Hardware

Teufel Raumfeld One im Test – WLAN-Lautsprecher mit ordentlich Wumms

Was waren das früher für Zeiten: ich hatte in meinem Zimmer eine Hifi-Anlage von Sony stehen, die sich aus gleich mehreren Komponenten zusammensetze. Receiver mit integriertem Verstärker, CD-Spieler und MiniDisc-Player standen übereinander gestapelt im Schrank, flankiert durch zwei auch nicht gerade platzsparende Standlautsprecher aus dem Hause Magnat. Und heute? Nichts davon ist noch aktiv. Denn ich bin umgestiegen: auf Streaming-Dienste wie Spotify und selbst Radio höre ich in der Regel über einen Internetstream.

Umso mehr habe ich mich gefreut, als mir von Teufel für einen Test das Raumfeld One-System angeboten wurde. Was das ist? Nun, stellt euch eine 40 Zentimeter breite, knapp 20 Zentimeter hohe und rund 15 Zentimeter tiefe Box mit integriertem Lautsprecher vor, die bei einem Gewicht von satten sechs Kilogramm per WLAN mit eurem Router verbunden ist und auf diese Weise viele Audio-Inhalte zum Beispiel aus dem Internet in euer Wohnzimmer streamt.

WLAN Lautsprecher für das Heimnetzwerk

Klingt spannend? Habe ich mir auch gedacht und das System direkt in mein heimisches Netzwerk eingebunden. Das soll eigentlich ohne Probleme klappen, hat mich aber entgegen meiner Erwartungen doch ein wenig länger beschäftigt. Nicht nur die Tatsache, dass zunächst eine Verbindung per LAN-Kabel an den Router hergestellt werden muss, kostete Zeit. Auch die ersten Synchronisations-Versuche über eine App auf meinem iPhone konnte ich zu meiner Überraschung nicht erfolgreich abschließen. In meiner Not habe ich den Raumfeld One Lautsprecher einfach mal komplett vom Strom genommen, wieder eingeschaltet und siehe da: auf einmal war die Box doch mit meinem Netgear-Router verbunden. Insgesamt waren für diese ersten Schritte rund zehn Minuten Arbeit notwendig.

Nächste Aufgabe: Audio-Inhalte nutzen. Für mich hieß das, erst mal die Webradio-Funktion testen. Dafür ist die Raumfeld-App – die es übrigens auch für Android-Geräte gibt – mit TuneIn verknüpft und es besteht dadurch Zugriff auch ein nicht zu zählende Anzahl an Webradio-Streams aus der ganzen Welt. Schon das allein macht reichlich Spaß, weil man sich so gut wie nie mehr ärgern muss, einen Sender aufgrund von Frequenzproblemen nicht empfangen zu können. Von der Möglichkeit, auf ausländische Sender zugreifen zu können, mal ganz abgesehen.

Nachteil: es dauert zum Teil sehr lange, ehe ein Webradio-Stream überhaupt startet. Doch wenn der Stream dann einmal läuft, folgt die nächste Überraschung: satter, kräftiger, basslastiger Sound wie ich es nicht für möglich gehalten hätte. Wenn ich wollte, könnte ich vom Gefühl her die ganze Straße beschallen, denn für Zimmerlautstärke reicht es schon aus, den Regler im unteren Viertel hin und her zu bewegen. Anders ausgedrückt: auch für eine kleine Party eignet sich der Raumfeld One prima, denn die maximal mögliche Lautstärke ist vorsichtig formuliert beeindruckend. Wer seine Nachbarn schon immer einmal ärgern wollte… ihr wisst schon. Teufel selbst sieht den Raumfeld One übrigens für Zimmer mit bis zu 25 m² bestens ausgestattet. Ganz ehrlich: Halte ich für reichlich untertrieben.

