Goodbye Sky: Bundesliga-Clubs basteln an eigenem Konzept fürs Pay-TV

Marek Hoffmann

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Ich bin kein ausgewiesener Fußballexperte. Ich weiß aber wohl, dass Bayern München der finanziell erfolgreichste Club hierzulande ist – und trotzdem immer mäkelt, dass nicht genug Geld in der Kasse ist. Und hieran ist den Bayern-Bossen zufolge vor allem die schlechte Ausbeute aus den Fernseh-Rechten schuld. Dieser Vorwurf  wurde von Karl-Heinz Rummenigge in einem Interview mit der Wirtschaftswoche nun erneut untermauert. Demnach läge die einzige Möglichkeit für eine Steigerung der Einnahmen in diesem Bereich darin, „dass die Bundesliga als Ganzes ihre Einnahmen aus der TV-Vermarktung erhöht“, so der ehemalige Profi-Kicker. Und weiter: „Ich mache mir große Sorgen, weil es uns gemeinsam – Liga und Bezahlsender – in 20 Jahren nicht gelungen ist, Pay-TV in Deutschland wirklich zu etablieren.“

Und dann rupft er ein Hühnchen, das er – sicherlich nicht zu Unrecht – als mit hauptverantwortlich an der Misere sieht: Sky. Der Bayern-Vorstandsvorsitzende dürfte mit seinen Vorwürfen dabei so manchem Fußball-Fan im Allgemeinen und enttäuschten Kunden des Bezahl-Fernsehen-Anbieters im Speziellen aus der Seele sprechen: „Die haben den Fehler gemacht – und das fing schon zu Zeiten von Georg Kofler an –, die Leute praktisch zu Abos zwingen zu wollen, indem sie Sport mit Filmen koppeln.“

Auch wenn „Kalles“ Einschätzung stimmt, so liegen die Chancen, in der jetzigen Situation aus dem ohnehin schon arg gebeutelten Sender mehr Geld rauszuquetschen, bei gefühlten null Prozent. Denn Sky hatte im zweiten Quartalsbericht dieses Jahres (PDF) erneut ein Minus im zweistelligen Millionenbereich zu verzeichnen, was sich umgehend in einem Kurssturz der eigenen Aktie widerspiegelte. Aufgefangen wurde dieser und eine mit ihm einhergehende Bankrott-Gefahr wieder einmal nur durch eine kräftige Finanzspritze von Hauptaktionär und Medienmogul Rupert Murdoch. Die Vereine müssen sich daher schon darüber freuen, wenn sie überhaupt die bisher vereinbarte Summe weiterhin erhalten.

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Wahrscheinlicher ist es daher – und das deuten einige aktuelle Medienberichte an -, dass sich die Bundesliga-Clubs nach einer Alternative zum Pleite-Aspiranten Sky umschauen. Sollte der nämlich mehr oder weniger plötzlich den Gang zum Konkursverwalter antreten, dürften vor allem die kleineren Vereine möglicherweise bald dieses Los teilen. So berichtet das Handelsblatt in einem Online-Bericht vom gestrigen Sonntag, dass der VfL Wolfsburg an einem Konzept für ein eigenes Bundesliga-Fernsehen arbeitet, das gemeinsam mit den anderen Vereinen auf die Beine gestellt werden soll: „Die Vereine sind stark genug, ein autonomes Bundesliga-Fernsehen auf die Beine zu stellen. Die Liga muss am Szenario eines eigenen Senders arbeiten“, so Thomas Röttgermann, Geschäftsführer des Bundesligisten. „Das unternehmerische Risiko ist angesichts der Attraktivität des Fußballs überschaubar“.

Röttgermann geht bei dem Post-Sky-Ära-Entwurf von einem Jahr Vorlauf aus, um das eigene Bezahlangebot in vergleichbarer Qualität zu realisieren, wobei er die Kosten auf 400 Millionen Euro in drei Jahren schätzt. Ein Teil davon könnte möglicherweise die Deutsche Telekom abdecken. In einem Gedankenspiel sieht man den Bonner Konzern neben den IPTV-Rechten an den Bundesliga-Übertragungen, für die 25 Millionen Euro locker gemacht wurden, auch noch die Pay-TV-Rechte erwerben: „Mit ihrem Geld könnte sich die Telekom schnell ein Quasi-Monopol bei den Live-Spielen verschaffen. Das wäre ein einmaliger Vorteil gegenüber anderen Telekommunikationsunternehmen“, wird ein Manager zitiert.

Welcher Weg tatsächlich in die Zukunft führen wird, dürfte sich spätestens Ende des kommenden Jahres entscheiden. Branchen-Kenner gehen nämlich fest davon aus, dass bei den dann anstehenden Verhandlungen für die Bundesliga-Rechte der Saison 2013/2014 die Clubs auf mehr Geld pochen werden. Und sollte Sky dann noch dabei sein wollen, sollte der Sender schleunigst damit aufhören, Geld seiner Kunden zu verbrennen – beispielsweise, indem es kostspielige Werbeverträge wie den mit – ironischer geht’s fast nicht – Bayern München-Urgestein Franz Beckenbauer (siehe Teaser-Bild) vermeidet…

(Marek Hoffmann)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.