Übersetzungen: Google bohrt ‚Word Translate‘ weiter auf

Marek Hoffmann

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Bereits seit etwa fünf Jahren bietet Google seinen Usern die Möglichkeit, mit dem Tool „Word Translate“ englischsprachige Begriffe unter anderem ins Deutsche, Französische, Italienische und Spanische zu übersetzen. Dazu musste der Sprachunkundige seinen Mauszeiger auf ein entsprechendes Wort richten, einen kurzen Augenblick abwarten und erhielt dann in einem kleinen Fenster die Übersetzung.

Diesen Dienst hat der Suchmaschinenbetreiber nun etwas aufgebohrt. Wie am gestrigen Mittwoch auf dem offziellen Google Translate Blog zu lesen war, könnt ihr euch ab sofort das neue „Word Translate“-Feature herunterladen. Voraussetzung ist allerdings, dass ihr die Google Toolbar installiert habt und entweder den Internet Explorer oder den Mozilla Firefox benutzt (Google Chrome-User haben bereits ein integriertes Seiten-Übersetzungs-Feature). Joah, und damit könnt ihr im Grunde dann genau das machen, was ich oben beschrieben habe, bloß in mehr Sprachen als zuvor. Für diejenigen, die das Feature noch nicht kannten, habe ich zur Veranschaulichung den obigen Screenshot gemacht (habe aber meine Spracheinstellung Englisch-Deutsch beibehalten).

Darüber hinaus lässt sich auch ein ganzer Textabsatz markieren und mit gleicher Methode übersetzen. Maus drauf, einen Moment warten – fertig. Ehrlich gesagt bin ich davon aber weniger angetan, als von der Einzelwort-Übersetzung, weil Letztere sehr viel genauer ist. Die Übersetzung des Fließtextes ist schon noch arg holprig und erinnert mich an meine Wort-für-Wort-Übersetzungen aus dem Lateinunterricht (mit denen ich aber glücklicherweise trotzdem mein Latinum bekommen habe).

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Wie ihr auf dem Screenshot auch sehen könnt, lässt sich das Teil mit einfachem Klick ebenfalls wieder deaktivieren. Das werden wohl vor allem jene User tun, die häufig auf Seiten surfen, die mit einer Art Layer-Pop-Up arbeiten. Dann kann es nämlich nicht nur passieren, dass „Word Translate“ Übersetzungsvorschläge bietet, ohne dass man sie eigentlich benötigt oder wünscht, sondern schlimmer, den Text verdeckt, den man eigentlich lesen möchte. Und das sieht dann so aus:

An diesem kleinen, aber doch störenden Problem werden die Googlelianer noch arbeiten müssen. Ansonsten bleibt noch zu sagen, dass „Word Translate“ eigentlich nur ein kleines Tool ist. Und mich fast mehr als die Funktionen dieses Tools die Konsequenz und Weitsichtigkeit beeindruckt, mit der Google seine Arbeit an den Übersetzungsfeatures vorantreibt. Denn so wie es beispielsweise immer Bedarf an Jobs geben wird, wird es auch immer die sprachlichen Konsequenzen aus dem Turmbau zu Babel geben. Sprich: Die Populationsdichte wird – so lässt es zumindest die derzeitige Tendenz vermuten – auf lange Sicht nicht sinken. Und die wenigsten Menschen sprechen mehr als zwei bis drei Fremdsprachen. Sollten irgendwann die asiatischen und arabischen Länder (noch) mehr an wirtschaftlicher Bedeutung gewinnen und mehr textlicher Input in den jeweiligen Landesprachen verfasst sein, wird es unser Generation vielleicht irgendwann so ergehen, wie unseren Großeltern und sogar manchen unserer Eltern jetzt mit Englisch.

Wie hat es Steve Ballmer erst kürzlich doch noch so treffend in Bezug auf Googles Dominanz auf dem Suchmaschinen-Markt gesagt: „…they did it right first“. Google war zu rechten Zeit mit der richtigen Idee da. Natürlich ist es schwierig weitsichtig zu sein, erst recht, wenn man ständig damit bemüht ist, den Vorsprung der Konkurrenz in anderen Bereichen aufzuholen. Für mich stellt der Übersetzungsmarkt aber ein Feld der Zukunft mit enormen Potenzial dar.

(Marek Hoffmann)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.