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Konkurrenzkampf im Trendmarkt: Mobile-Payment-Lösungen von Apple, Google und Co.

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geschrieben von Felix

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Es tut sich was im Bereich Mobile Payment. Mit seinem neuen Payment-Dienst hat sich Apple vorgenommen, der neue Platzhirsch zu werden. Zahlreiche andere Anbieter zeigen aber nun nach und nach mit weiteren Alternativen große Ambitionen. Erwartungsgemäß sind dabei vor allem die großen, bekannten Namen vertreten, insbesondere Google, PayPal oder Samsung. Sogar Messaging-Anbieter Line hat gerade seinen Bezahldienst vorgestellt. Offenkundig tut sich also etwas im Bezahlbereich, die Chancen stehen gut, dass am Ende des Tages Verbrauchern das Leben leichter gemacht wird.

Mobiles Bezahlen liegt 2015 im Trend

Spätestens mit der Ankündigung von Apple Pay im letzten Jahr war klar, dass sich da ein Markt mit großem Potenzial auftut. Nach meinem Geschmack war das auch längst überfällig, zumindest habe ich die Vorherrschaft von Plastikkarten und Bargeld schon lange als störenden Ballast empfunden. Zudem gab es ja im Bitcoin-Bereich schon längst brauchbare Lösungen, kaufen kann man damit aber bisher eher wenig. Auch Google hatte mit seiner Wallet, das es schon eine Weile lang gibt, in dieser Hinsicht bisher eher mäßigen Erfolg.

Seit Apple seinen Payment-Service ins Leben gerufen hat, war zu erwarten, dass sich nun etwas ändert. Bisher ist die Liste der Angebote allerdings auch noch überschaubar. Allem Anschein nach, springen aber nun immer mehr Anbieter auf den Zug auf.

Suche nach Partnern und Standards

Im Prinzip funktionieren die Mobile Payment Lösungen der verschiedenen Anbieter ähnlich. Man hinterlegt Konto- bzw. Kreditkartendaten und bezahlt dann kontaktlos via NFC (near field commuication), bei manchen Anbietern auch mit QR-Code. Grundsätzlich geht es ja darum, die Bezahlung mit Magnetstreifen abzulösen.

So einfach sich das anhört ist es aber nicht. Vielmehr ist die Ablösung der Magnetstreifen technisch recht voraussetzungsvoll. Während die Bezahlung mit QR-Codes vergleichsweise unkompliziert ist, benötigt die NFC-Bezahlung die richtigen Geräte. Die existieren jedoch erst in begrenztem Umfang. Im Falle Apple Pay müssen sie von vielen Händlern erst noch angeschafft werden.

Gerade das ist für viele Apple-Konkurrenten aktuell ein entscheidender Ansatzpunkt. So arbeiten beispielsweise Wallmart wie auch Samsung an Lösungen, die ohne extra Neuanschaffungen durch die Händler mit bestehenden Bezahlgeräten auskommen.

Unterschiedliche Lösungsansätze

Walmart arbeitet aktuell an CurrentC, einem System, das auf QR Codes setzt. Diese Technik funktioniert auch mit älteren Smartphones und spart Geld, weil sie ohne Kreditkartenfirmen mit hohen Transaktionskosten auskommt. Geld wird aufgeladen oder einfach vom Konto abgebucht.

Im Vergleich dazu setzt Samsung auf LoopPay, das zusätzlich zum NFC-Funk auch die Magnetic Secure Technik (MST) einführt. Dazu benötigt man zwar auch eine Kreditkarte, kann aber im Vergleich zur Apple-Lösung bestehende Bezahl-Terminals nutzen. 30 Millionen Läden sind nach Angaben von Samsung so bereits ausgestattet.

PayPal geht einen etwas anderen Weg. Gerade hat das Unternehmen einen eigenen Kartenleser vorgestellt, der NFC beherrscht, Pin- und Debitkarten verwenden und Smartphones auch via Bluetooth koppeln kann. Zwar stehen die genauen Preise noch nicht fest, es ist aber zu erwarten, dass PayPal mit diesem Ansatz Händlern ein günstiges Gerät bereitstellen kann, ohne dass diese zuerst große Investitionen unternehmen müssen.

