Hardware

Turboboost für USB 3.0: Datenrate steigt auf Thunderbolt-Niveau

geschrieben von Christian Wolf

„SuperSpeed“ ist noch nicht das Ende: Die USB 3.0 Promoter Group, ein Zusammenschluss aus den IT-Giganten Hewlett-Packard, Intel, Microsoft, Renesas Electronics, ST-Ericsson und Texas Instruments, hat zusammen mit dem USB Implementers Forum auf der CES angekündigt, für die USB-3.0-Spezifikation bis Mitte des Jahres ein Update vorzustellen, mit dem der Datendurchsatz durch effizientere Verschlüsselungstechnologie von maximal 5 auf bis zu 10 GBit/s verdoppelt werden soll.Die USB-Geschwindigkeit läge damit auf dem Niveau der von Intel in Kooperation mit Apple entwickelten Thunderbolt-Schnittstelle, die bislang fast ausschließlich bei Mac und Co zum Einsatz kommt und damit noch weiter an den Rand gedrängt werden könnte.

Auch Thunderbolt soll schneller werden

Schließlich liegt der Hauptvorteil von Thunderbolt in der Performance. Wenn diese Bastion fällt, bleiben nicht mehr viele Argumente, um Hersteller und Kunden für einen Wechsel zu begeistern, zumal die Verbreitung aufgrund der vergleichsweise hohen Kosten ohnehin eher gering ist. Zwar soll auch für die Thunderbolt-Schnittstelle eine Geschwindigkeitsverdopplung auf 20 Gbit/s in Vorbereitung sein, die groben Preisnachteile dürften hingegen bauartbedingt bleiben – und damit eine der Hauptschranken für Thunderbolt zum Low-Budget-Massenmarkt.

Dort wird der 1996 eingeführte USB-Anschluss das Feld noch viele Jahre dominieren – auch dank seiner konsequenten Abwärtskompatibilität. So ist die neue Ausführung – ein griffiger Name existiert offenbar noch nicht – selbstverständlich ebenfalls mit bislang erhältlichen USB-Geräten, Hubs, Kabeln und Steckern nutzbar. Die volle Transferrate von 10 Gbit/s dürfte sich gleichwohl nur mit abgestimmten Komponenten erreichen lassen. Im Frühjahr hat die Industrie für 45 Tage Gelegenheit, den Spezifikationsentwurf zu kommentieren. Erste Geräte könnten dann bis Ende des Jahres zur Verfügung stehen.

Bild: USB-IF


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Über den Autor

Christian Wolf

Christian Wolf wird am Telefon oft mit "Wulff" angesprochen, obwohl er niemals Bundespräsident war und rast gerne mit seinem Fahrrad durch Köln. Er hat von 2011 bis 2014 für BASIC thinking geschrieben.

6 Kommentare

  • Apple hat hart an Thunderbolt gearbeitet. Außer beim Mac Pro sind alle Geräte neuerer Geräte mittlerweile mit der TB-Schnittstelle ausgerüstet. Dennoch schafft dieser Standard nicht den Durchbruch. Warum? Weil es einfach viel zu wenig Peripheriegeräte mit nativem TB-Anschluß gibt. Innerhalb des letzten Jahres gab es seitens des Handels viele Ankündigungen für TB-Produkte, aber passiert ist nur sehr wenig. Das ist leicht nachvollziehbar, wenn man sich die Kosten von TB-Chips und -Kabeln anschaut – sie liegen deutlich über den Kosten, die für entsprechende USB-Komponenten anfallen. Darüberhinaus ist die Schnittstelle komplex, was wiederum den Entwicklungsaufwand nach oben treibt. Insofern sieht es für einen USB 3.0 HyperSpeed-Vorstoß sehr gut aus. Andererseits bietet die TB-Schnittstelle laut Intel Potential für bis zu 100 GBit/s Übertragungsrate. Werden Übertragungsraten jenseits der 20 GBit/s benötigt, könnte dem Universal Serial Bus irgendwann die Luft ausgehen. Es bleibt spannend!

  • Das Problem von Thunderbolt ist, dass es fast ausschließlich in der Apple Welt zu finden ist. Bei anderen Peripheriegeräten ist diese Schnittstelle kaum vorhanden. Solange dies sich nicht grundlegend ändert wird Thunderbolt auch nie den Durchbruch erreichen.

  • Abwarten, denn die Kooperation mit Intel ist sicherlich auf lange Sicht angelegt worden, was diese Schnittstelle angeht und da ist sicher noch viel Potential vorhanden.

  • Es ist immer eine Frage wer die Schnittstellen Unterstützt und eventuell auch wer an den Patenten Beteiligt ist.
    Würde also Windows was einen Plattform Monopol Markt von 90% hat, statt USB auf Thunderbolt setzen sehe die Sachlage wohl anders aus und USB wär das Nischenprodukt.
    Es ist lediglich ein „Henne-Ei“ Problem so das selbst die bessere Schnittstelle oder Produkt sich nicht Durchsetzen kann wenn es die Plattformbetreiber nicht möchten.

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