Digitales

Apple prescht vor: 14-tägiges Rückgaberecht für iTunes-Einkäufe eingeführt

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geschrieben von Jürgen Kroder

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Zum Jahresende gibt es aus Cupertino noch ein kleines Geschenk: iTunes-Einkäufe können ab nun – mit kleinen Einschränkungen – bis zu zwei Wochen nach dem Kauf zurückgegeben werden. Damit erfüllt Apple mit voreilendem Gehorsam die Vorschlägen aus der Politik. 

Neues, kulantes Rückgaberecht

Wenn man bislang aus Versehen eine iOS-App kaufte oder diese nicht den Vorstellungen entsprach, konnte man eine Stornierung beantragen. Das sollte schnell geschehen und war mit etwas Aufwand verbunden. Jetzt macht es Apple seinen Kunden leichter, Apps erstmals in Ruhe zu testen und dann Fehlkäufe zu reklamieren. Denn ab nun gilt ein neues Widerrufsrecht.

Bis zu 14 Tage nach dem Kaufe können die bei iTunes erworbenen Downloads reklamiert und zurückgegeben werden. Hierzu muss man Apple informieren, indem man die „Problem melden“-Funktion nutzt. Innerhalb von zwei Wochen wird einem dann der Betrag erstattet. Die neue Kulanz-Regelung gilt für Einkäufe in iTunes, ausgenommen davon sind iTunes Match, Staffel-Pass, Multi-Pass, iTunes Geschenke und Guthaben-Konten.

Zwei Wochen lang Apps testen und dann zurückgeben – ist bei Apple nun die große Wohltätigkeit ausgebrochen? Vielleicht. Aber vielleicht hat man auch vorauseilenden Gehorsam geleistet. Denn in Deutschland und der EU wird seit einigen Monaten ein Rückgaberecht für digitale Güter diskutiert.

Gute Regelung? Kommt auf die Sichtweise an

Apples Vorstoß ist erstaunlich. Damit hebt sich Cupertino von seinen Mitbewerbern ab, die meist nur kürzere Rückgabezeiträume gewähren. Eine gute Sache. Oder? Für den Verbraucher kann man mit einem eindeutigen Ja antworten. Was man aus dem `stationären und Online-Handel gewohnt ist, gilt nun auch in der digitalen Welt – zumindest bei iTunes. Weitere Download-Shops werden sicherlich bald nachziehen.

Ziehe ich aber die Brille der Anbieter auf, so habe ich mit denen etwas Mitleid. Für sie bedeutet es, dass der Kunde zwei Wochen lang ihre Werke nutzen kann, ohne dafür einen Cent zu bezahlen. Beispielsweise Games-Entwickler, deren Apps man in diesem Zeitraum durchspielen kann, und Buch-Autoren könnte die neue Regelung hart treffen. Ich bin sehr gespannt, wie diese auf das neue Widerrufsrecht reagieren werden.

Positiv oder negativ: Wie seht ihr das neue Widerrufsrecht bei iTunes?

Bild: Apple


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Über den Autor

Jürgen Kroder

Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.

5 Kommentare

  • Natürlich eine Erleichterung für den User. Nicht jede App verfügt über eine kostelose Lite/Demo Version. So kann man in Ruhe testen, ob es auch wirklich das Produkt ist, das in der jeweiligen Werbung beschrieben wird.

  • Für Bücher ist das nicht neu, Amazon hatte immer schon eine Woche Rückgabefrist bei E-Books ebenso wie gedruckten Büchern und diese dieses Jahr eben wegen der EU-Regeln auf 2 Wochen erweitert.

    Als E-Book-Autor ärgert mich zwar, daß so Leute sich durch meine Bücher durchlesen und die wieder zurückgeben können, aber wer das mehr als ein, zweimal macht, fällt auf und es wurden Kunden deshalb schon gesperrt. Das wird bei Apple nicht anders sein als bei Amazon und da man zumindest bei Amazon auch mal aus Versehen was kaufen kann mit One-Klick ist mir das so auch lieber als wenn jemand sich nachher ärgert, weil er mein Buch gar nicht wollte. Und der Unterscheid zwischen einer und zwei Wochen dürfte marginal sein.

    Bei Musik ist es ein Novum, die konnte man bislang nicht zurückgeben, wobei, einmal habe ich das bei Apple getan, weil das Album übersteuerte im Ipod, das wurde akzeptiert.

    Bei Apps halte ich es für sinnvoll, da steigt das geschäft so vielleicht, weil man sich nun traut, auch eine kostenpflichtige App auszuprobieren. Denn da weiß man eben nach 15 Minuten und auch nach 24 Stunden oft noch nicht, ob sie das tut, wofür man sie haben will. Wenn dann 4x soviele Leute eine App kaufen und die Hälfte sie zurückgibt, ist immer noch was gewonnen. Im gegensatz zu Buch oder Musik muß man hier ja nicht damit rechnen, daß der User mit der App „durch“ ist und sie deshalb zurück gibt, von schlechten Spielen mal abgesehen.

  • Wenn man die geänderten Verkaufsbedingungen durchliest, dann stößt man sehr schnell auf diesen Passus:

    Ausnahme zum Widerrufsrecht: Sie können eine Bestellung für digitale Inhalte nicht widerrufen, wenn die Lieferung mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung und Ihrer Kenntnisnahme, dass Sie dadurch Ihr Widerrufsrecht verlieren, begonnen hat.

    Daher bin ich noch etwas skeptisch. Spätestens wenn Apple einen entsprechenden Hinweis nachrüstet, wissen wir, woran wir sind.

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