Auch Google Pay wird wohl via NFC funktionieren, vermutlich ergänzt durch biometrische Angaben. Genaue Details sind aber noch nicht bekannt. Es wird sich zeigen, wie man hier mit dem Problem bestehender Terminals umgeht.

Langer Weg?

Wie es sich im Moment darstellt, laufen die Tests erst einmal in den USA. Mit etwas Glück, werden sich auch hierzulande die modernen Bezahllösungen bald durchsetzen.

Ich freue mich darauf, glaube aber, dass es noch ein langer Weg ist, bis man auch in der Kneipe um die Ecke ohne Bargeld auskommt.

Bild: HLundgaard / Wikimedia


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Über den Autor

Felix

Internetabhängiger der ersten Generation, begeistert sich für Netzpolitik, Medien, Wirtschaft und für alles, was er sonst so findet. Außerdem ist er ein notorisches Spielkind und hält seine Freunde in der „echten Welt“ für unverzichtbar.

10 Kommentare

  • Ich habe mal den Text etwas korrigiert:

    … die Chancen stehen gut, dass am Ende des Tages Verbrauchern mehr Geld aus der Tasche gezogen wird.

    Die ganze Pay Dienstleister sind weitere Kosten die der Kunde am Ende trägt. Mal offen, aber eher verdeckt.

    Zahlt besser in bar!

    Und noch was: Du empfindest Bargeld als Ballast? Ist es erstmal weg, wirst du noch mehr zum erpressbaren Sklaven. Hinterfragt doch mal die Entwicklungen!

  • „ein langer Weg, bis man […] ohne Bargeld auskommt.“

    Hoffentlich ein sehr, sehr langer. Denn wie schon in manchen Onlineshops ausschließlich mit Paypal gezahlt werden kann, wird es dann Geschäfte geben, die kein Bargeld nehmen. Und ich will nicht, dass NSA und Industrie auch noch über jeden ausgegebenen Cent und jeden getrunkenen Kaffee informiert werden. Zudem verursacht es Mehrkosten für die Händler, die natürlich umgelegt werden.

    Warum bist Du so scharf auf diese Art der Bezahlung?
    Handy entsperren, App starten, u.U. Barcode scannen, Summe checken. Vorher vielleicht noch ins hauseigene WLAN einloggen, weil das Mobilnetz nicht das Beste ist. Ist das wirklich schneller als einen Fünfer zu zücken und „Stimmt so“ zu sagen? Wie ist das überhaupt mit Trinkgeld, zahlt man das dann nochmal extra (in Bar)?
    Wohin wird die Vielzahl unterschiedlicher Systeme führen? Erinnert mich an die USA vor Jahrzehnten, wo man vor jedem Restaurant erst mal geguckt hat, ob die eigene CC akzeptiert wird.

    Dabei ist Bargeld so genial! Flexibel, anonym und es funktioniert überall, ohne vollen Akku, Netz, Technik und ist, jepp, schnell! Eine gute Kassiererin hat schon einen Teil des Wechselgeldes in der Hand, noch bevor der Kunde weiß welchen Schein er zückt. Dann ist Barzahlung schneller als alle anderen derzeitigen Bezahlmethoden.
    Ja, die Oma, die ihre 9,76€ mit Cent-Münzen zahlt, nervt! Genauso nerven falsch eingegebene Geheimnummern, oder das Kontrollieren der Quittung des Wocheneinkaufs, bevor unterschrieben wird.
    Cent-Münzen reduzieren und 1 und 2€ Scheine einführen – das würde ich mir wünschen. Wobei ich mich frage, warum Du Plastikgeld als „Ballast“ empfindest. Zwischen Perso, Führerschein, Gesundheitskarte usw. stört Dich ein weiteres 3g Kärtchen?

    Jetzt bin ich auf Deine Argumente pro Mobile-Payment gespannt. 😉

    • Ach Matthew, ich kann all deine Argumente nachvollziehen. Für mich ist es trotzdem ziemlich einfach: ich empfinde es als überflüssig in Schlagen zu stehen, Bargeld zu organisieren, darauf zu warten, dass ich endlich zahlen kann. In meiner idealen Welt geh ich durch eine Bezahlschranke, gebe per Knopfdruck das Geld mobil frei und fertig.
      Und btw: für alle, die sich um Überwachung sorgen, kann ich nur unsere Serie zum Bitcoin empfehlen. Leider ist der halt noch weit davon entfernt, gängiges Zahlungsmittel zu sein.

