#Belfie: Auf der Suche nach einem Trend, der (vielleicht) gar keiner ist

Jürgen Kroder

Duckface, Selfie oder Planking – nahezu wöchentlich gibt es einen neuen Internet-Trend, den man kennen muss. Das suggerieren uns zumindest viele Medien, meist aus der Boulevard-Ecke. Hier den Überblick zu behalten, ist zugegebenermaßen extrem schwer. So ist mir zum Beispiel der „Belfie“ erst heute beim ziellosen Herumsurfen untergekommen. Habe ich damit einen Hype verpasst? Bin ich nun „out“?

Der Belfie ist Po-pulär

Was ist überhaupt ein „Belfie“? Wer zuerst Wikipedia zur Aufklärung konsultiert, wird nicht weit kommen. Die Wissensdatenbank hat nämlich keinen Eintrag dazu. Seltsam, ansonsten steht hier doch alles, was (vermeintlich) wichtig ist.

Wer im zweiten Schritt Google befragt, besonders die Bildersuche, sieht sofort, worum es sich beim Thema handelt: um halbnackte Körperteile. Belfies sind Aufnahmen von knackigen Hinterteilen, eben „butt selfies“. Und die werden von Heidi Klum, Kim Kardashian und vielen anderen A- bis Z-Promis geschossen, um im Gespräch zu bleiben. Somit ist verständlich, warum gerade Bild.de, Cosmopolitan.de und Konsorten auf den Zug aufgesprungen sind und uns das als Trend verkaufen.

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belfies-bei-google

Auch Welt.de berichtete bereits darüber. Laut ihr sind Belfies ein „Pop-Phänomen“. Aha. Eher ein Pop-o-Phänomen, um im boulevardesken Jargon zu bleiben. Eines, das abgeht und die Massen mitreißt? Fragen wir mal Instagram. Wenn es einen Foto-Trend gibt, dann findet er hier statt. Das Ergebnis ist … ernüchternd. Die Instagram-Suche findet zwar über 20.000 #Belfie-Bilder, aber „hot“ ist das Thema damit nicht. Um in die Top-100 der beliebtesten Hashtags zu kommen, braucht es mindestens 36 Millionen Einträge. Also über das 1000-fache!

Kann man kennen. Muss man aber nicht.

„Dieser Trend ist für den A…“ titulierte Bild.de – und da muss ich ausnahmsweise mal zustimmen. Wie bei vielen Säuen … äh … Themen, die durchs Netz getrieben werden, erzeugen auch die „Belfie“-Stories viel Wind um nichts.

Klar, die Fotos von gut gebauten Hinterteilen sind schön anzusehen und sorgen bei den berichtenden Webseiten für klickträchtige Foto-Shows. Mehr aber auch nicht. Wie schön, dass ich nun weiß, dass ich nichts Wichtiges verpasst habe.

Bild: Screenshot/Google

 

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Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.