Achtung: Spotify fehlt

Nicht jeder ist aber ein so großer Radio-Fan wie ich und deswegen haben sich die Entwickler zusätzlich erlaubt, Verknüpfungen mit Napster, simfy und Last.fm zu erstellen. Ihr vermisst Spotify? Ich auch! Und das ist für mich der mitunter größter Knackpunkt am aktuellen System. Spotify wird momentan schlicht und ergreifend nicht unterstützt. Noch nicht muss man sagen. Denn nach Angaben einer Teufel-Sprecherin wird aktuell mit Spotify über eine Einbindung verhandelt, eine Vertragsunterzeichnung ist aber noch nicht absehbar. Alternativ dazu kann der Raumfeld One auf NAS-Systeme und Festplatten zugreifen, um die dort gespeicherte Musik abzuspielen. Und last but not least ist über einen Line-In-Anschluss die direkte Verbindung mit einem CD-Player oder Fernseher möglich.

Rein optisch ist der WLAN-Lautsprecher übrigens ein echter Hingucker. Zwar ist er alles andere als ein Federgewicht, kommt aber mit einer schlichten Front daher, auf der nur ein Lautstärke-Regler und ein Power-Knopf zu finden sind. Der integrierte Subwoofer wurde nach unten ausgerichtet und trotzdem wummern die Bässe durch ein pfiffiges, nach hinten abfallendes Design in den Raum hinein, statt in den Boden.

Fazit: Für knapp 400 Euro ein tolles Gerät – vor allem für Einsteiger

Alles in allem macht das Raumfeld One-System richtig Spaß und ist vor allem für Einsteiger wie mich ein mehr als nur grundsolides System mit platzsparenden Abmessungen. Etwas abschreckend ist allerdings unter Umständen der Preis. Immerhin 399 Euro werden aktuell bei einer Bestellung über die Teufel-Homepage berechnet. Betrachtet man aber die Leistung, die der kleine Funklautsprecher ins heimische Wohnzimmer bringt, ist dieser Kurs absolut fair. Und so bin ich am Ende fast schon ein bisschen traurig, mein Testsystem in den nächsten Tagen wieder abgeben zu müssen. Ich werde den kräftigen Sound in meinen heimischen vier Wänden vermissen – auch wenn er manchmal fast schon ein bisschen zu basslastig ausfällt.

Auf die Nennung der zahlreichen technischen Details habe ich an dieser Stelle übrigens bewusst verzichtet, denn die könnt ihr alle mit einem Klick der Teufel-Homepage entnehmen. Wichtig zu erwähnen sind aber drei Dinge: Raumfeld One unterstützt WLAN-Router, die auf Basis des Standards 802.11g funken. Ihr könnt aber auch auf einen LAN-Anschluss setzen, und darüber hinaus steht auf der Rückseite auch ein USB-Steckplatz zur Verfügung. Wer mag, kann über die Raumfeld-App übrigens auch mehrere Raumfeld-Lautsprecher parallel steuern – völlig unabhängig voneinander. Sinn macht das vor allem in Wohnungen mit mehreren Zimmern oder in Häusern.


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Über den Autor

Hayo Lücke

Hayo Lücke hat von 2009 bis 2014 insgesamt fünf Jahre lang für BASIC thinking geschrieben und dabei über 300 Artikel beigesteuert.

14 Kommentare

  • Danke für die Beurteilung. Spielt das kleine Wunderwerk auch eigene Musik aus iTunes ab und lässt sich über die App steuern?

  • Wir nutzen das ganze System von Raumfeld. Also NAS + Controller + Speaker M + S , One und einen Connector für die Stereo Anlage. Und auch via Android App. Sind so was von happy mit dem System. Sound 1A und via enthaltenes Simfy absolut ausreichend mit Musik versorgt. :0)
    PS: Man kann von jedem Speaker aus Musik via USB oder Kabel an alle Lautsprecher senden. Einfach saucool…

  • Lieber nutze ich das Soundlink von Bose über Bluetooth mit meinem iPad. Das spielt alles ab, udn das Konfigurieren geht fix.
    Zudem kann ich das Soundlink mitnehmen, meine Oldtimer haben zum Beispiel kein Radio – ideale Kombi also.

