Sony droht Medien nach Hacker-Leak: Gestohlene Informationen dürfen nicht verwendet werden

Felix
von

Sony-logo-wallpaper

Entertainment-Riese Sony kommt aus den schlechten Nachrichten nicht heraus – und gießt sogar noch weiteres Öl ins Feuer. Nach den Hacker-Angriffen der letzten Wochen schwingt Sony nämlich nun die Juristen-Keule und droht zahlreichen US-Medien mit Klagen, sollten sie über die gestohlenen Dokumente berichten. Die Medien sind erwartungsgemäß „not amused“ über die Drohnung. Nicht einmal die US-Filmvereinigung MPAA steht Sony mit seiner Forderung beiseite. Aus PR-Sicht manövriert sich Sony selbst immer mehr ins Abseits.

Juristische Einschüchterungsversuche

Seit letztem Monat steht Sony in denkbar schlechtem Licht. Durch vermeintlich mangelnde Sicherheitsmechanismen gelang es Hackern, massenhaft Daten der Sony Pictures Entertainment zu erbeuten. Nach und nach kommen seither Details über Interna an Licht, beispielsweise sensible Informationen über Sony-Mitarbeiter.

Am Sonntag ging laut Reuters bei zahlreichen bekannten Medienhäusern ein Schreiben der Sony Pictures Entertainment ein. Darin fordert Sony die entsprechenden Medien auf, keine Informationen zu veröffentlichen, die im Rahmen des Hacks an die Öffentlichkeit gerieten.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück Apple AirPods gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Die Liste der Medienhäuser, an die das Schreiben ging, ist offenbar lang. Sie enthält neben der New York Times, dem Hollywood Reporter oder Gawker zahlreiche andere Medientitel. Wer sich nicht an die Aufforderung hält, dem droht Sony mit Schadenersatzforderungen.

Erwartbare Reaktion?

Die Erfahrung lehrt, dass Drohungen, bzw. Versuche, Medien das Wort zu verbieten nicht sonderlich gut ankommen. Ganz egal ob man eine Firma ist oder der Bundespräsident. Dementsprechend kündigen einige Medien (z.B. Gakwer) jetzt bereits Ungehorsam an. Erstaunlicher Weise halten sich viele andere jedoch erst einmal mit Gegenattacken zurück. Bei der New York Times beispielsweise formuliert man es etwas verklausuliert:

„Any decisions about whether or how to use any of the information will take into account both the significance of the news and the questions of how the information emerged and who has access to it.“

Man könnte also vermuten, dass die Medienhäuser aktuell ihre Rechtsabteilungen prüfen lassen, wie man mit der scharf formulierten, drei-seitigen Drohung umgehen will.

Mit etwas erstaunen nehmen die meisten Beobachter zudem zur Kenntnis, dass bislang niemand Sony beiseite steht, weder andere Studios, noch die US-Filmvereinigung MPAA, die eigentlich für einen scharfen Kurs gegen alle Arten von Piraterie bekannt ist. Stattdessen verweist man häufig auf die spezielle japanische Firmenkultur bei Sony, die von Geheimhaltung und eben nicht von Offenheit geprägt ist.

Weitere Leaks und sinkendes Firmenimage

Von den Sony-Drohungen unbeeindruckt zeigen sich indes die Hacker. Für Weihnachten kündigen sie weitere Enthüllungen an. Gerade wurde bereits bekannt, dass den Hackern auch eine frühe Version des Drehbuchs zum neuen „James Bond“-Film in die Hände gefallen ist.

So wie ich das einschätze, wird die juristische Drohung für Sony vermutlich nach hinten losgehen. Medien den Mund zu verbieten scheint schwierig bis unmöglich, zumal in den USA die Pressefreiheit ein hohes Gut ist. Ganz davon abgesehen, dass ja nicht nur US-Medien über die Hacks berichten.

Jetzt bereits schadet Sony die harte Gangart. Ich selbst kann mich auch an kein Beispiel erinnern, bei dem Angriffe und Drohungen zur Krisenbewältigung beigetragen hätten. Im Gegenteil. Wenn man schon nicht offen mit den Problemen umgehen will, wäre zumindest Schweigen die bessere Strategie gewesen.

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

Bild: Logo / Sony

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Praktikant/in Social Media (m/w/d)
Kids Camp America Gmbh in München, Frankfurt am Main...
Social Media Marketing Manager (d/w/m)
BavariaDirekt in München
Praktikant (w/m/d) Marketing & Social Med...
Bübchen Skincare GmbH in Düsseldorf
Junior Sales Manager (m/w/d) Online Marketing
Sellwerk GmbH & Co. KG in Düsseldorf, Dormagen, Duis...
Software Sales Manager / Software Business De...
RAYLASE GmbH in Wessling
Marketing Content Specialist (all genders)
The Boston Consulting Group GmbH - BCG in München
Projektmanager Digital / Social Media (w/m/d)...
Heimrich & Hannot GmbH in Köln
Digital Excellence Manager Oncology befristet...
AstraZeneca in Hamburg
THEMEN:
Teile diesen Artikel
Folgen
Internetabhängiger der ersten Generation, begeistert sich für Netzpolitik, Medien, Wirtschaft und für alles, was er sonst so findet. Außerdem ist er ein notorisches Spielkind und hält seine Freunde in der „echten Welt“ für unverzichtbar.