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Rocket Internet ab Donnerstag an der Börse – ist die IPO nur Schall und Rauch?

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geschrieben von Felix

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Am Donnerstag, den 2. Oktober kommt der vermeintliche Superstar der deutschen Internet-Ökonomie an die Börse. Erwartet wird ein rekordverdächtiger Start, wie ihn die deutsche Börse schon seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Zur hohen Nachfrage im Vorfeld und den ebenso hohen Erwartungen gesellen sich aber auch eine Menge Zweifel über die Nachhaltigkeit und den Erfolg des Geschäftsmodells.

Schlechter Ruf voraus

Die Samwer-Brüder dürften wohl jedem ein Begriff sein, der sich in der deutschen, aber auch internationalen Startup-Szene auskennt. Ihren Ruf haben sie sich vor allem als Copycats verdient, denn ihre Stärke ist es, Geschäftsmodelle zu kopieren und sie in anderen Ländern zu vermarkten.

In Börsenlogik ist das erst einmal gar nicht so schlecht, denn gemeinhin eilt Rocket auch der Ruf voraus, sich auf profitable Unternehmen bzw. Geschäftsmodelle zu stürzen. Zudem besitzt die Firma das Know-how, um die entsprechenden Unternehmen schnell wachsen zu lassen.

Große Zahlen machen Eindruck

Der Hype um Rocket Internet geht an der Finanzgemeinde nicht vorbei. Die Nachfrage ist vor allem von institutioneller Seite aus überaus hoch. So sehr, dass der Börsengang, der ursprünglich am 9. Oktober stattfinden sollte, nun bereits am Donnerstag, den 2. Oktober erfolgt.

Die Preisspanne von 35,50 bis 42,50 Euro bleibt dabei aber unverändert. Bis zu 1,6 Milliarden Euro könnte Rocket Internet dadurch einnehmen. Vorbörslich liegen die Aktien jetzt bereits um bis zu 30 Prozent über dem Ausgabepreis. Der Unternehmenswert würde sich damit auf insgesamt 6,7 Milliarden Euro erhöhen. Aller Voraussicht nach wird es der größte Börsengang seit der IPO von Motorenbauer Tognum im Jahr 2007.

Mangelnde Aktivität kann man dem Unternehmen nicht vorwerfen. Mittlerweile ist Rocket mit ca. 50 Unternehmen in 116 Ländern aktiv. Einen genauen Überblick zu bekommen ist jedoch nicht leicht.

Rocket hausiert vor allem mit seinen „Proven Winners“, also die Crème de la Crème der Beteiligungen. Die Liste enthält elf Unternehmen, darunter Modehändler Lamoda aus Russland, Elektronikhändler Lazada aus Südostasien oder der internationale Möbelhändler Westwing.

Mangelnder Profit macht Bauchschmerzen

Als wirkliche Gewinnbringer müssen sich aber auch die Proven Winners erst noch beweisen. Bisher schreiben die Unternehmen nämlich noch rote Zahlen. Mit einem Verlust von lediglich 800.000 Euro steht das Modeunternehmen Dafiti noch am nächsten an der Gewinnschwelle.

Das alleine gibt bereits zu denken. Sorgen macht aber auch, dass Rocket Internet nicht etwa am „normalen“, umfänglich geregelten Prime Standard Markt gelistet wird, sondern am Entry-Standard Open Market, ehemals bekannt unter Freiverkehr.

Der wesentliche Unterschied liegt dabei in den Veröffentlichungs-/Bilanzierungspflichten. Börsengelistete Unternehmen müssen hier hohe Anforderungen an Transparenz, Eigenkapital, Blianzierung und vieles mehr erfüllen. Diese Hürden sind bei einer Listung im Entry-Standard deutlich geringer. Das gibt Rocket sogar im Börsenprospekt zu. Da heißt es, dass sich derzeit der Gesamtverlust aller Beteiligungen nicht ermitteln lässt.

Das ist nach Einschätzung von zahlreichen Analysten und Anlegerschützern eine wenig vertrauenswürdige Sachlage. Bei einem Investment sehen sie ein entsprechend hohes Risiko. Zu allem Überdruss kommt dann sogar noch der Umstand hinzu, dass Rocket mit seiner IPO-Marktkapitalisierung von bis zu 6,7 Milliarden Euro auf einen Schlag höher bewertet wäre als die Lufthansa. Die liegt derzeit bei ca. 5,8 Milliarden Euro.

Wer nicht wagt…?

Alles in allem überwiegen nach meiner Einschätzung die Risiken die Chancen deutlich. Angesichts der starken institutionellen Nachfrage bei der Zeichnung und des hohen vorbörslichen Preises könnte es sich mal wieder kurzfristig lohnen.

Das gilt aber auch nur, wenn man es schafft, bis zum 1. Oktober Aktien zu zeichnen. Das widerum geht nur, wenn Eure Bank dies anbietet. Mit einem längerfristigen Interesse sollte man aber eher vorsichtig sein. Das zumindest legt das aktuelle Medienecho nahe.

Was meint Ihr, ist Euch Rocket ein Investment wert? Zu welchem Preis, mit welchem Zeithorizont?

Bild: Wikipedia


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Über den Autor

Felix

Internetabhängiger der ersten Generation, begeistert sich für Netzpolitik, Medien, Wirtschaft und für alles, was er sonst so findet. Außerdem ist er ein notorisches Spielkind und hält seine Freunde in der „echten Welt“ für unverzichtbar.

5 Kommentare

  • Ohmann, wie wärs wenn ihr nur „Börsentipps“ veröffentlichen würdet, wenn ihr auch einen Autoren hättet, der Ahnung davon hat?

    • Wie wärs, wenn du nicht pauschalisieren und verallgemeinern würdest (drei Wirtschaftsthemen in drei Wochen ≠ „nur Börsentipps“)? Unser Autor setzt sich hier mit dem Thema aus seiner subjektiven Sicht auseinander. Wenn du eine andere hast – nur her damit. Aber mit solch einem Kommentar ist nun wirklich niemandem geholfen.

  • Mit „Autor“ meinst du wohl das ominöse Kürzel „fX“, von dem ich auf die Schnelle noch nicht mal den echten Namen ermitteln konnte.

  • Es kam wohl wie es kommen musste. Offensichtlich hat aber nicht jeder deutlich fallende Kurse erwartet sonst hätten Anleger nicht vorbörslich auf Lang & Schwarz die Kurse so hoch getrieben und zum Handelsstadt gekauft.,

    Fakt ist das Rocket Internet ein extrem undurchsichtiger Laden ist, der Wert der Beteiligungen ist für den Otto Normalanleger nicht ansatzweise zu erahnen und das Unternehmen selber geht davon aus dass einige Beteiligungen niemals Gewinne schreiben werden.

    Kurzum man kauft hier die klassische Katze im Sack, wovor ich ebenfalls eindringlich gewarnt habe. Warren Buffet würde diese Aktien, mangels Verständnis für das Geschäftsmodell, sicherlich nicht in sein Portfolio legen.

    Die beiden Aktien bleiben aus meiner persönlichen Sicht aber hervorragende Short-Kandidaten bis sich der Börsenwert ca. gedrittelt hat. Hier trifft dann wohl die Bewertung auf die Realität.

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