Pokémon Go

Pokémon Go ist nicht das Problem. Ihr seid es. [Kommentar]

Philipp Steuer

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Ich erspare dir an dieser Stelle eine Einleitung, die dir erzählt, wie krass Pokémon Go gerade durch die Decke geht. Deshalb geht es direkt ans Eingemachte: Pokémon Go offenbart, wie unfähig wir Menschen sind, mit der Geschwindigkeit des technischen Fortschritt mitzuhalten. Vor allem wir hier in Deutschland, was mich als Millennial richtig nervt. Ein Kommentar.

Es geht mir dabei nicht mal direkt um Pokémon Go, aber es zeigt so wunderbar, wie groß die Kluft zwischen denen ist, die dieses Internet adaptieren mussten und denen, die wie ich damit aufgewachsen sind.

Die alte Welt wurde überrannt

Die alte Welt wurde überrannt von Pokémon Go. Überrannt im wahrsten Sinne des Wortes, denn seit dem Release sieht man überall Gruppen von Menschen, die gemeinsam nebeneinander sitzen, weit über das Smartphone gebeugt, und einfach nur Pokémon Go spielen. So lange, bis keiner mehr ein Lockmodul am Pokestop nachschiebt. Dann heißt es: weiterziehen.

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Aktuell ist der Kölner Mediapark eine super Anlaufstelle für alle Pokémon-Go-Spieler. Ab und zu macht sich jemand den Spaß und ruft, dass ganz in der Nähe ein Turtok sei. Manche springen auf und rennen los, weil sie den Troll nicht durchschaut haben. Es könnte ja doch sein, wie im Central Park (siehe Video). Für alle anderen heißt es weiter Curveballs werfen, Sternenstaub sammeln, Glumanda, Taubsi oder Aquana poweruppen.

Wenn du von dem, was ich da oben geschrieben habe, wenig verstehst, dann ist das überhaupt kein Problem. Gespielt wird Pokémon Go ja meist von Mittzwanzigern wie mir, die damals mit den ersten Pokémon-Versionen aufgewachsen sind. Dann gibt es jüngere und ältere Menschen, die es auch spielen, um es zu verstehen. Das ist super! Du kannst Pokémon Go aber auch wegen der nicht vorhandenen Spieltiefe, der Grafik, dem Rumlaufen oder auch einfach nur wegen Pikachu scheiße finden, das ist dein gutes Recht.

Pokémon Go: Kollektive deutsche Ablehnung

Was aber weniger super ist, ist diese kollektive Abwehrhaltung zahlreicher Personen, Unternehmen und Institutionen, die sich komplett gegen den technischen Fortschritt stellen, den Pokémon Go mitbringt. Ganz gut fasst es folgendes Beispiel zusammen:

Pokemon Go Bibliothek
Man kann den Hype nutzen. Oder sich dagegen wehren.

Diese Antihaltung ist schrecklich. Warum schließt man andere Menschen direkt wieder aus, statt die Gelegenheit zu nutzen, die Leute für sich zu gewinnen? Warum wehrt man sich gegen etwas Neues?

Genau so las ich hier und da die Angst, das jetzt bald Dank Pokémon Go auch Menschen aus sozial schwächeren Gegenden plötzlich in Stadtteilen unterwegs seien, wo nur Quinoa-Vogelfutter-Hipster wie ich leben und dadurch die Kriminalität steigen würde. Was für ein Bullshit. Ich selbst habe dank Pokémon Go in den letzten Tagen so viele Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion, etc. kennengelernt, mit denen ich ohne das Spiel nicht in Berührung gekommen wäre.

Neben dem Aspekt heulen Datenschützer plötzlich rum und wollen Niantic, das Unternehmen hinter Pokémon Go, abmahnen. Weil es ja u.a. die Geodaten abgreift. SAY WHAT? Wollt ihr mich verarschen? Darum geht es doch in dem Spiel. Hauptsache den deutschen Zeigefinger mahnend heben und “NEIN, SO GEHT DAS ABER NICHT!” rufen. Aber dann schön die Payback-Punkte an der Supermarktkasse sammeln, was?

Eure Angst macht alles kaputt

Mal ernsthaft. Da kommt was Neues und direkt pisst die eine Hälfte unserer Gesellschaft rum. Ein großer Teil davon ist nicht mit dem Internet aufgewachsen und blockiert damit einfach den Fortschritt in diesem Land. Ich bin 25 und mich nervt diese ganze Antihaltung gegen Neues nur noch ab. Gefühlt entwickeln wir uns immer mehr zum Internet-Entwicklungsland, einfach nur aus Angst.

Die Politik könnte es ändern. Aber die Herrschaften im Amt sind in meinen Augen auch einfach zu alt und verstehen überhaupt nichts von dem ganzen Zeug, was in Amerika, China & Co. so abgeht. Ein Zuckerberg oder Musk wäre in Deutschland in der heutigen Zeit nie erfolgreich geworden, weil es immer irgendeinen Depp gegeben hätte, der NEIN sagt.

Mich frustriert es, weil ich Deutschland an sich echt super finde und hier sehr gerne lebe. Dennoch fühle ich mich als Digital Native, um noch ein Buzzword in den Raum zu werfen, immer weniger wohl in Deutschland und bin oftmals sprachlos über die technische Inkompetenz der älteren Generation.

Aufgeben oder dagegen kämpfen?

Doch ich hasse nichts mehr, als mich einem Problem geschlagen zu geben. Wie könnt die Lösung aussehen? Eine wäre sicherlich einfach abzuwarten, bis sich die Generation Golf in den Ruhestand verabschiedet und endlich Menschen das Ruder übernehmen, die keine Angst vor technischer Entwicklung haben. Aber bis das passiert, bin ich selbst ein alter Sack. Das will ich nicht.

Sollten wir Digital Natives vielleicht eine Bewegung für mehr digitalen Fortschritt starten? Nunja, das haben einige Parteien bereits erfolglos versucht. Ich weiß es an der Stelle nicht und bin für Vorschläge offen.

Ich weiß nur eins: Pokémon Go zeigt doch wunderbar, wie sehr der technische Fortschritt Menschen verbinden und gemeinsam voranbringen kann. Das ist gut und wieso sollte man sich gegen etwas Gutes stellen? Liebe Angsthasen, habt mehr Mut und ihr werdet sehen, der Fortschritt tut nicht weh. Im Gegenteil, richtig eingesetzt, kann er euer Leben sogar besser machen.

Pokemon Go ist nicht das Problem. Ihr seid es.

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Philipp Steuer liebt gute Stories, Social Media und digitale Trends. Er berät Unternehmen in Sachen Digital Marketing mit dem Fokus auf Snapchat und Instagram. Als CEO von VIRE leitet er ein Virtual Reality Advertising Startup. Über 200.000 Menschen folgen ihm in den sozialen Netzwerken. Auf der Bühne fühlt er sich zu Hause und ist deshalb europaweit als Keynotespeaker im Einsatz. Zudem ist er Autor von "Snap me if you can".