  • Dem Urteil diese Posts kann ich mich nicht anschließen. Die Raumfeld Systeme waren wirklich Klasse, leider nur bis Raumfeld 2010 von Lautsprecher Teufel übernommen wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Boxen noch von Adam Audio geliefert und deren Qualität ist wohl unbestritten. Die heute von Teufel angebotenen Raumfeld-Komponenten sind mir dagegen nur durch bestenfalls durchschnittlichen Klang, billiges Material, unausgereifte Software und wenig intuitive Bedienung aufgefallen. Ich empfehle einen Vergleich mit den Konkurrenz-Produkten insbesondere den Systemen von Sonos. Wenn es danach immer noch ein System der Berliner sein muß, sollte man sich mit dem Kauf trotzdem Zeit lassen und auf die entsprechenden Angebote warten. Rabatte von mehr als 30% sind bei Teufel durchaus üblich.

  • Gibt es mittlerweile schon einen Nachfolger (ob von Teufel oder einer anderen Marke) bzw. weißt jemand, ob in dieser Hinsicht bald etwas zu erwarten ist? Will mir natürlich nicht ein Produkt kaufen was in 1-2 Monaten als veraltet gilt… v.a. in Hinblick auf Spotify & Co 🙂

  • Ich habe mir das System auch vor kurzem bestellt und einen ausführlichen Testartikel dazu verfasst. Ich kann mich deiner Meinung dazu nur anschließen, dass System macht einfach richtig Spaß 🙂

  • Ich weiß nicht, wie viele tausend Male ich mich schon über diese App geärgert habe!!! Es funktioniert nicht. Immer wieder kann die Verbindung nicht hergestellt werden und wir haben wirklich gutes WLAN, alle anderen mobilen Geräte funktionieren einwandfrei.

  • Ich habe gestern eine Raumfeld One M in meinem Netzwerk eingerichtet. Nach positiven Erfahrungen mit dem Raumfeld Connector und bei dem Preis von 399 Euronen waren meine Erwartungen recht hoch.
    Nach etwas hakeliger Einrichtung über ein LAN Kabel, das direkt an den Router angeschlossen werden muss, durfte ich mich über einen etwas basslastigen, in den Mitten und Höhen nicht ganz präzisen, aber durchaus ansprechenden Sound freuen.
    Leider hat das System Einschränkungen, die für mich nicht akzeptabel sind:
    – Es ist mir trotz mehrfacher Versuche nicht gelungen, den Raumfeld Connector völlig unabhängig vom Raumfeld One einzurichten. Obwohl ich für beide Systeme unabhängige „Räume“ angelegt habe, müssen immer beide Systeme online sein, um eines von beiden zu betreiben.
    – Die Raumfeld One steht ca. 5 m von meinem WLAN Router entfernt, die Signalstärke ist ~ 75%. Dennoch kommt es zu regelmäßigen Empfangsabrissen. Ein direkt neben der Raumfeld One aufgestelltes Billigst-WLAN-Radio von Tchibo spielt brav bei 128kBit/s stundenlang ohne Unterbrechung.
    Daher werde ich das Gerät schweren Herzens zurückschicken müssen. Schade eigentlich, da das Gerät die perfekte Größe und einen satten Sound für Zimmer < 20 qm hat.

  • Hey,

    ich finde das Raumfeld One-System richtig gut. Aber ich habe den Sonos Play 1 Wlan Lautsprecher und bin sehr begeistert, da ich mehrere Sonos Geräte habe und sie miteinander verbinden kann. Aber ich muss sagen ihr habt euch echt viel Arbeit gemacht. Das war ein super Testbericht. Macht weiter so!

  • Teufel kommt ja quasi aus dem Heimkino Bereich (5.1 etc.) und wissen wie man Lautsprecher baut. Ich habe schon seit ewigen Zeiten die Teufel Concept als PC Lautsprecher – top! Bei Wlan Lautsprechern setze ich ebenfalls auf Sonos.
    Gruß
    Harald

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