Unternehmen

Philips will mit intelligenten LEDs unseren Einkauf beschleunigen – und wird damit wahrscheinlich scheitern

philips-light
geschrieben von Jürgen Kroder

Wo finde ich die Tomaten? Wo ist mein Lieblings-Deo versteckt? In welchem Regal sind die superbilligen Windeln? Das sind die typischen Fragen, wenn wir in einem Supermarkt einkaufen gehen. Philips will uns suchenden Kunden mit vernetzten Lichtern schnell und einfach die Antworten liefern.

LEDs als In-Shop-Navi

Wie Engadget berichtet, ist es über intelligente Sensorik möglich, die Position von Kunden innerhalb eines Supermarktes zu erkennen. Spezielle Supermarkt-Apps könnten diese dann nutzen, um uns an die gewünschten Produkte zu lotsen. Quasi ein Navi für den verlorenen Käufer. Wie das funktionieren soll, zeigt folgende Grafik:

philips-intelligent-lighting-diagram

Direkt ist nicht gewollt

Die Idee klingt gut: Wie oft bin ich schon durch ein halbes dutzend Regalreihen geirrt, weil ich meine benötigten Zutaten fürs Abendessen einfach nicht finden konnte. Aber: Dass die Kunden nicht auf direktem Weg zu ihrem Wunschprodukt und anschließend zur Kasse gelangen, ist kein Zufall, sondern gewollt – Ikea lässt grüßen. Am Schluss kauft man mehr als man eigentlich wollte. Das freut natürlich den Händler.

Wenn die Kunden nun aber durch den Laden navigiert werden, mag das zwar ihre Zufriedenheit steigern, für die Umsätze wäre es sicher Gift. Wenn wir geleitet werden, schalten wir meist unsere Aufmerksamkeit und unserem Verstand aus. Diesem Effekt kennt man ja von zahlreichen kuriosen Unfällen, bei denen Autos in Flüssen oder U-Bahn-Unterführungen landen, weil Navigationsgeräte den Weg vorgaben.

Passive Kunden, die wie Zombies durch die Flure schlurfen und keine Werbebotschaften mehr aufnehmen – das ist der Albtraum aller Verkäufer. Insofern befürchte ich, wird die Philips-Idee nur wenig Anklang finden. Schade eigentlich, denn ich würde mich über ein „Einkaufs-Navi“ freuen.

Bild: Philips

 


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Jürgen Kroder

Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.

4 Kommentare

  • Stimme deinem Beitrag soweit zu, allerdings ist mir ein Punkt eingefallen, der keine Beachtung findet. Ich kann durch das Konzept bestimmte Produkte natürlich dem Kunden quasi vor die Füße legen. Wenn also Marken und Hersteller bevorzugt gekauft werden sollen, dann kann ich diese durch das Licht-Konzept gezielt dazu bewegen.

    Bedeutet: Läden könnten kleiner werden, die Auswahl geringer, dafür wird aber gezielter gekauft und eventuell der Kunde zu den teureren Produkten geleitet. Oder wie würdest du diesen Aspekt sehen?

  • @DanielB: Theoretisch könnte man das – praktisch sehe ich das aber nicht. Denn wenn ich beispielsweise nach Marmelade suche, dann gibt es nur ein Regal im ganzen Laden mit Marmelade. Wie soll mich die App dann auf die teurere hinweisen bzw. hinlenken?

    So verhält es sich auch mit anderen Produkten, denn diese sind ja meist nach Gattung sortiert und nicht nach Preisen kreuz und quer über den Laden verteilt.

  • Nunja, in meinem Stammsupermarkt kenne ich mich mittlerweile aus.

    Eine nette Idee aber warum nicht einfach im Zweifel die Mitarbeiter fragen?

    Ein Faktor mehr der dafür sorgt, dass wir bald alle wie die „Zombies“ auf das Smartphone glozend durch die Weltgeschichte laufen.

Kommentieren