Pionierleistung der Deutschen Post: Drohne Paketcopter nimmt den regulären Flugbetrieb auf

Jürgen Kroder
Pakete per Drohne verschicken? Domino's testet das schon länger
Pakete per Drohne verschicken? Domino's testet das schon länger
Pakete per Drohne verschicken? Domino’s testet das schon länger

Seit ein paar Jahren sind sie nicht mehr wegzudenken: Drohnen. Die Entwicklung der Fluggeräte erlebt aktuell einen Boom. Immer mehr Firmen denken darüber nach, die fliegenden Roboter einzusetzen – von Ideen wie „Dönercopter“, über Pizzaketten bis hin zu Amazon. Und die Deutsche Post ist nun auch dabei.

Die Post-Tochter DHL testet gerade in Deutschland ihren sogenannten „Paketcopter“. Der soll in den folgenden Monaten regelmäßig Pakete von der niedersächsischen Hafenstadt Norden zur Insel Juist fliegen. Erste Testflüge fanden bereits statt, ab dem 26. September wird der offizielle Betrieb aufgenommen.

Der gelbe Flugobjekt wird autonom die Distanz von zwölf Kilometer zurücklegen. Per Autopilot fliegt die Drohne in 50 Metern Höhe mit bis zu 65 Stundenkilometern hin und her. Eine Bodenstation in Norddeich verfolgt allerdings die Flugbewegungen des Experimental-Flugverkehrs, der erstmals dazu dient, Medikamente zu einer Insel-Apotheke zu bringen.

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Drohnen-Pionierleistung

Obwohl die Flugsicherung wie auch die Nationalpark-Verwaltung des Wattenmeers ihre Freigabe erteilt haben, muss jeder einzelne Flug des Roboters angemeldet werden – aus Sicherheitsgründen. Das Experiment ist übrigens ein Novum: Mit dem Paketcopter darf zum ersten Mal ein unbemanntes Luftfahrzeug ohne Piloten in Sichtweite eine Transportaufgabe übernehmen. Damit ist DHL seinen Mitbewerbern wie beispielsweise Google und Amazon einen Schritt voraus. Die hatten von der US-amerikanischen Flugsicherung keine Freigabe erhalten.

Wird die Post nach dem Experiment Drohnen regulär einsetzen? Dazu gäbe es laut dem Unternehmen jetzt noch keine Pläne. Nur wenn es ökonomisch sinnvoll und vertretbar ist, könne man sich vorstellen, dünnbesiedeltes Gebiet mit den Flugkörpern zu beliefern. Dass bald überall Flugroboter durch die Luft surren, wird es also zumindest in naher Zukunft nicht geben. Und das ist auch gut so, denke ich.

Ein zweischneidiges Schwert

Obwohl ich ein Freund der Science-Fiction-Vorstellung bin, dass Roboter, Autos und Menschen zunehmend die dritte Dimension erobern und somit der nähere Luftraum über uns genutzt wird, so sehr fürchte ich mich auch davor. Es gibt einfach noch zu viele ungeklärte Fragen. Zum Beispiel: Wer regelt den Betrieb über unseren Köpfen? Was ist mit den Risiken von Kollisionen und Abstürzen? Wie reagieren Vögel, Insekten und andere Tiere auf die neuen Himmelsstürmer?

Außerdem denke ich mir: Machen Paket- und Pizzadienste über den Luftweg wirklich Sinn? Ist das ökologisch sinnvoll? Animiert uns eine derart flotte Zustellung nicht dazu, zunehmend unnötig Pakete zu bestellen und sie zurück zu senden? Und neben der Umweltverschmutzung kommt eine weitere Form der Verschmutzung dazu: die durch Lärm. Schon jetzt gehöre ich aufgrund des Frankurter Flughafens zu den Fluglärm-Geplagten. Wenn ich mir vorstelle, dass zusätzlich Drohnen über unser Haus hinwegdröhnen – nein, danke!

Somit verfolge ich das Vorhaben von DHL & Co. mit technischem Interesse und SciFi-Faszination. Aber als „normaler“ Mensch macht mir die Drohnen-Vision irgendwie Angst.

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Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.