QR-Codes waren gestern. Hier kommt der Touchcode.

Christian Wolf

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Der Mobile World Congress ist seit Freitag beendet. Bevor auch die letzten Ausläufer der Mobilfunkmesse im allgemeinen CeBIT-Rauschen untergegangen sind, ist es geradezu meine Pflicht, euch noch „Touchcode“ vorzustellen. Vielleicht hat der ein oder andere Freund der Springer-Presse bereits davon gehört, denn die von dem Chemnitzer Start-Up Printechnologics entwickelte Schnittstelle zwischen Digital- und Papierwelt kommt dort schon vereinzelt zur Anwendung. Mir war das Konzept aber zuvor völlig unbekannt.

Worum geht es? So viel sei schon einmal gesagt: Die sogenannten Touchcodes haben nichts mit den üblichen visuellen QR-Codes zu tun, die sich etwa per Smartphone-Kamera auslesen lassen. Auch die Themen NFC, RFID oder Bluetooth spielen hier keine Rolle. Das Prinzip ist ein völlig anderes. Ein Touchcode ist eine nicht sichtbare leitfähige Struktur, die sich mittels spezieller Druckverfahren auf normales Papier drucken lässt – etwa auf ein Konzertticket. Legt man dieses anschließend auf das Multitouch-Display eines Smartphones oder Tablet-PCs, wird in Verbindung mit einer passenden App eine vordefinierte Aktion ausgelöst – beispielsweise ein Musikstück abgespielt.

Anwendungen sind noch rar

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„Passend“ meint in diesem Zusammenhang aber lediglich, dass die App in der Lage sein muss, den Datencode auszulesen. Hierfür obliegt es dem Entwickler, eine Art Software-Schnipsel in den Quellcode seiner App zu integrieren und die gewünschte Aktion festzulegen. Dies kann vieles sein: der Abruf eines Links, der Aufruf eines Videos, die Freischaltung eines Downloads oder einer Funktion. Dafür bietet Printechnologics ein Software Development Kit (SDK), das derzeit für iOS sowie ab April für Android erhältlich ist. Weitere Plattformen sollen eventuell folgen. Davon abgesehen ist die Technologie aber prinzipiell zu jedem Gerät mit Multitouch-Display kompatibel.

Doch wo liegen nun konkret die Vorteile gegenüber herkömmlichen QR-Codes? Genau das habe ich Printechnologics-Gründer Sascha Voigt auf dem MWC gefragt. Seine Antwort lässt sich in drei Schlagworten zusammenfassen: unsichtbar, nicht kopierbar und intuitiv nutzbar. So lassen sich Touchcodes nicht nur in jedes Design integrieren und einfach abrufen, sondern sie sind auch fälschungssicher. Wer es mit seinem iPhone mal ausprobieren mag, kann sich auf der Touchcode-Homepage übrigens ein Testkit bestellen.

Reale Anwendungen sind allerdings noch rar. Vorreiter in Deutschland ist hier der Springer-Verlag, der Käufern der „Welt am Sonntag“ auf diese Weise bereits Zugang zu einer ePaper-Ausgabe des ICON-Magazins – ICONIST – gewährte und die Touchcodes künftig in weiteren Bereichen einsetzen will. Ein Video zeigt, wie das im Einzelnen funktioniert.

Herstellern von Spiele-Apps bietet die Technik zudem völlig neue Einnahmemöglichkeiten. So lassen sich etwa Freischaltcodes für Zusatz-Features oder Add-ons einfach auf simple bunte Papierkarten drucken und neben anderen Sammelkarten für kleines Geld am Kiosk verkaufen. Dafür sind auch Eltern viel empfänglicher. Im Gegensatz zu virtuellen Gütern oder Downloads kennen sie das Prinzip der Sammelkarte oftmals noch aus ihrer eigenen Kindheit und dürften daher eher geneigt sein, dem Drängen des Kindes nachzugeben.

Großer Anklang in Marketing- und Werbebranche

Erste Spiele, die sich diese Möglichkeiten zunutze machen, sind bereits in den USA für das iPad erhältlich – etwa „Animal Planet“ oder „Monsterology“. Hier kosten drei „NOKU“-Karten mit zusätzlichen Tieren oder Monstern 1,99 Dollar. Für Hersteller Nukotoys könnte das Konzept so schnell zur Goldgrube werden. Auch eine erste Auszeichnung konnte das US-Unternehmen auf der New Yorker Spielzeugmesse bereits einheimsen: den Parenting Magazine’s „Best in Play“-Award.

Besonders großen Anklang findet das Konzept laut Voigt zudem in der Marketing- und Werbebranche. Hier seien ebenfalls in Kürze erste Anwendungen zu erwarten. Und das dürfte nur der Anfang sein. Womöglich löst der Touchcode seinen QR-Bruder bald an vielen Stellen ab. Sascha Voigt gab sich in punkto Zukunftsaussichten jedenfalls äußerst optimistisch: „Derzeit rennen uns die Interessenten die Bude ein.“ Bleibt nur noch zu sagen: Zu Recht.

(Christian Wolf)

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Christian Wolf wird am Telefon oft mit "Wulff" angesprochen, obwohl er niemals Bundespräsident war und rast gerne mit seinem Fahrrad durch Köln. Er hat von 2011 bis 2014 für BASIC thinking geschrieben.