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Jobs bei der Bahn: Was macht eigentlich ein Zugbereitsteller?

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In unserer Serie „Bahn im Fokus“ erzählt ein Bahn-Blogger aus seiner ganz persönlichen Perspektive. Tim Grams schreibt für seinen Blog „Der bloggende Bahner“ und kämpft seit 2014 für mehr Verständnis im Bahnbetrieb. Heute: Was passiert mit einem ICE, wenn er sein Ziel erreicht hat? Tim hat einen Zugbereitsteller bei dessen Nachtschicht begleitet.

Die Sonne ist bereits untergegangen, die Nacht legt sich übers Land. Die ersten ICE-Züge fahren zu ihrer planmäßigen Endstation und lassen alle Fahrgäste aussteigen. Doch was passiert eigentlich jetzt mit den ICE-Zügen, die einen gesamten Tag in Deutschland unterwegs waren?

Es ist die Zeit der Zugbereitsteller. Christoph ist einer von ihnen. Kurz nach 22 Uhr fährt sein ICE ein, den er jetzt übernimmt und die gesamte Nacht betreuen wird. Seine Hauptaufgaben sind: Waschen, Störungen suchen (und wenn möglich: beseitigen) und den Zug wieder vorbereiten für die nächste Fahrt am Morgen. Was sich einfach anhört, beinhaltet um die 10.000 Einzelschritte.

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Das tut der Zugbereitsteller im Einzelnen

Also: Schritt für Schritt. Der eingefahrene ICE hält an und lässt die Fahrgäste aussteigen. Christoph übernimmt den Zug vom Lokführer und wartet auf die sogenannte Fertigmeldung des Zugpersonals. Anschließend wird sich beim Fahrdienstleiter „fertiggemeldet“, dann geht es in Richtung Abstellanlage und Waschanlage.

Auf diese muss Christoph den ICE allerdings noch vorbereiten. Das heißt: Waschgang aktivieren – und Kupplung ausfahren. Denn durch die Waschstraße wird der ICE mit einer Lok und einem Kuppelwagen gezogen. Die Geschwindigkeit beträgt nur zwei Stundenkilometer. Währenddessen sorgt eine säurehaltige Flüssigkeit dafür, dass der ICE wieder sauber wird.

Das nächste Ziel ist nun die Abstellanlage für die Fernverkehrszüge. Dafür muss Christoph den Führerstand wechseln und sich „fertig melden“, wie das in der Sprache der Bahner heißt. Anschließend geht es durch den Bahnhof, in den der Zug ursprünglich angekommen ist, in Richtung Abstellanlage. Dort angekommen wird der ICE „schlafen“ gelegt. Während dieser „Schlafphase“ prüft sich das System des Zuges selbst und meldet, sofern vorhanden, Störungen.

Dieser Vorgang dauert um die zwei Stunden. Für Christoph heißt das allerdings nicht Pause machen. Stattdessen muss er wieder zurück zum Bahnhof. Denn dort endet in wenigen Minuten der nächste ICE. Dieser muss heute nicht gewaschen werden.

Umgekehrte Wagenreihung beheben

Allerdings kommt der Zug mit einer umgekehrten Wagenreihung. Das heißt, dass für Christoph nun eine sogenannte Drehfahrt ansteht. Mit Hilfe dieser wird die Wagenreihung wieder in die richtigen Reihenfolge gebracht, sodass der ICE am nächsten morgen für die Fahrgäste „richtig herum“ gereiht steht. Für Christoph sind solche Drehfahrten eine gelungene Abwechslung. Im Regelfall bewegt er sich mit den Zügen nur in Rangiergeschwindigkeit, also 25 km/h, von A nach B.

Nach einer kleinen Schleife im Nachbarbahnhof ist die Drehfahrt erledigt – und es geht mit 160 km/h in Richtung Fernverkehrsabstellung, wo der andere ICE bereits wartet. Dieser wurde von Reinigungskräften mittlerweile gründlich gereinigt.

Jetzt – hat Christoph eine kurze Pause. Danach geht es gleich weiter mit der Zugvorbereitung. Die ICE-Züge müssen „aufgerüstet“ und für die Fahrgäste vorbereitet werden. Die Zugzielanzeiger und die Reservierungen werden eingespielt. Das Bremssystem wird durchgeprüft und der Status schriftlich festgehalten.

Am frühen Morgen stellt Christoph gemeinsam mit einem Kollegen die ICE-Züge am Bahnsteig bereit. Der Zug wird mit aktuellem Zustand dem Lokführer übergeben und die Fahrgäste können einsteigen. Der Zug ist jetzt fertig zur Abfahrt.

Habt ihr Fragen zum Ablauf? Dann schreibt diese in die Kommentare unter dem Beitrag!

Auch interesssant: Jobs bei der Bahn: Was macht eigentlich ein Fahrdienstleiter?

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