Amazons „Send to Kindle“-Button ist eine nette Idee – mehr aber nicht

Robert Vossen

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Amazon hat einen neuen Button vorgestellt, über den interessierte Leser, Texte und Webseiten an ihr Kindle schicken können, um den Inhalt später lesen zu können. Die Idee ist durchaus gut, aber ich habe Zweifel, dass sich der Button durchsetzt.

Washington Post und Time beim Start dabei

Immerhin, zum Start konnte man die „Washington Post“ und das „Time Magazine“ in den USA dazu gewinnen, den Button bei sämtlichen Artikeln einzubinden. Doch das kleine „k“ in einem leicht grauen Quadrat wird es schwer haben, von zahlreichen Usern erkannt zu werden.

Findet der User den Button trotzdem, wird eine E-Book-Variante aus der jeweiligen Webseite erstellt, über eine Vorschau-Funktion lassen sich die Schrift und das Layout anpassen – bewegte Bilder und Werbung werden aber ausgespart. Praktisch ist es jedoch allemal, zu sehen, wie der Inhalt auf dem Kindle tatsächlich aussehen wird, bevor man ihn über den Amazon-Server an sein Gerät schickt.

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WordPress-Plugin für 75 Millionen Blogs verfügbar

Auch ist es smart, auch gleich zum Start ein WordPress-Plugin anzubieten, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings erst gut 1.000 mal heruntergeladen wurde. Dennoch, da ein Großteil der Blogs auf WordPress setzen und ein zusätzlicher Button nicht viel kostet, könnte es sein, dass die Blogger-Szene doch auf das kleine Plugin setzt. Immerhin nutzen knapp 75 Millionen Blogs das kostenlose Blog-System.

Anbieter ohne WordPress-System können den Button, den es schon als Plugin für den Google Chrome und Firefox-Browser gibt, per HTML-Code in ihre Webseite einbinden.

Wer wird Nummer Vier im Button-Wirrwarr?

Dennoch wird es der „Send to Kindle“-Button im Button-Dschungel sicher nicht leicht haben – die obligatorischen Facebook-, Twitter- und Google-Plus-Buttons sind für Blogs und News-Webseiten Pflicht, danach kämpfen mit Digg, Reddit, Tumblr, deli.cio.us und dem Flattr-Button bereits zahlreiche Dienste um Platz vier, die eh schon häufig ein Schattendasein fristen und auf vielen Webseiten erst „ausgeklappt“ werden müssen, bevor man sie sieht und nutzen kann.

Für Webseiten-Betreiber wird jedenfalls der wichtigste – wenn nicht der einzige – Faktor sein, welcher Button am meisten geklickt wird. Das hängt zwar wiederum auch mit der Sichtbarkeit des Buttons ab, aber im Falle von Amazon natürlich auch davon, wie viele Kindles der Online-Händler bereits an den Mann bringen konnte. Zwar hüllt sich CEO Jeff Bezos bei Verkaufszahlen seiner Tablets weiter in Schweigen, aber man rechnet grob mit 10 Millionen Kindle Fires in den USA.

Zu wenig Kindles um den Button durchzusetzen

Das ist zwar nicht schlecht, aber im Vergleich zu Tumblr und Reddit mit 150 Millionen, bzw. 43 Millionen globalen Usern doch deutlich weniger. Allerdings ist ein Kindle-Tablet nicht unbedingt notwendig, um den neuen Button nutzen zu können – auch an die Kindle-Apps für Android, iOS, Windows und Mac OS X können die Texte geschickt werden – vorausgesetzt, der User hat ein Kindle-Konto eingerichtet.

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Der Button ist sicherlich eine gute Idee, aber sein Erfolg oder Nicht-Erfolg hängt an der Verbreitung der Kindles oder zumindest Kindle-Accounts. Da sehe ich momentan im Vergleich einfach noch zu wenig Absatz, als dass der Button den schwierigen Kreislauf von Nicht-Sichtbarkeit und Nicht-Nutzung durchbrechen könnte.

Bild: Amazon

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Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.