  • Aber das erreichst Du doch nicht mit den oben beschriebenen Bargeld- und Kartenalternativen. Da musst Du schon sämtliche Waren mit RFID ausstatten.
    Damit ginge es wirklich schneller, ohne Ein- und Ausräumen des Warenkorbs und ohne merkbaren Zahlvorgang (und ohne Kontrolle).

    In Bitcoin sehe ich bei den Kursschwankungen leider keine Währung, eher eine Anlage für Zocker. Ob sich das irgendwann mal ändert, wird sich zeigen.

  • Warum reden alle davon, den Magnetstreifen zu ersetzen?
    der wurde doch längst ersetzt – wenn man mal das Smartphone beiseite legt udn sich eine Geldkarte ansieht, ist darauf ein Chip zu sehen ;).
    Ein Smartphone als Geldbörse sehe ich kritisch – meine Bank ist über jede Zahlung informiert, klar. Aber warum muss ich auch noch meinem ISP „erzählen“, wo und was ich alles kaufe?

    Wie wollen die ISP das bezahlen eigentlich ermöglichen, wenn im entsprechenden Shop kein Empfang ist?

    Allerdings, ich seh auch eine gute Seite: wenn sich das bezahlen mit Smartphone durchsetzt, dann dürfte man von den Kiddies öfters mal hören „nein, kein Whatsapp und Facebook mehr, ich muss noch einkaufen gehen und mein Akku ist schon fast leer“ :).

  • Hallo alle, ich gucke natürlich durch die Yapital-gefärbte Brille, kann aber Felix nur zustimmen. Wir haben Studienergebnisse, die zeigen, dass Kunden schlicht genervt davon sind, für Bargeld den Umweg zur Bank machen, lange IBAN- oder Kreditkarten-Nummern beim Onlineshopping eingeben oder in Waretschlangen stehen zu müssen. All diese Probleme löst Mobile Payment – wenn es denn auf allen Vertriebskanälen einsetzbar ist. Und es schafft Mehrwerte, zum Beispiel eine sekundengenaue Übersicht über die Ausgaben, die Möglichkeit, Geld an andere Nutzer zu senden – kostenfrei – oder auch die Chance, 24/7 einzukaufen. Bei Yapital funktioniert das mit der Scan2Order-Funktion. Im Übrigen: Bei seriösen Anbieter stehen die Themen Sicherheit und Datenschutz doch ganz oben auf der Agenda. Das sind Grundvoraussetzungen, um im Markt bestehen zu können – gerade in Deutschland.

  • Mobile Payment ist immer mit Kosten verbunden, bei jedem Kauf. Ich bin weiterhin ein Freund von Bargeld, damit gibt es keine technischen Probleme. Klar werden sich diese Payment Dienste weiterentwickeln, aber vorerst heißt es weiterhin: Bargeld lacht.

    • Ja Mobile Payment ist wirklich immer mit weiteren Kosten verbunden, aber das sind Kredidkarten usw. auch…
      und vielleicht müssen Privatanwender diese auch nicht tragen, also ich persönlich freue mich sehr auf Mobile Payment und den ganzen Trend 2015

  • „Ach Matthew, ich kann all deine Argumente nachvollziehen. Für mich ist es trotzdem ziemlich einfach: ich empfinde es als überflüssig in Schlagen zu stehen, Bargeld zu organisieren, darauf zu warten, dass ich endlich zahlen kann. In meiner idealen Welt geh ich durch eine Bezahlschranke, gebe per Knopfdruck das Geld mobil frei und fertig.“

    Das wird aber kaum kommen. Du stehst dann an, um dein Handy vorzuzeigem. So wird das eher aussehen. Und wehe das Gerät ist defekt. Oder der Internet zugang steht mal nicht. Erst ins Cafe WLan einloggen und so. Da nuschelt der kaum Deutsch sprechende das passwort. 🙂

    Ich fürchte viele verkennen die Praxis. Vor allem fehlt ein Standard. Sonst ist der kleinste Nenner eh wieder Bargeld oder KK:

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