Heimweh

Akzeptanz von digitalen Nomaden: Die Frage nach dem „wahren Leben“

Gastautor
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Wann kommst du zurück nach Hause? Wann kommst du zurück ins wahre Leben? Als digitaler Nomade bekommt man diese Sätze erstaunlich oft zu hören. Zu Hause ist dabei meist der Ort an dem wir zuletzt gelebt haben, bevor wir das “richtige Leben” verlassen haben und zu Aussteigern wurden, die von Luft und Reisen leben.

Zumindest scheint es so in den Augen vieler “Daheimgebliebenen”. Das wahre Leben ist dabei das, das Eltern und Freunde leben: relativ kontinuierlich an einem Ort, in einem Job, in einer Partnerschaft. Karriere, Hausbau, Kinder. Drei Wochen Sommerurlaub, eine Woche Skifahren im Winter und Weihnachten mit der Familie. Ein paar verlängerte Wochenenden zwischendurch.

Die meisten digitalen Nomaden stoßen mit ihrem Lebenswandel bei Familie und Freunden zu Hause eher auf Unverständnis. Es wird als Phase abgetan, es klingt so als wären sie ständig im Reise- und Urlaubsmodus. Das Wiederum löst dann durchaus auch Neid aus. Wir leben schließlich im Paradies! Und wenn dann mal etwas nicht so gut läuft im Paradies, dann heißt es schnell: Komm zurück!

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Natürlich ist es verständlich, dass unsere Familie und Freunde uns gerne in ihrer Nähe hätten. Es ist ja auch nicht so, als würden wir sie nicht vermissen. Und es ist auch nachvollziehbar, dass ein so anderer Lebenswandel auf Unverständnis und Besorgnis stößt.

Modern und unabhängig

Als digitale Nomaden gehören wir in der Tat einer seltsamen Spezies an. Wir sind modern und unabhängig, wir arbeiten online (digital) und sind mehr oder weniger viel unterwegs (Nomaden). Wir besitzen meist wenig mehr als einen Rucksack (oder vielmehr: einen Laptop und ein Smartphone inklusive der lebenswichtigen Ladekabel, alles andere lässt sich sehr leicht überall auf der Welt spontan und günstig ersetzen). Wir leben ein Leben abseits der typischen gesellschaftlichen Erwartungen. Viele digitale Nomaden sind Single, die meisten ohne Kinder (obwohl die Anzahl der digitalen Nomaden Familien durchaus stetig wächst). Die wenigsten haben ein Haus gebaut und einen Baum gepflanzt. Auch wenn einige durchaus eine Homebase haben, zu der sie regelmäßig zurückkehren, so ist ihr Leben doch grundsätzlich dadurch gekennzeichnet, dass sie nicht Jahrzehnte an ein und demselben Ort bleiben. Und jederzeit in kürzester Zeit den Rucksack packen könnten und weiterziehen.

Im Grunde ist es ein altbekanntes Phänomen. Dem Ausbruch aus der Normativität wurde schon immer mit Misstrauen begegnet. So hat jede Generation ihre neuen Herausforderungen. Es ist noch nicht lange her, dass eine freiwillig arbeitende Mutter undenkbar war, wenig später wurde sie dann zur Rabenmutter. Heute wird von Frauen erwartet, dass sie Karriere machen – und sich gleichzeitig um Kind und Haus kümmern. Und trotz aller Modernität in der deutschen Gesellschaft, ist der Mann, der die volle Elternzeit übernimmt immer noch ein argwöhnisch beäugtes Exemplar. Insofern ist der Außenblick auf digitale Nomaden nicht verwunderlich – sie entziehen sich den Erwartungen und gehen einen anderen Weg.

Die Norm der gesellschaftlichen Erwartungen

Aber muss dieser andere Weg deshalb weniger echt oder wahr sein? Wer legt fest, was das wahre Leben ist? Die Norm? Die gesellschaftlichen Erwartungen? Ohne eine Handvoll Menschen, die aus den festgefahrenen Strukturen ausbrechen, würde sich eine Gesellschaft kaum weiterentwickeln.

Oft ändert sich der Blick von außen ein wenig, wenn digitale Nomaden mit ihrem Lebensstil erfolgreich sind, ausreichend Geld verdienen und nach außen sichtbar wird, womit sie ihre Zeit verbringen. Auch ein Besuch von Familie und Freunden im “Paradies” kann helfen, das Verständnis zu fördern. Und vielleicht erkennen dann immer mehr Menschen, dass es nicht das eine, wahre Leben gibt. Sondern eine unglaubliche Vielzahl von Lebensmodellen. Digitales Nomadentum ist nur eines von vielen. Und deren Leben ist nicht mehr oder weniger “richtig” als das der Kleinfamilie im Einfamilienhaus. Es ist nur anders.

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