Sonstiges

Apple lässt Verkauf des Samsung Galaxy Pad 10.1 in ganz Amerika verbieten

Ganz ehrlich: ich kann es nicht mehr sehen. Dieser Patentkrieg zwischen Apple, Samsung, Motorola, Microsoft und wie sie alle heißen, er nervt einfach. Ständig verklagen sich die Unternehmen gegenseitig, um dem anderen das Geschäft zu vermiesen, um den Verkauf von Endgeräten zu verbieten und das eigene Ego wieder ein kleines Stückchen zu stärken. Wann hat das endlich ein Ende?

Als ich heute Morgen ins Büro kam, war es mal wieder so weit. In meinem Posteingang wartete schon die neueste Knaller-Meldung darauf, veröffentlicht zu werden: Apple verbietet Samsung den Verkauf des Galaxy Tab 10.1, titelte das „Wall Street Journal“. Und zwar gelte das Verbot nicht irgendwo, sondern gleich überall in den USA. Lange hatte der Apfelkonzern dafür gekämpft, weil er Design-Patente des iPad verletzt sieht. Nun fand Apple bei einer Richterin Gehör, die eine vorläufige Einstweilige Verfügung erließ.

Wenn man bedenkt, dass die gleiche Richterin eine Klage von Apple schon einmal abgewiesen hat, kann man langsam fast das Gefühl bekommen, dass nach Belieben und nicht anhand von juristischen Feinheiten geurteilt wird. Lars von allaboutsamsung schreibt jedenfalls, dass argumentiert worden sei, Samsung dürfe zwar mit Apple konkurrieren, aber nicht, indem man den Markt mit verletzenden Produkten überschwemme.

Zu beachten ist, dass es längst Nachfolger des Galaxy Tab 10.1 gibt und für die gilt das Urteil (noch) nicht. Apple geht zwar auch gegen andere Tablet-Versionen von Samsung vor, hat damit bisher aber noch keinen Erfolg gehabt. Weil der Patentkrieg in vollem Gange ist, kann es durchaus sein, dass wir schon bald weitere Verkaufsverbote erleben werden – und dann möglicherweise nicht (nur) in den USA. Ganz nebenbei sei noch erwähnt, dass Samsung – na klar – Berufung gegen das Urteil angekündigt hat. A neverending story…

Ich bleibe dabei: es nervt! Leute, setzt euch endlich an einen Tisch, redet miteinander, einigt euch und tretet in einen gesunden, fairen Wettbewerb. Da haben alle Beteiligten deutlich mehr von – und die Kunden können selbst entscheiden, welches Produkt sie nutzen wollen und welches ihnen eben nicht gefällt.

(Hayo Lücke)


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Über den Autor

Hayo Lücke

Hayo Lücke hat von 2009 bis 2014 insgesamt fünf Jahre lang für BASIC thinking geschrieben und dabei über 300 Artikel beigesteuert.

22 Kommentare

  • wenn alles klappt halte ich nächste Woche mein Patent auf das „Verkaufen“ in den Händen, dann lasse ich sie alle verbieten! ha ha ha!

  • Das entscheidende an diesen Geräten ist sowieso das Innenleben, sprich dass Betriebssystem. Ein sehr dünnes Gehäuse ist hingegen Zeichen guter Ingenieursarbeit und ein schwarzer Rahmen um ein Display nun wirklich nichts innovatives.

  • Es nervt, weil wir dafür bezahlen. Millionen Dollar gehen jährlich für die Patente an sich und die Patentklagen verloren, das ist rausgeworfenes Geld für nichts und wieder nichts. Da stehen keine echten Werte dahinter, nur Juristerei. Und bei jedem Gerät zahle ich als Nutzer drauf; mit Geld (x Dollar für jeden Kauf für diese juristischen Winkelzüge) und Nutzen (Patente behindern Innovation, ich bekomme im Zweifel schlechtere Geräte weil Funktion Y schon patentiert ist und das Teil sonst verboten wird). Das nervt dermaßen.

