Der Club der mobilen Tester: Facebook experimentiert mit neuen User-Tests

Robert Vossen

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Facebook will seine User noch besser bei der Entwicklung neuer Features einbinden und ermöglicht interessierten Android-Nutzern einen Blick auf neue Funktionen und Ideen des Netzwerks, bevor sie offiziell verkündet werden und andere sie zu Gesicht bekommen.

Umstieg auf native Apps kostete Flexibilität

Denn seit Facebook sich bei seinen mobilen Apps von HTML5 verabschiedet hat, war es für das Netzwerk schwierig, neue Funktionen auf ihre Akzeptanz zu testen, da man gleich die ganze App updaten musste. Online hingegen lässt Facebook neue Funktionen von einem Prozent der User testen, bevor sie entsprechend angepasst werden. Ist das Update stabil und wird es positiv aufgenommen, kommen die nächsten 10 Prozent in den Genuss, bevor das Feature letztendlich global ausgerollt wird.

Seit der Umstellung auf die nativen iOS- und Android-Apps klappt das nicht mehr, weswegen Facebook seine Tests beschränkt hat. So wurden häufig User in Neuseeland oder solche mit wenigen Freunden für die Experimente von Mark Zuckerberg eingebunden, damit sich eine mögliche Verwunderungs-und Beschwerdewelle in Grenzen hält.

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Android-User können „stille Updates“ zulassen

Um bei der Weiterentwicklung von Facebook wieder flexibler zu werden, gibt es nun für Android-User die Möglichkeit, sich als Beta-Nutzer zur Verfügung zu stellen. Aktiviert man die Funktion, wird die App künftig nicht mehr über den Google Play Store upgedatet, sondern sorgt selbst für den Download und bittet den User um eine Installation. Das geht natürlich nur für User, die auch zugestimmt haben, dass Apps auch über andere Wege als den Play Store upgedatet werden können.

Der Schritt ist absolut sinnvoll und wirft gleichzeitig die Frage auf, ob Apple und Google Entwicklern bei dem Experimentieren nicht etwas entgegen kommen können. Denn spielt man ein Update in die jeweiligen App Stores ein, ist es sofort für jeden verfügbar, ohne dass das zwingend gewollt ist.

Da auch Google bei seinen Diensten „on the fly“ experimentiert und nachbessert, ist es durchaus vorstellbar, dass man Entwicklern mittelfristig eine solche Option zur Verfügung stellt – BlackBerry hat mit der Beta Zone ja eine ähnliche Umgebung zum Testen und Experimentieren geschaffen.

Weniger Updates der Facebook-App?

Für normale User des Netzwerks wird sich mit dem Umstieg allerdings wenig ändern, denn auch in der Vergangenheit hat Facebook natürlich in der mobilen Welt experimentiert. Die wohl sichtbarste Änderung könnte sein, dass es künftig seltener Updates der Facebook-App gibt, über die bislang neue Funktionen ausprobiert wurden.

Es sieht also aus, als ob alle etwas davon haben: Facebook wird wieder flexibler und bekommt mehr Möglichkeiten bei der Weiterentwicklung der Apps und der Durchschnitts-User wird nicht alle 2-3 Wochen mit einem App-Update genervt. Außerdem sind diejenigen, die unbedingt am Puls der Zeit sein wollen oder müssen, nun nicht nicht mehr gezwungen nach Neuseeland zu ziehen, sondern werden per Opt-In auf dem Laufenden gehalten und können ihren Freunden stolz von neuen Funktionen erzählen. Also ich finde das eine gute Idee.

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Bild: Flickr / Robert S. Donovan (CC BY 2.0)

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Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.