Dash Replenish System: Wie sich Amazon mit einem pfiffigen Nachbestell-Service in unser Leben einnisten will

Jürgen Kroder

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Was wie ein Jux klingt, ist ein perfides Vorhaben: Amazon arbeitet an einem System, mit dem wir in Zukunft noch bequemer Dinge nachbestellen können. Klingt gut. Aber: Der Kunde wird dadurch noch transparenter. Und der Einzelhandel könnte weiter unter Druck geraten.

Nachbestellungen werden jetzt noch einfacher

Ist das ein Aprilscherz oder ernst gemeint? Amazon hat am 31. März den Dash-Button angekündigt. Hierbei handelt es um einen Knopf, den man beispielsweise in der Küche anbringt. Wenn man ihn drückt, schickt er über WLAN ein Signal an die Amazon-App, dass Küchenrollen nachbestellt werden sollen.

Oder Klopapier, Waschmittel, Rasierklingen. Rund 260 Produkte gibt es derzeit, die mit Amazon Dash schnell und einfach geordert werden können. Ein Tastendruck genügt.

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Auch wenn der Zeitpunkt der Enthüllung ungeschickt gewählt wurde, scheint das kein Scherz zu sein. Ganz im Gegenteil: Amazons Nachbestell-Knopf ist der pfiffige Vorbote eines viel größeren Projektes.

amazon-dash-webseite

Amazon Dash steht derzeit nur ausgewählten Prime-Kunden in den USA kostenlos zur Verfügung. Sie sind die Probanten, mit denen getestet werden soll, ob ein weitreichender Plan aufgehen kann. Nämlich der, sich noch tiefer in unsere Haushalte zu integrieren. Und damit den Einzelhandel weiter ins Abseits zu drängen.

Wie das gelingen soll? Mit dem „Dash Replenish Service“, kurz „DRS“.

„Intelligente“ Haushaltsgeräte

DRS ist ein System, bei dem die Funktionsweise des Dash-Buttons in Produkte von Markenherstellern wie beispielsweise Brita, Whirlpool, Quirky oder Brother ab Werk integriert wird. Das kann auf zwei Wege geschehen: Entweder drückt man bei den neuen Geräten auf einen eingebauten Amazon-Knopf, wenn man sieht, dass das Waschpulver zur Neige geht.

Oder das Gerät erkennt automatisch zum Beispiel den Füllstand von Druckerpatronen und setzt von selbst eine Nachbestellung ab. Voraussetzung dafür ist, dass die DRS-unterstützenden Systeme einen Internet-Zugang haben.

Die ersten Hersteller überschlagen sich schon vor Freude:

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Noch mehr Amazon in unserem Leben

Das Internet der Dinge, es ist keine Vision mehr, sondern Amazon arbeitet mit Hochdruck daran, dass es bald in einem breiten Spektrum Wirklichkeit werden könnte. Laut eigenen Aussagen soll es im Herbst die ersten DRS-Geräte geben.

Die Strategie dahinter liegt auf der Hand. Einerseits verkauft man den Kunden ein praktisches System, das verhindert, dass man plötzlich ohne Toilettenpapier oder Kaffeepulver dasteht. Smarte Geräte, die uns beim Einkauf unterstützen – welch eine Erleichterung.

Andererseits dringt Amazon damit noch tiefer in unser Leben ein. Ab dann weiß der Web-Gigant noch detaillierter, wann wir wie viel von was konsumieren. Unser Alltag wird damit transparenter als er es eh schon ist. Und man sichert neue Wege des Wachstums. Ein DRS-Gerät wird sicherlich nur einen Online-Shop kennen, bei dem die Nachbestellungen abgesetzt werden: Amazon. Ein Klick und schon bald klingelt der Paketbote mit der Bestellung. Damit müssen die Konsumenten noch weniger ihre Füsse vor die Türe setzen, um zum Beispiel dem kleinen Laden um die Ecke einen Besuch abzustatten.

Amazon Dash ist die Vorhut

Ist Amazon Dash ein Joke? Ich denke nicht.  Der witzig klingende Knopf ist der Türöffner, damit sich Amazon in unseren Stuben ausbreiten kann.

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Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.