Naturschutz per Crowdfunding: Inselstaat Palau will seine Gewässer vor Überfischung schützen

Felix
von Felix

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Hierzulande verbindet man den Inselstaat Palau im Pazifik vor allem mit Urlaubsträumen am Strand. Wie viele andere Inseln, steht Palau aber vor großen Herausforderungen beim Umweltschutz. Die Republik versucht es deshalb auf neuen Wegen. Per Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo sammelt man derzeit Geld ein mit dem Ziel, auf kommerziellen Fischfang zu verzichten. Die Vielfalt akut bedrohter Arten soll so erhalten bleiben. Ist das eine neue und kopierbare Form des Naturschutzes?

Akut bedroht

Global gesehen erzeugt der kommerzielle Fischfang große Probleme. 80 Prozent der Bestände sind überfischt, die meisten großen Fischbestände sind längst verschwunden und 40 Prozent von dem, was aus dem Meer gezogen wird, ist Beifang.

Speziell das Palau-Archipel bietet aber eine besonders hohe Vielfalt: über 1.300 Fischarten, 700 Korallen und über 100 verschiedene Haie und Stechrochen. Durch kommerziellen Fischfang sind diese jedoch akut bedroht. Gute Gründe also, hier schnell die Reißleine zu ziehen.

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Tatsächlich hat man sich viel vorgenommen. Insgesamt soll eine Fläche von der Größe Frankreichs geschützt werden. Man will nichts Geringeres als das weltweit erste „Marine Sanctuary“ schaffen. Für Haie wurde dort bereits 2009 eine solche Schutzzone errichtet.

Umweltschutz ab fünf US-Dollar

Die Indiegogo-Kampagne ist clever angelegt. Initiiert wurde sie vom Fund for a Sustainable Palau, einer Wohltätigkeitsorganisation aus den USA. Die Finanzierungsziele sind gestaffelt. Für 100.000 US-Dollar wird eine bestehende Studie fortgesetzt, die Basisdaten über die Fischerei um die Insel herum sammelt. Für 250.000 US-Dollar gibt es zusätzlich eine Studie über ökonomischen Auswirkungen und Möglichkeiten für Öko-Tourismus-Konzepte.

Ab 500.000 US-Dollar soll ein Drohnenprogramm implementiert werden, das illegale Fischerei überwacht und für eine Millionen US-Dollar soll weitere Technologie auch auf Booten integriert werden.

Die Ziele motivieren also und man braucht nicht viel Geld, um mitzumachen. Ab fünf US-Dollar ist man dabei und das beste: durch den Kooperationspartner NYC Friends of Palau verdoppelt sich die Spende (zumindest bis zur Grenze von insgesamt 20.000 Dollar).

Belohnt werden die Spender je nach Betrag mit Dokus, T-Shirts und Namensnennungen. Die spannendste Belohnung erhält man aber leider erst ab einem Betrag von 10.000 Dollar. Dafür darf man nämlich mit dem Model Amber Arbucci schwimmen gehen und mit dem Präsidenten Tommy Remengesau dinieren.

Beispiel könnte Schule machen

Die Idee zum Umweltschutz per Crowdfunding ist toll. Bisher sind mir jedoch auf den bekannten Plattformen nur sehr weniger solcher Projekte untergekommen. Zeit also, mit erfolgreichen Beispielen aufzuwarten.

Dabei ist es sicherlich eine gute Idee, einen Partner im Boot zu haben, der wie in diesem Fall auf die Spendensumme etwas drauflegt. Leider ist die Beteiligung bisher verhalten. Von der ersten Schwelle bei 100.000 US-Dollar ist man noch weit entfernt. Knapp zwei Wochen bleiben aber noch, um sich am Projekt zu beteiligen.

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Bild: Indiegogo

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Internetabhängiger der ersten Generation, begeistert sich für Netzpolitik, Medien, Wirtschaft und für alles, was er sonst so findet. Außerdem ist er ein notorisches Spielkind und hält seine Freunde in der „echten Welt“ für unverzichtbar.