  • Mich nervt das auch. Es wird so viel Zeit und Energie damit verbraten, das es nicht mehr feierlich ist. Wenn die so weiter machen würde ich es toll finden, wenn 20% der Prozesskosten (inklusive Rechtsberatung) noch mal oben drauf von beiden Parteien an Wohltätige Zwecke gespendet werden müsste. Dann würde ich wenigstens noch das Gefühl haben, das es zwar überflüssig ist aber für die ärmsten der Armen noch was Gutes hat.

    Sind doch alles eh nur Wohlstandsprobleme.

  • Nervt total!! Aber doch interessant da es hier ja auch um eine Menge Geld und doch um zukünftige Entwicklungen geht. Also schreibt weiter über dieses nervige Thema 🙂

  • Es nervt, weil wir dafür bezahlen…….

    das ist Richtig, für diejenigen welche sich zu Techniksklaven machen lassen.
    Früher waren Computer Kreative Instrumente auf dem der Nutzer alle Feiheiten hatte, nun werden es immer mehr „Technik Gadgets“ welche den Nutzer Entmündigen und mit fast jeder Anwendung große Profite in die Taschen der Hersteller spülen.
    Es ist daher kein Wunder das um jede Kleinigkeit verbissen gekämpft wird mit allen Mitteln , da das Geschäft Mrd Einbringt siehe zb. den Aufstieg von Apple zur „wertvollsten“ Marke.
    Was wirklich „Nervt“ sind nicht einmal diese Patentschlachten, sondern die „Dummheit“ der meisten Anwender welche sich doch als Gebildet, Modern und Technikversiert bezeichnen , aber eigentlich nur auf ausgeklügelte Werbekampagnen herreinfallen.
    Der berühmte Webespot 1984 von Apple ist eigentlich war geworden , alles wartet nur noch auf die nächsten Gadgets Vorstellungen von den großen „Brüdern“ Apple, Microsoft , Facebook oder Google wie ein Kleinkind auf ein neues Spielzeug.

  • Man stelle sich vor, diesen Patentwahn hätte es so schon vor Jahrzehnten gegeben. Wir hätten die „Wahl“: CDs nur von Philips oder Sony, Heckscheibenheizungen nur bei Ford, oder Telefone und Lautsprecher nur von AT&T.
    Der Irrsinn nervt wirklich und gehört gestoppt, gerade bei Lächerlichkeiten wie abgerundete Ecken u.ä.

  • @10 Orbit
    Der Irrsinn ist das man Heute mit den mobilen Geräten, Software und Internetdiensten mehr Verdient als mit der Herstellung von Autos , zudem teilweise große globale Monopole entstanden sind , welche es im der Konsumgüter Produktion fast nie gab.
    Die Patente (kriege) gab es früher auch schon , doch man einigte sich eher auf eine gegenseitige Lizensierung , da teure Patentkriege kaum finanzierbar waren.
    Wenn dieses Ungleichgewicht zwischen Gewinnen aus realer Produktion von Gütern und der digitalen Wirtschaft bekämpft und gerade gerückt würde , würden auch diese Patentkriege schon wegen Geldmangel abnehmen.

  • Hey,

    also ich muss sagen, dass ich das Ganze hin und her nicht verstehe. Mal gewinnt der eine oder und Mal der andere. Das sieht doch in den Augen der Käufer auch nicht gerade gut aus, wenn man sich so zofft. Zum Anderen geht auch ordentlich Geld flöten.

    Das Ganze ist doch wirklich wie im Kindergarten.

  • Mich nervt es nicht sonderlich, denn die einzige „Belästigung“ ist darüber lesen zu „müssen“. Ich kann es aber auch lassen und mich anderen Themen widmen. Also doch eher jammern auf hohem Niveau?

