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Samsung Galaxy S Wifi 4.2 im Hands-on

Wir alle kennen ja den iPod Touch von Apple: zwischen 189 und 389 Euro werden abhängig vom gewählten Modell für den mobilen Medien-Player fällig, wenn er neu im Apple Store gekauft wird. Logisch ist, dass es sich Samsung nicht nehmen lassen will, ein entsprechendes Alternativ-Produkt anzubieten – mit einem deutlich größeren Display. Statt 3,5 Zoll beim iPod kommt das neueste Gerät aus der Samsung Galaxy S Wifi-Reihe mit einem 4,2 Zoll großen Bildschirm daher.

Auch wenn man gemessen am Namen davon ausgehen könnte, dass das so genannte Mobile Internet Device (MID) wie Galaxy Smartphones mit einer Telefon-Funktion ausgestattet ist, kommt das Samsung Galaxy S Wifi 4.2 ohne GSM- bzw. UMTS-Antenne daher. Kommunikation ist nur über Messenger-Programme oder Voice over IP möglich. Vorausgesetzt, das MID ist mit einem WLAN-Hotspot verbunden. Wir haben uns das Gerät etwas genauer angesehen.

Whatsapp funktioniert nicht

Erste Überraschung während der Einrichtung: das auf Android 2.3.6 basierende Gerät unterstützt den beliebten Messenger WhatsApp nicht. So ärgerlich es sein mag, so einfach ist auch die Erklärung: WhatsApp setzt bei einer Anmeldung eine Verifizierung per SMS voraus. Weil das Galaxy S Wifi 4.2 aber eben über keine Mobilfunk-Unterstützung verfügt, ist auch die Nutzung von WhatsApp nicht möglich. Als Alternative bietet sich die vorinstallierte App ChatOn an. Dabei handelt es sich um eine hauseigene Entwicklung von Samsung, die wie Whatsapp plattformübergreifend funktioniert.

Sieht man von diesem Ärgernis ab, erinnert das Gerät gemessen an Form und Verarbeitung stark an Galaxy-Smartphones von Samsung Mobile. Unter dem großen Touchscreen sind nicht nur zwei beleuchtete Sensortasten zu finden, sondern auch eine rechteckige, längliche Home-Taste. Auffällig: auch wenn die Hülle komplett aus Kunststoff gefertigt wurde, macht das Gerät einen durchaus hochwertigen Eindruck. Vor allem, weil eine silberne Leiste die weißen Flächen umrandet. Das hat zweifelsohne Stil.

Außerdem auffällig: in die Front wurden gleich zwei Lautsprecher integriert; jeweils einer am Kopf- und Fußende. In einer Produkt-Präsentation am Mittwoch in Berlin erklärte mir Samsung-Produktmanagerin Alexandra Zaddach, dass so ein satter Sound bei Games erreicht werden soll, die aus dem Google Play Store auf das MID geladen werden können. Und in der Tat macht das mobile Zocken bei den bereits vorinstallierten Spielen „FIFA 12“ und „Need for Speed Hot Pursuit“ ziemlich Spaß – auch wenn der Ton hier und da – wie von Smartphones gewohnt – recht blechern klingt.

Speicher erweiterbar, Akku kann ausgetauscht werden

Ein weiterer Vorteil im Vergleich mit dem iPod Touch: Samsung gestattet seinem Galaxy S Wifi 4.2 das Wechseln des Akkus. Theoretisch ist es also möglich, auf Reisen einen Ersatzakku mitzunehmen, um das Gerät länger nutzen zu können. Samsung verspricht bis zu 40 Stunden Musik- und bis zu fünf Stunden Video-Wiedergabe. Ebenfalls vier bis fünf Stunden Akkulaufzeit konnten wir im Gaming-Modus feststellen. Außerdem ist per MicroSD-Karte eine Speichererweiterung möglich. Bei „nur“ 8 Gigabyte Flash-Speicher, von dem ein großer Teil schon vom Betriebssystem beansprucht wird, ist das eine durchaus sinnvolle Ergänzung.

Ihr fragt euch, ob es auch Kritikpunkte gibt? Zwei, drei kann ich euch nach meinen ersten 36 Stunden mit dem neuen Samsung-Device schon einmal nennen. Da wäre zum Beispiel das Display mit seiner Auflösung von 800 x 480 Pixeln. Schon allein weil es nur 262.000 Farben darstellt, kann es nicht mit den kontrastreichen und farbintensiven Smartphone-Bildschirmen von Samsung mithalten. Das ist schade, allerdings nur für das geschulte Auge wirklich unmittelbar sichtbar. Schon deutlich ärgerlicher ist, dass Samsung nur eine Digitalkamera mit 2 Megapixeln integriert hat. Das macht sich durchaus in einer wenig berauschenden Bildqualität bemerkbar. Auf der Vorderseite steht eine Kamera mit VGA-Auflösung (640 x 480 Pixeln) für Videotelefonate bereit. Etwas schwach auf der Brust präsentiert sich zudem der integrierte Prozessor – mit gerade einmal 1 Gigahertz. Allerdings konnten wir beim mobilen Spielen kaum nennenswerte Ruckler feststellen.

Alles in allem ist das Galaxy S Wifi 4.2 eine interessante Alternative für all jene, die auf eine Mobilfunk-Unterstützung verzichten können. Etwa für die Nutzung im Auto, in der Bahn oder im Flugzeug. Wenn man so will ist das Gerät eine neumodische Mischung aus Walkman und Game Boy, die zu einem Preis von 189 Euro angeboten wird. Angesprochen werden soll in erster Linie eine Zielgruppe im Alter zwischen 11 und 15 Jahren.

Interessant ist übrigens auch: mit der SmartView-Funktion kann das MID mit einem SmartTV von Samsung gekoppelt und das aktuelle TV-Bild auf das Display des Galaxy S Wifi übertragen werden. Und nebenbei sei an dieser Stelle abschließend noch erwähnt, dass es das Galaxy S Wifi alternativ auch als Modell mit 3,6, 4,0 und 5,0 Zoll Display-Diagonale käuflich zu erwerben gibt.

 

(Hayo Lücke)


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Über den Autor

Hayo Lücke

Hayo Lücke hat von 2009 bis 2014 insgesamt fünf Jahre lang für BASIC thinking geschrieben und dabei über 300 Artikel beigesteuert.

7 Kommentare

  • Der Name sagt doch schon alles aus. „Entschuldigen Sie bitte. Hätten Sie noch ein Galaxy S wifi 3.1 im Angebot?“ „Bitte was für ein Teil? „

  • man man man… diese berichte hören sich immer einbißchen so an als ob ein mädchen von ihrer neuesten puppe erzählt… und diese stilvolle metalklammer blablabla… werd erwachsen!

  • Zwei wirklich ausschlaggebende Argument FÜR das Samsung Gerät sind „Speicher erweiterbar“ und „Akku austauschbar“! Klar ist das wechseln des Akkus bei Apple ebenso möglich, nur leider mit großem Aufwand verbunden! Das ganze spielt hier schlicht und einfach auf der Ebene von Effizienz! Wenig Aufwand und sogar noch schneller am Ziel!

  • das erinnert mich die PDA’s von früher. mein AXIM v50 hatte auch 800x480Pixel, SD (und CF-Kartenslot) & Wechselakku…

    Aber mittlerweile sollten die Akkus doch einen Tag durchstehen…

    Wenigsten GPS zur Navigation hätte man einbauen können.

    Ob die „kleinen“ ein Telefon ohne Telefon haben wollen…

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