Google straft illegalen Content ab – mit unerwünschten Nebeneffekten

Felix
von Felix

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Google

Letzten Monat hat Google Anpassungen an seinem Algorithmus vorgenommen. Seiten mit vermeintlich illegalem Content stehen seither deutlich weniger prominent in den Suchergebnissen. Knapp einen Monat später zeigt sich, dass die Abwertung der einschlägigen Seiten zwar geklappt hat, dafür sind jedoch andere mit ähnlichem Content aufgewertet worden. Dementsprechend wird nun nicht nur der Nutzen der Maßnahme angezweifelt, viele sehen nun auch die Gefahr, dass vermehrt Viren und andere Schädlinge verbreitet werden.

Industrie ist zufrieden

Mit der Entscheidung, einschlägige „Piraterie-Seiten“ herabzustufen, hat Google sicherlich auch dem großen Druck der Industrie, insbesondere der Motion Picture Association of America (MPAA) nachgegeben.

Aus dieser Ecke ist man ohnehin für harte, nicht immer ganz nachvollziehbare Positionen bekannt. So sagte beispielsweise Robert Thomson, der CEO von News Corp., kürzlich, dass Google ohnehin eine Piracy-Plattform sei.

Seit der Herabstufung einschlägiger Seiten ist man nun aber wieder ganz versöhnlich, denn die ersten Ergebnisse scheinen die Popularität dieser Seiten tatsächlich zu beschränken. Dies zeigt ein Ranking, das Searchmetrics erstellt hat. Plattformen wie Movie2k stehen dabei ganz weit oben in der Verliererliste.

Nutzer suchen trotzdem weiter

Die Herabstufung ist aber natürlich nur die eine Seite der Medaille. Die Google-Entscheidung hat nämlich (erwartungsgemäß) nicht dazu geführt, dass nun weniger vermeintlich illegale Inhalte gesucht werden. Zumindest konnte ich das mit einigen Suchen bei den weltweiten Google Trends nicht feststellen (z.b. nach: „download movies“, „watch free movies“).

Wie Torrentfreak nun berichtet, hat dieser Umstand dazu geführt, dass zahlreiche unbekannte Seiten im Ranking plötzlich massiv nach oben gerutscht sind. Kickasstorrents.link oder yify-movies-official.com beispielsweise. Es sind aber deutlich mehr als diese beiden. Ob diese Seiten wirklich bessere Inhalte liefern als die großen bekannten, darf berechtigterweise bezweifelt werden. Die unmittelbare Konsequenz daraus: Google findet nun schlechtere Ergebnisse; und nicht etwa legalere.

Alarm der Malware-Seiten?

Ein weiterer, sehr unangenehmer Effekt sind die zunehmenden Beschwerden über Malware-Seiten in diesem Kontext. Vor der Umstellung waren die einschlägigen Portale zwar rechtlich-moralisch zweifelhaft, sie waren aber in der Regel nicht unbedingt schädlich.

Bei den kleineren, unbekannteren Geschwistern der abgestraften Seiten tut man nun aber gut, etwas vorsichtiger zu sein und seinem Virenprogramm im Zweifel zu glauben. Schließlich will man ja nicht Teil eines Bot-Netzwerks werden.

Die Empfehlung von Torrentfreak: am besten Google den Rücken kehren und auf Bing ausweichen.

Nun auch noch die Porno-Industrie

Im Falle von Google sieht es jedenfalls nicht so aus, als sei hier mit einer baldigen Änderungen der Anti-Piracy-Politik zu rechnen.

Neuer Druck auf Google ist nämlich schon im Anmarsch.  Gerade hat die Porno-Industrie Google aufgefordert, gemeinsam die Piraterie zu bekämpfen. Ob damit dann weniger illegaler Porno gesucht wird darf ebenfalls stark bezweifelt werden.

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Internetabhängiger der ersten Generation, begeistert sich für Netzpolitik, Medien, Wirtschaft und für alles, was er sonst so findet. Außerdem ist er ein notorisches Spielkind und hält seine Freunde in der „echten Welt“ für unverzichtbar.