    Außerdem, ohne die einzelnen Prozess- & Patent-Details die man evtl. auch Haarspalterei nennen kann zu kennen, finde ich es im Grundsatz ok, wenn man gegen den Missbrauch eigener Patente klagt. Denn dafür sind sie da. Wozu soll ich denn Erfindungen tätigen (wie gesagt, ich gehe hier mal von einer gewissen Schöpfungstiefe aus), wenn jemand anderes hinterher Geld damit verdient? Ich denke keiner der Leser würde das selbst in Ordnung finden.
    Da es aber schon gewisse alberne Auswüchse annimmt, wäre eine Reform des Patentrechts (die schon angestrebt wird) sinnvoll.
    Den Vorschlag von Frank Delventhal weiter oben finde ich super: einfach 20% der Kosten für wohltätige Zwecke spenden lassen…

  • Apple steht unter Druck. Der Patent-Krieg kann ein PR-Ablenkungsmannöver sein. In den USA leidet das Image, seit dem die schlechte Bezahlung der Apple-Verkäufer thematisiert worden ist.

    Was mich gewundert hat: Apple hat seine Mitarbeiter in den Filialen nur lausige 11 Dollar je Stunde bezahlt. Schon komisch, einer der reichsten Konzerne der Welt, geizig ohne Ende.

    Das Management verdient dagegen königlich.

  • Was mich nervt? Dass man nicht deutlich genug sagt, dass hier vor allem Apple suckt. Und zwar gewaltig. In diesem Artikel steht wieder „Ständig verklagen sich die Unternehmen gegenseitig, um dem anderen das Geschäft zu vermiesen“… Dabei ist es doch VOR ALLEM Apple, das andere Unternehmen (insbesondere Samsung) verklagt, oder nicht? (Tab, Smartphone…) Und DAS nervt. Wäre Apple ach so toll, bräuchten sie die Konkurrenz gar nicht zu fürchten. Aus meiner Sicht ein starker Imageverlust von Apple. Aber in den Medien (und Techblogs) wird das m.M.n. nicht stark genug herausgestellt (indem man alle in einen Topf schmeißt).

  • „Wenn man bedenkt, dass die gleiche Richterin eine Klage von Apple schon einmal abgewiesen hat, kann man langsam fast das Gefühl bekommen, dass nach Belieben und nicht anhand von juristischen Feinheiten geurteilt wird.“

    Das wirkt doch genau entgegengesetzt. Die Richterin urteilt objektiv und nach Faktenlage aber eben nicht einseitig zu Gunsten eines Herstellers. Deswegen ist es nicht verwunderlich, warum mal für den einen und mal für den anderen Hersteller geurteilt wird.

    An sich trifft der Beitrag natürlich ins Schwarze. Dieser Kindergarten-Patentkrieg wird mehr und mehr unwürdig…

  • Apple-Nutzer zahlen mehr für Hotel-Übernachtungen…

    Bezahlen Apple-Nutzer bald mehr? (Foto: Jacob Wackerhausen | Photos.com) Apple-Nutzer könnten demnächst mehr für eine Hotelübernachtung zahlen als ihre Windows-Kollegen.  Cupertino (dts Nachrichtenagentur) – Nutzern eines Mac-Books werden offenba…

  • Die Entscheidung ist nachvollziehbar Patent ist nunmal Patent. Jetzt hat Samsung Zeit ein noch besseres Gerät zu präsentieren, ein Full-HD Display wär z.B. noch wünschenswert.

  • Das nimmt doch alles überhand! Die sollen doch in ihre eigenen Kochtöpfe gucken… klar, wird hier und da mal etwas ähnlich übernommen, jedoch ist das doch normal, was wären wir, ohne uns bei den Anderen etwas abzuschauen? Wären wir so erfolgreich, wenn wir uns nicht bei unseren Kollegen das abschauen würden, was sie einfach besser machen als wir!?

  • Das traurige ist, das es bei uns in Deutschland auch nicht wirklich anders ist. Hier laufen auch viele gleich zum Anwalt, sei es ne Mucke oder ein Elefant. Das 21-te Jahrhundert ist nicht der jahrhundert der Technologie, sondern auch des Anwaltes, egal wo man ist.

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