„Mylar“: MIT entwickelt Plattform zum NSA-sicheren Browsen

Felix
von Felix

Die Abhör-Orgien des US-Geheimdienstes findet man nicht nur hierzulande unerträglich. Auch in den USA möchten viele Bürger das Ausspähen der eigenen Daten nicht hinnehmen. Eine Gruppe am „Massachusetts Institute of Technology“ – kurz MIT – entwickelt deshalb gerade an einer Plattform für sichere Webseiten. Beim Browsen sollen die Daten zu jeder Zeit verschlüsselt sein. Einfach so können sie dann nicht mehr abgefischt werden, selbst dann nicht, wenn die NSA direkt beim Betreiber eines Servers die Nutzerdaten anfordert.

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Die Entwicklung läuft unter dem Namen „Mylar“. Für Raluca Ada Popa, Leiterin des Projekts am MIT, ist die Notwendigkeit dafür eindeutig: Man kann Servern, denen man seine Daten preisgibt, nicht vertrauen. Der Ansatz von Mylar ist deshalb folgerichtig: Server sollen keine unverschlüsselten Informationen mehr speichern. Vielmehr sollen diese generell zunächst auf dem Endgerät des Nutzers verschlüsselt und anschließend nur geschützt übermittelt werden.

Sicherheit trifft auf Verkaufsinteresse

So toll sich die Idee zunächst anhören mag, sie ist eben auf die Mitarbeit von Internetdiensten und Server-Betreibern angewiesen. Wenn diese nicht mitziehen, funktioniert das System nicht. Und dies könnte durchaus ein Problem sein, schließlich arbeiten und verdienen nicht gerade wenige Unternehmen Geld mit Nutzerdaten – Stichwort personalisierte Werbung. Mylar ist dennoch nicht die einzige Plattform ihrer Art.

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Seit einigen Jahren gibt es immer wieder Versuche, ähnliche System zu entwickeln. Nach Angaben von Popa liegt der Vorteil ihres Systems aber vor allem in seiner Praktikabilität. Damit es nämlich auch von der Entwicklergemeinde angenommen wird, knüpft man an Meteor, eine populäre Open-Source-Plattform, an.

Noch befindet sich Mylar in der Entwicklungsphase. Nächsten Monat soll die Plattform aber offiziell auf dem Usenix Symposium vorgestellt werden. Bis diese dann für eine breite Öffentlichkeit erscheint, ist es aber noch ein langer Weg. Derzeit laufen lediglich einige kleinere Testläufe. Ob das System wirklich alltagstauglich ist, muss sich ebenfalls noch beweisen.

Bild: tr.robinson / Flickr (CC BY-SA 2.0)

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