Sonstiges

Neue Einsatzgebiete für Roboter: dem Schweine-Tranchierer folgt nun der Erdbeerpflücker

Okay, also so langsam wird mir das Ganze auch etwas unheimlich. Und ich kann jene immer besser verstehen, die Sorge davor haben, dass Roboter irgendwann gefragtere Arbeitskräfte sein könnten als Menschen. Und zwar in jenen Bereichen, von denen man es eigentlich heute noch nicht denken würde. Ein Beispiel: Erst vor wenigen Tagen wurde im Netz ein Video präsentiert, das einen Schwein tranchierenden Roboter zeigte. Einige von euch werden es vielleicht gesehen haben (falls nicht, hab ich es unten noch einmal eingebunden). Und nun bekommt er Gesellschaft von einem weiteren, „handwerklich“ begabten Artgenossen.

Anstatt aber Fleisch von den Knochen toter Paarhufer zu schneiden, kann dieser… Erdbeeren pflücken. Er erkennt mittels spezieller Kamera den Reifegrad der Früchte anhand ihrer Farbe, schneidet sie vom Zweig ab und legt sie in einen Korb. Es mag wohl sein, dass es sich hierbei nicht um den technisch fortschrittlichsten Roboter handelt. Es geht auch eher darum aufzuzeigen, wie sich das Einsatzgebiet der Arbeitsmaschinen wandelt – und sie immer diffizilere Aufgaben außerhalb von Fabriken übernehmen.

Noch ist es aber nicht so weit, dass sich die Bauern auf die faule Haut legen könnten und die Erntehelfer nach neuen Jobs umschauen müssten. Denn den japanischen Wissenschaftlern vom der National Agriculture and Food Research Organization zufolge, die den automatisierten Erdbeer-Pflücker entwickelt haben, soll dieser vornehmlich in der Nacht zum Einsatz kommen. Dadurch könnte die Erntezeit nämlich um bis zur Hälfte reduziert werden. Und so sieht der Roboter in Aktion aus:

Kleine Randnotiz: Beide Roboter haben an den Robot Awards teilgenommen, einem von der japanischen Regierung ins Leben gerufenen Wettbewerb. Gründungsziel war und ist es, Roboter auf schnellstem Wege in möglichst vielen unterschiedlichen Bereichen des täglichen Arbeitslebens zum Einsatz zu bringen. Ich bin dann mal gespannt, was da noch so kommt…

(Marek Hoffmann)


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Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

14 Kommentare

  • Ich erinnere mich noch sehr gut an einen Tag im Jahr 1997 in der Höheren Handelsschule als ich davon berichtet habe, dass man irgendwann mal Roboter in Bereichen tätig werden, wo der Mensch damals noch unersetzlich schien. Es war glaube ich das Beispiel aus der Baubranche damals von mir genannt, als ich einen Bericht gesehen habe, wie Roboter in Japan Hochhäuser gebaut haben. Und das schon im Jahr 1997. Meine damalige Lehrerin hielt das für Unfug.

    Und heute? Siehe das Video im Beitrag. Das sagt doch schon alles!

  • @Kai: Wie ärgerlich. Danke, habs geändert.

    @BonVoyage: Danke für den Hinweis. Ich hab nun ein Video nachträglich eingefügt.

  • @Willi, da hat sich nichts geändert. Unsere Personaldozentin an der Abend Uni behauptet steif und fest Social Media ist eine Eintagsfliege und wird in Zukunft keinen Einfluss bei der Personalgewinnung haben. Die ewig Gestrigen sind nicht auszurotten.

  • @ Bodo,

    das ist ja gerade das traurige das man nicht gerne dazulernt bzw. keine Phantasie hat was in Zukunft eventuell alles möglich sein wird bzw. könnte. Nehmen wir mal zum Beispiel die Transport und Logistik Branche. In den letzten Jahren könnte man sagen hat es einen richtigen Transport Boom gegeben. Aber was passiert in sagen wir mal 40 Jahren, wenn es super 3D Drucker gibt und ich sagen wir mal einen großen Teil meines „Bedarfs“ einfach Drucken kann?

    Die Transportbranche wird dann da ihr Blaues Wunder erleben! Meiner Meinung nach 😉

  • Maschinen werden sich um alles kümmern, was dem Menschen zu langweilig, anstrengend, gefährlich und gering entlohnt scheint.

    Vermutlich wird die große Roboterwelle dann eintreten, wenn die noch wachsenden Volkswirtschaften zu schrumpfen beginnen: Indien, China und die arabischen Staaten. So um 2070, wenn die Prognosen stimmen.

  • @Willi Die Transportbranche kann dann zumindest noch das Material zum 3D-Drucken zu den Druckern bringen 😉 Aus irgendwas muss man das Erzeugnis ja herstellen.

  • @ #10 i2mo,

    ja klar werden die das noch tun aber nicht in solch einen Umfang und Volumen wie es jetzt der Fall ist. Außerdem wird es darum dann auch einen Kampf geben ;-).

  • In Zukunft wird wohl die meiste Arbeit von Maschinen erledigt werden. Für den Menschen werden da wohl nicht mehr genügend Arbeitsplätze übrig bleiben.

    Also bleibt wohl nur die Möglichkeit die Roboter zu besteuern und die Einnahmen dann als Bedingungsloses Grundeinkommen umzuverteilen, also ein von der schwindenden Arbeit entkoppeltes Einkommen.

  • @piratenpartei Wähler.
    Wenn eines Tages alle „produktive“ Arbeit von Robotern erledigt wird, erübrigt sich unser ganzes Geldsystem.
    Wie du heute Luft atmest wirst du dann auch deine materiellen Lebensbedürfnisse befriedigen können.
    Jedem nach seinen Bedürfnissen, jeder nach seinen Fähigkeiten.

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