F-Secure fordert eigenen PDF-Reader für Microsoft

André Vatter

Adobe hat nicht nur Knatsch mit der Apple-Community. Allem Anschein nach werden offenbar auch die Microsoft-Nutzer langsam ungeduldig. Dieses Mal geht es aber nicht um Flash, sondern um den kostenlosen Adobe Reader. In einem Blog-Eintrag haben die Virenjäger von F-Secure einen offenen Brief an Microsoft verfasst, in dem sie den Software-Riesen darum bitten, endlich eine eigene Lösung für das Darstellen von PDF-Dateien anzubieten. Apple biete eine Vorschau-Funktion schon seit langer Zeit an, so dass Nutzer von MacOS nicht auf den Original-Reader angewiesen sind: ein einfacher Doppelklick reicht hier, um PDFs zu öffnen.

Hintergrund des Aufrufs ist die immer wiederkehrende Feststellung, dass der Adobe Reader löchrig wie ein Schweizer Käse ist: F-Secure hatte kürzlich eine Studie veröffentlicht, aus der hervorging, dass 61 Prozent von 900 gezielten Attacken, die im Januar und Februar registriert wurden, auf den Reader abzielten. Das wäre alles nicht so schlimm, wenn Adobe zügig Flicken für die gefundenen Sicherheitslücken bereitstellen würde. Doch häufig ziehen Monate ins Land, ehe das Unternehmen reagiert. Außerdem zählt der Reader wohl auf fast jedem Windows-Rechner zu den trägsten und instabilsten Programmen.

F-Secure fragt Microsoft, weshalb sich das Unternehmen noch immer vor einer eigenen Lösung drücke: „Himmel, ihr müsst es ja nicht einmal direkt im Betriebssystem integrieren. Macht doch daraus einfach einen optionalen Download, so wie euer ‚Speicher als PDF‘-Funktion in Office.“ In der Computerworld legt F-Secure-Entwickler Sean Sullivan noch einmal nach: „Ich will mir PDFs einfach nur anschauen und lesen. Ich will sie nicht anhören oder keinen Film abspielen oder ausführbare Dateien durch sie starten lassen oder JavaScript laufen lassen.“ Es sei die Unterstützung genau dieser Funktionen, die den Adobe Reader so anfällig für Sicherheitslücken machen würde. Microsoft solle einen simplen, vereinfachten Reader zur Verfügung stellen, der lediglich eine PDF-Vorschau biete, so Sullivan. Noch gescheiter wäre es natürlich, wenn endlich Adobe selber in die Pötte käme und eine minimalistische Version veröffentlichen würde.

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Das Argument hoher Lizenzabgaben an Adobe lässt Sullivan nicht gelten: „Die PDF-Spezifikationen sind seit 2006 komplett lizenzfrei.“ Microsoft müsste also – abgesehen von den Entwicklungskosten – keinen Cent zahlen.

Finde ich gut, diesen Vorschlag. Ich fände es sogar noch besser, wenn Microsoft ihn sich zu Herzen nehmen würde. Der Adobe Reader hat mit den Jahren gigantische Ausmaße angenommen: er ist groß, klobig und völlig überdimensioniert. Ich kenne mehrere Leute, die deshalb immer wieder auf ältere Versionen setzen, da diese schlanker sind und nicht Stunden zum Öffnen brauchen. In Anbetracht der vielen Sicherheitsprobleme ist dies aber sicherlich keine Lösung. Also, Microsoft: Was macht ihr?

(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.