Verarmung im Silicon Valley – Wie Fortschritt und Obdachlosigkeit zusammenhängen

Felix
von Felix

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Der galoppierende technische Fortschritt hat auch seine Schattenseiten. So sind beispielsweise Apple und das iPhone schon in Verruf geraten, weil die Arbeiter in den chinesischen Produktionsanlagen bei Foxconn nicht nur gehaltsmäßig zu fragwürdigen Konditionen beschäftigt sind.  Das Problem endet aber bei weitem nicht in China. Selbst im Silicon Valley, dem Kerngebiet des technischen Fortschritts, weitet sich die Schere zwischen Arm und Reich aus. Fast ein Viertel der dortigen Bevölkerung lebt neuen Statistiken zufolge unterhalb der Armutsgrenze. In den US-Medien ist deshalb eine Diskussion über Kalifornien und die Tech-Branche, über Fortschritt und Verarmung entbrannt.

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Tech-Boom im Silicon Valley

Unter der Sonne Kaliforniens sammeln sich die Tech-Firmen mit Rang und Namen. Google, Apple, Facebook – sie alle haben ihr Hauptquartier im Silicon Valley, zwischen San Francisco und San José. Wirtschaftlich bringen sie enormes Gewicht auf die Waage: Bei den Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung im Nasdaq dominieren sie deutlich. Alleine die drei größten – Apple, Microsoft und Google – haben zusammen aktuell eine Marktkapitalisierung von über 650 Milliarden US-Dollar.

Der Branche geht es insgesamt nicht schlecht. Seit Jahresbeginn sinkt die Arbeitslosigkeit in der San Jose Metro Area leicht, auf aktuell 7,6 Prozent. Das ist auf nationalem Niveau, aber unter der durchschnittlichen Arbeitslosenquote in Kalifornien. Die liegt bei fast 10 Prozent.

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Working Poor

Man könnte also meinen, den Menschen geht es nicht so schlecht. Denn auch die Löhne sind im Durchschnitt eher hoch, zumindest im Tech-Sektor. Ein Software Engineer verdient hier 90.000 US-Dollar pro Jahr, 20.000 mehr als im nationalen Durchschnitt, ein Web Developer 97.000, über 35.000 mehr als im Durchschnitt.

Die Menschen arbeiten aber nicht nur im Tech-Sektor – und woanders sind die Löhne deutlich schlechter, beispielsweise im Dienstleistungssektor. Immerhin gibt es einen Mindestlohn. In San José liegt der seit neustem bei 10 US-Dollar pro Stunde, immerhin 2 Dollar über dem kalifornischen Durchschnitt.

Das größte Problem sind die hohen Lebenshaltungskosten. Und diese steigen zusammen mit der wachsenden High-Tech-Industrie: 2.000 US-Dollar müssen ungefähr für eine Wohnung aufgebracht werden, insgesamt benötigt man zwischen 75.000 und  90.000 US-Dollar an jährlichen Lebenshaltungskosten; die sogenannte „self-sufficiency line“. Eine Vielzahl von Menschen fällt aber deutlich unter diese Hürde. Die besserverdienenden können es sich gerade so leisten.

Kalifornier jenseits der Armutsgrenze

Für einen Vier-Personen-Haushalt liegt die nationale Armutsgrenze in den USA bei 23.500 US-Dollar, bei knapp 12.000 für einen Ein-Personen-Haushalt. Bezogen auf ganz Kalifornien leben dem „Supplemental Poverty Measure“ zufolge bereits knapp ein Viertel der Kalifornier unterhalb der Armutsschwelle.

Während also die Lebenshaltungskosten weiter steigen, verarmen die Menschen. Die US-Medien sprechen mittlerweile von einem Obdachlosigkeitsproblem, weil sich viele die Mieten nicht mehr leisten können. In Santa Clara beispielsweise gibt es alleine rund 60 Camps. Eines davon wurde gerade von der Polizei geräumt.

Ob regionale Progrämmchen reichen?

Noch macht es nicht so recht den Anschein, als ob die US-Politik an den Zuständen grundlegend etwas ändert. Die Politik reagiert eher auf lokaler Ebene. So liegt das Problem der Obdachlosigkeit vor allem in den Händen der Städte bzw. Gemeinden. Wie es aussieht verfolgen diese einen Ansatz zwischen Hilfe und Verbot: Einerseits sollen verstärkt günstige Unterkünfte geschaffen werden, andererseits soll verhindert werden, dass geschlossene Camps wieder auftauchen. Ob das reicht, ist angesichts des erschreckend hohen Anteils ärmerer sowie obdachloser Menschen irgendwie zu beweifeln.

Bild: Silicon Valley signpost / Shutterstock.com

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Internetabhängiger der ersten Generation, begeistert sich für Netzpolitik, Medien, Wirtschaft und für alles, was er sonst so findet. Außerdem ist er ein notorisches Spielkind und hält seine Freunde in der „echten Welt“ für unverzichtbar.