Bundesratsinitiative: Hamburg will Street View-Flotte ausbremsen

André Vatter

Die WLAN-Nummer war den deutschen Datenschützern dann doch zuviel. Auch wenn Google nie verheimlicht hat, Router-Signale bei den Kamerafahrten zu tracken – wirklich offensiv ist die Suchmaschine damit tatsächlich auch nicht umgegangen. In der 14-seitigen Broschüre zum Steet View-Dienst, die Google auf der CeBIT an interessierte Bürger verteilte (und die uns vorliegt), wird die WLAN-Kartografierung jedenfalls mit keiner Silbe erwähnt.

Die politischen Reaktionen sollen nun gleich auf den Fuß folgen: Wie aus Hamburg nun bekannt wurde, will der Datenschutz der Hansestadt mittels einer neuen Bundesratsinitiative ganz klare Auflagen für Googles Straßenfotografien gesetzlich verordnen. Eine solche Initiative bietet Bundesländern die Möglichkeit, selbst Gesetzentwürfe einzureichen und so bundespolitischen Einfluss zu nehmen: „Regeln zum Abfilmen von Häusern und Straßen müssen gesetzlich bindend sein. Eine freiwillige Selbstverpflichtung reicht nicht“, zitiert die „Süddeutsche“ den Justizsenator Till Steffen. Schon am 7. Mail soll sich der Bundesrat mit den Vorschlägen beschäftigen.

Ich fasse im Folgenden kurz die Eckpunkte des Gesetzvorschlages zusammen. Sie sollen nicht nur für Google alleine gelten, sondern für alle Unternehmen, die mit ähnlichen bebilderten Kartendiensten auf den Markt drängen.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück Apple AirPods gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

  • Gesichter und Autokennzeichnen sind vor der Veröffentlichung unkenntlich zu machen.
  • Sämtliche Rohdaten müssen innerhalb eines Monats gelöscht werden.
  • Sofern Gebäude fotografiert werden, müssen der Datenschutzbeauftragte und die Öffentlichkeit einen Monat zuvor informiert werden. Und zwar nicht nur durch einen Hinweis im Netz.
  • Passanten, Mieter und Vermieter erhalten ein uneingeschränktes Widerspruchsrecht.
  • 1,80 Meter wird die absolut zulässige Höhe für die Position der Kamera.
  • Für jeden Verstoß drohen Bußgelder in Höhe von bis zu 50.000 Euro.

Allem Anschein nach hatte der Hamburger Justizsenator den legislativen Alleingang ursprünglich gar nicht geplant: Man habe aber die Geduld verloren, da Bundesverbraucherministerin Aigner mit ihrem eigenen Gesetzentwurf nicht in die Pötte kommt. Im Februar hatte sie eine lose Sammlung von Forderungen formuliert – dabei ist es allerdings bis jetzt auch geblieben. Stattdessen rät sie jedem Bürger, selbst zu handeln und Widerspruch einzulegen. „Wir haben dann gesehen, der See ruht still. Da tut sich einfach gar nichts“, so Steffen.

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

(André Vatter)

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Volontär für Social Media (m/w/d)
Uniklinikum Erlangen in Erlangen
KI Manager/ AI Specialist (m/w/d)
LOTTO Hessen GmbH in Wiesbaden
Teamleitung (m/w/d) Social Media
Hama GmbH & Co KG in Monheim (Bayern)
E-Mail-Marketing-Manager / E-Commerce für Kon...
Reservix GmbH in Freiburg im Breisgau
3D / AI Production Manager (m/f/d)
SCHNELL MEDIA GmbH & Co. KG in Hanoi, Vietnam (Hambu...
Digital Marketing Manager (m/w/d)
LOTTO Hessen GmbH in Wiesbaden
Mitarbeiter/-in (m/w/d) Social Media HSV-Frauen
HSV Fußball AG & Co. KGaA in Hamburg
Performance Marketing Manager / Managerin Pai...
Grundeigentümer-Versicherung VVaG in Hamburg
THEMEN:
Teile diesen Artikel
Folgen:
André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.