Apple: Geplante Diebstahlsicherung meldet Jailbreak und macht heimlich Fotos

Nils Baer
von Nils Baer

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Smartphones sind nicht gerade billig. Und weil sie für ihre Besitzer oft zu einer Art persönlicher Kommandozentrale werden, wächst der individuelle Wert schnell über die eigentlichen Anschaffungskosten hinaus. Umso schlimmer, wenn so ein Gerät gestohlen wird – und nicht nur das teure Telefon, sondern auch die privaten Daten in fremden Händen liegen. Gegen diesen Albtraum der Smartphone-User will Apple mit einer neuen Diebstahlsicherung vorgehen, wie aus dem entsprechenden Patentantrag zu ersehen ist. Die Maßnahmen können aber auch als Werkzeug zur Überwachung der eigenen Kunden verstanden werden.

Interessant sind dabei die Merkmale, die für die Firma aus Cupertino auf verdächtiges Verhalten hinweisen. Dazu gehören Entfernen der SIM-Karte, Jailbreaking und Entsperren des Gerätes. Registriert Apple solche unerwünschten Aktivitäten, wird die Sicherheitsprozedur durchgeführt. Das Telefon vergleicht dann die Stimme des aktuellen Nutzers, dessen Herzschlag und unbemerkt aufgenommene Fotos mit den Daten des rechtmäßigen Benutzers. Passen die Informationen nicht zueinander, können von der Zentrale aus Maßnahmen zur Identifizierung des möglichen Diebes und zur Absicherung des Smartphones eingeleitet werden. In diesem Fall würde das heimlich aufgenommene Foto inklusive Geotags auf einen Apple-Server geschickt, um so den Aufenthaltsort des potentiellen Verbrechers zu ermitteln.

Sicherheitsrelevante Daten des ursprünglichen Besitzers wie Sozialversicherungsnummer, Adresse und Bankdaten würden ebenfalls verschickt und dann vom Telefon entfernt. Je nach Umsetzung der bisher nur theoretischen Pläne könnten weiterhin der Zugriff zu bestimmten Programmen und Funktionen gesperrt oder sogar das gesamte Gerät stillgelegt werden. Außerdem ist geplant, nach der Entdeckung eines unberechtigten Nutzers ausgewählte Personen per Instant Messenger, Tonbandnachricht, SMS oder E-Mail zu benachrichtigen. Zu den möglichen Empfängern der  Warnungen gehören der registrierte Käufer, aber auch Verwandte oder Freunde und natürlich die Polizei.

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Dieses Konzept aus Cupertino ist als Diebstahlsicherung durchaus interessant. Auf der anderen Seite beinhaltet der Patentvorschlag aber einige Ideen, die Datenschützer ungern hören werden. Um seine sensiblen Daten vor Dieben und Hackern zu schützen, muss der User sie erst einmal dem Unternehmen anvertrauen. Das vorgeschlagene System kann nur dann effektiv arbeiten, wenn der Nutzer dort  jeden mit Foto und Stimme registriert, der das Telefon länger als einen Anruf lang benutzen darf. Außerdem macht der Antrag klar, dass Apple jederzeit unbemerkt auf Kamera und Mikrofon zugreifen kann – zumindest bei den Geräten, die mit der geplanten Diebstahlsicherung ausgestattet sind. Eine Vorstellung, die angenehm sein mag, wenn das Smartphone gestohlen wurde, die aber beunruhigend sein sollte, wenn das Telefon im Schlafzimmer aufbewahrt wird.

Zuletzt weckt der Patentantrag Befürchtungen, dass auch das seit Juli dieses Jahres in den Vereinigten Staaten legale Jailbreaken des iPhones im Zuge dieser Sicherheitsmaßnahmen gleich mitverhindert werden soll. Zwar liest sich der Vorschlag bisher so, dass das Befreien des Telefons nur als ein Merkmal gesehen wird, das eine verdeckte Überprüfung einleiten soll, ob der derzeitige Besitzer auch der rechtmäßige Nutzer ist. Aber solange es nicht gesetzlich verboten ist, bleibt sicherlich die Versuchung beim Hersteller, Jailbreakern nicht nur die Garantie zu versagen, sondern gleich deren Geräte abzuschalten.

(Nils Baer)

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Nils Baer hat im Jahr 2010 über 100 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.