"Know Me": British Airways googelt nach Bildern von Passagieren – für die "persönliche" Begrüßung

Christian Wolf

Ihr kennt die Situation wahrscheinlich: Beim Betreten eines Flugzeugs steht die Crew an der Tür und begrüßt jeden Passagier. Was aber würdet ihr sagen, wenn euch die nette Stewardess plötzlich mit Namen ansprechen würde, obwohl ihr diese noch nie zuvor gesehen habt? Je nach persönlicher Veranlagung reichen die möglichen Reaktionen in diesem Fall sicher von freudig-überrascht bis erschrocken-verärgert.

Britische Datenschützer setzen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließlich letztere Miene auf. Denn die individuelle Begrüßung gehört künftig an Bord sämtlicher British-Airways-Maschinen zum Standard – auf Basis einer Passagierdatenbank, die mit über die Google-Bildersuche zugänglichen Fotos von Fluggästen ergänzt werden soll.

In dieser sind neben persönlichen Informationen auch manche Eigenheiten verzeichnet – etwa Essenswünsche, bisherige Flugrouten oder auch vorgetragene Beschwerden. Sämtliche Informationen werden dann von BA zu einem Gesamtprofil verknüpft, das der Besatzung kurz vor Flugbeginn per iPad zugänglich gemacht wird.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück Apple AirPods gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Laut „Daily Mail“ nennt sich das Ganze „Know Me“ und ist als Programm zur Steigerung der Kundenfreundlichkeit gedacht. Es zielt vor allem auf Erste-Klasse-Passagiere und Vielflieger der Business-Class. Wer ist auch sonst regelmäßig mit der gleichen Fluggesellschaft unterwegs. Die selbstgesteckte Zielmarke ist durchaus ambitioniert: Immerhin 4.500 Fluggäste will BA bis Jahresende pro Tag einer persönlichen Behandlung mit Extra-Service unterziehen.

Ob diese sich darüber freuen, dass ihre Fluggesellschaft ein geradezu intimes Verhältnis zu ihnen aufbauen will? Vielleicht. Für Nick Pickles von der britischen Datenschutzvereinigung „Big Brother Watch“ hat die Initiative allerdings den gleichen Stellenwert wie der Liebesbrief eines Stalkers. Sie zeige, dass internationale Konzerne Googles Suchdienste zunehmend dazu nutzten, um ihre Kunden auszuspähen.

Mag sein, allerdings muss das BA auch erst einmal gelingen. Bei meinem Namen würde ich mir da kaum Sorgen machen. Jürgen müsste hingegen wohl aufpassen. Ich werde ihn darauf hinweisen.

Unser Zins-Tipp

Eröffne jetzt dein kostenloses Myntro Festgeld und erhalte 3,3 Prozent Zinsen auf dein Geld – und das garantiert für 12 Monate!


Jetzt Zinsen sichern

Anzeige

(Christian Wolf; Bild: British Airways)

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

STELLENANZEIGEN
Social Media Manager/in (m/w/d)
Justus-Liebig-Universität Gießen in Gießen
Digital Marketing Manager (m/w/d)
emeis Deutschland Gruppe in Frankfurt am Main
Praktikum Digital & Social Media Galileo ...
ProSiebenSat.1 Careers in München
Internship in Human-Computer Interaction and ...
ZEISS in Oberkochen (bei Ulm)
Digital Marketing Manager (m/w/d)
RIWOspine GmbH in Bretten
Mitarbeiter Marketingkommunikation & Soci...
Impuls Reha & Arbeit gGmbH in Hamburg
Digital Marketing Manager (m/w/d)
Mütec Instruments GmbH in Seevetal
Marketing Manager (m/w/d) – Web, SEO, Content...
open next GmbH in Köln
THEMEN:
Teile diesen Artikel
Christian Wolf wird am Telefon oft mit "Wulff" angesprochen, obwohl er niemals Bundespräsident war und rast gerne mit seinem Fahrrad durch Köln. Er hat von 2011 bis 2014 für BASIC thinking geschrieben.