Testbericht

Tile Bluetooth-Tracker im Test: Schutz vor der Vergesslichkeit

Tile Mate Tile Slim
Bild: Tile
geschrieben von Frank Müller

Der Bluetooth-Tracker Tile ist eine kleine Kachel, die als Tile Mate an den Schlüsselbund gehängt oder als Tile Slim in die Geldbörse oder die Tasche gesteckt werden kann. Die Tiles kann man mithilfe des Smartphones auf einer Karte orten und so wichtige Dinge wiederfinden – vom Schlüsselbund über die Handtasche bis hin zum Smartphone. Ein Test.

Ähnlich wie bei Apples Mein iPhone suchen muss man sich erst einmal online anmelden. Das ist zwar etwas nervig, aber ganz einfach. Außerdem bietet es viele Vorteile, wie wir gleich sehen werden. Zum Registrieren lädt man die kostenlose App für iOS oder Android auf sein Smartphone und registriert online ein ebenfalls kostenloses Konto. Jedes Smartphone wird wie ein Tile behandelt und ist so wieder aufzufinden.

Um seine Smartphones und Tiles zu orten, kann man sich online auf der Seite des Herstellers einloggen. Dort sind die registrierten Geräte aufgelistet wie bei Apples Mein iPhone suchen. Hier kann man auch einen Signalton starten, der zum vermissten Gerät führt.

Im folgenden Video des Herstellers sieht man, wie sich so ein Bluetooth-Tracker in den Alltag integrieren lässt:

Der Bluetooth-Tracker findet auch das Smartphone

Der Bluetooth-Tracker funktioniert auch umgekehrt: ein Tile lässt sich nicht nur über den Rechner oder das Smartphone aufstöbern, es kann auch ein verlegtes Smartphone wiederfinden. Drückt man auf einen Taster in Tile, löst die App auf dem Smartphone einen Signalton aus. Und das sogar, wenn das Smartphone stummgeschaltet ist.

Man muss also nicht mehr jemanden bitten sein Smartphone anzurufen und dann hoffen, dass es auf einer harten Oberfläche liegt, damit man auch wirklich das Brummen des Vibrationsalarms orten kann.

Ist es nicht auf stumm geschaltet, kann der Klingelton auch in anderen Situationen hilfreich sein. Zum Beispiel, wenn man an einem belebten Ort bemerkt, dass einem das Smartphone gestohlen wurde. Ein Druck auf das Tile und der Signalton des Smartphones führt zum Dieb, wenn er sich noch in der Nähe befindet.

Tile: Nicht nur eine Verbindung zum Smartphone

Da alle Tiles und jedes Smartphone einem Online-Konto zugeordnet ist, kann man sein eigenes kleines Netzwerk aus Tiles und Smartphones aufbauen. Öffnet man dann die App, sieht man eine Auflistung aller zugeordneten Tiles und Smartphones und kann jedes einzeln orten.

Beim Bluetooth-Tracker müssen sich zwei Geräte in der Reichweite voneinander befinden, um sich zu erkennen. Aber verliert man zum Beispiel sein Schlüsselbund mit einem Tile daran beim Wandern, sieht man auf der Karte in der App, wo die Verbindung zwischen Smartphone und Tracker abgerissen ist. So kann man an die Stelle zurückkehren und es orten, indem man das Tile klingeln lässt. Auch prima für Lieblingskuscheltiere.

Tile Mate

Der kleine Tile Mate kommt an den Schlüsselbund (Bild: Tile)

Was ist mit der Batterie?

Selbst ein gestohlenes Fahrrad lässt sich mit Tile und etwas Glück wiederfinden. Laut Herstellerangaben habe ein Nutzer sein Fahrrad Monate nach dem Diebstahl wiedergefunden, weil er es mit einem Tile versehen hatte. In der App kann man in solchen Fällen, wenn das Tile außer Reichweite des Smartphones gebracht wurde, den Tracker in den Modus Verloren versetzen. Kommt ein anderer Nutzer mit seiner App in die Reichweite, wird automatisch eine Nachricht mit dem Standort an den Besitzer geschickt.

Die integrierte Batterie lässt sich leider nicht vom Nutzer selbst wechseln. Sie soll mindestens 12 Monate halten. Nach 11 Monaten erhält der Nutzer eine Nachricht, dass die Batterie bald erschöpft sein wird. Dann kann man zu einem Teil des ursprünglichen Preises ein reTile bestellen und sein altes entsorgen oder zurückschicken. Auch eine Art Abo wird angeboten, bei der man automatisch jedes Jahr ein reTile erhält.

Warum keine austauschbaren Batterien?

Die Verwendung fest verbauter Batterien hat laut Herstellerangaben mehrere Vorteile. Nur so könne das Unternehmen garantieren, dass die Tiles mindestens 12 Monate durchhalte – manchmal angeblich sogar länger. Außerdem erhält der Nutzer durch das Austauschprogramm jedes Jahr ein reTile mit neuester Technik.

Aber natürlich hat auch der Hersteller etwas davon, wenn es die Kunden auf diese Art an sich bindet. Momentan beträgt der Preis für ein reTile 12 US-Dollar, für ein neues Tile zahlt man 25 US-Dollar. Es ist der schmale Grat, den man zum Beispiel auch von Apple kennt, wo man ebenfalls nicht selbst an den Geräten arbeiten kann.

Tile Slim

Der Tile Slim kommt in die Geldbörse oder in Taschen (Bild: Tile)

Fazit: Durchdachtes System für Vergessliche und Sicherheitsbedachte

Das Unternehmen sagt, dass Tile mittlerweile das „weltweit größte Fundbüro-Netzwerk aufgebaut“ hat, mit Nutzern in über 200 Ländern und mehr als sechs Millionen verkauften Tiles. Jeden Tag würden über die Tracker mehr als eine halbe Millionen Gegenstände lokalisiert. Das ist ein Vorteil gegenüber Bluetooth-Trackern, die eine reine Verbindung zwischen Smartphone und Tracker bieten.

Dafür kann man allerdings die Batterie nicht selbst austauschen. Das System gibt es zur Zeit als sehr flaches, aber etwas größeres Slim für die Geldbörse und als Mate für den Schlüsselbund ab 25 Euro im Einzelpaket, bei Multipacks gibt es Mengenrabatte. Für Vergessliche und Sicherheitsbedachte sind die Bluetooth-Tracker sicher eine gute Option.

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Über den Autor

Frank Müller

Hat Germanistik und Sozialpsychologie studiert, rund 1.600 Artikel für das leider eingestellte Tech-Blog neuerdings und ein Buch geschrieben ( „111 Gründe, Apple zu lieben“). Ist Vater von 4 Töchtern (mit 1 Frau), Creative Director, Werbetexter, Tech-Journalist beim Trendblog von Euronics, Leser und kritischer Mac-Nerd.

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