Zebrastreifen Regenbogen

Risiko Zebrastreifen: Innovative Ideen für mehr Verkehrssicherheit

Marinela Potor

Obwohl Zebrastreifen das Überqueren der Straße für Fußgänger sicherer machen sollen, führt falsches Verhalten hier oft zu unnötigen Unfällen. Erst jüngst zeigte deshalb die isländische Kleinstadt Ísafjörður wie man dieses Risiko mit kreativen Ideen minimieren kann. Damit ist Ísafjörður aber nicht der erste Ort, der durch innovative Zebrastreifen, die Unfallgefahr beim Fußgängerüberweg reduzieren will.

Der Fußgängerüberweg, der den meisten von uns umgangssprachlich als Zebrastreifen bekannt ist, soll eigentlich Fußgängern das Überqueren einer Straße erleichtern. Eigentlich. Denn einerseits respektieren Autofahrer nicht immer die Regelungen zu den Zebrastreifen, andererseits verhalten sich auch Fußgänger nicht immer korrekt. So gab es in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel im Jahr 2008 knapp 1600 Unfälle an Zebrastreifen, 36 davon sogar mit tödlichen Folgen. Das ergaben mehrere Untersuchungen der Unfallforschung der Versicherer.

Das ist natürlich kein rein deutsches Phänomen. Kein Wunder also, dass Menschen auf der ganzen Welt sich Gedanken zum Thema „sicherer Fußgängerüberweg“ machen. Und dabei auf einige ziemlich kreative Ideen kommen.

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Und dann heben sich die Streifen…

In Island machte vor Kurzem die kleine Stadt Ísafjörður von sich reden, indem sie gleich das ganze Konzept des Zebrastreifens neu interpretiert hat. Dort soll nun ein 3D-Zebrastreifen dafür sorgen, dass Autofahrer vom Gas gehen, wenn ein Fußgänger die Straße überqueren möchte.

Das Ganze ist natürlich eine optische Täuschung, könnte aber Autofahrer dazu animieren eher auf die Bremse zu gehen. Ähnliche Ideen gab es übrigens auch schon in Indien, Russland und China.

Hauptsache bunt

Madrid setzt bei Zebrastreifen auf bunte Farben. Die spanische Hauptstadt lud dazu im Jahr 2016 eigens den bulgarischen Künstler Christo Guelov ein, um die „Funny Crosses“ mit farbenfrohen, geometrischen Mustern zu gestalten.

Insgesamt drei Fußgängerüberwege bemalte Guelov, vor drei verschiedenen Schulen. Ziel war es nicht nur, mehr Sicherheit für die Kinder zu schaffen, sondern auch für einen spielerischen Umgang mit Straßenmarkierungen zu sorgen.

Gegen schwarzweiße (Denk-)Muster

In den US-Städten San Fransisco und Seattle sollen die Zebrastreifen neben künstlerischer Kreativität und mehr Sicherheitsdenken auch noch eine soziale Botschaft haben. Im übertragenen Sinne könnte man sagen, dass damit das Denken in Schwarz-Weiß-Kategorien hinterfragt werden soll. Egal, ob es um Fußgänger oder um die Einstellung zur Liebe geht.

 

Nicht ganz so permanent, da „nur“ mit Kreide und Glitzer aufgemalt, aber mit einer ähnlichen Botschaft leuchteten übrigens auch 2015 in München regenbogen-farbene Zebrastreifen auf.

Auch die niederländischen Städte Maastricht und Amsterdam setzten diese Idee auf ihren Zebrastreifen schon um. Die erste europäische Stadt, die den Regenbogen-Zebrastreifen einführte, war übrigens Totnes in England. Auch wenn es anschließend Vorwürfe gab, die bunten Streifen könnten bei Menschen mit Demenz zu Halluzinationen führen.

Verrückt, verrückter, Lüdinghausen

Noch verrückter gefällig? Kein Problem! So tauchte vor einigen Jahren in der norwegischen Stadt Ørje ein Zebrastreifen mit dem Monty Python „Silly Walk“ als Symbol auf. Nur wer den Überweg mit diesem unsinnigen Gang überquerte, durfte herüber. Fußgänger nahmen dies ernst (oder mit sehr viel Humor) und liefen in merkwürdiger Manier über den Zebrastreifen. Auch so kann man Autos natürlich zum Anhalten bewegen.

Allerdings hatte jemand das Zeichen illegal aufgestellt, und so wurde es wieder entfernt.

Vielleicht hätten die Norweger sich vorher in Deutschland umschauen sollen, wie man solche Zebrastreifen geschickt am Gesetz vorbei einführt. Beispiel Lüdinghausen bei Münster. Hier steht auch ein, … nun ja, sagen wir mal unkonventioneller Zebrastreifen. Weil die Stadt an einer Straße unbedingt einen Zebrastreifen haben wollte, es aber mit der Genehmigung vom Kreisamt nicht klappte, dachten sich die Behörden etwas ganz Cleveres aus.

Sie malten die Striche „verkehrt“ herum auf die Straße. Damit ist es offiziell kein Zebrastreifen, sondern nur eine kreative Bemalung und erfordert keine Genehmigung. Immerhin: Fußgänger und Autofahrer nutzen den kreativen Überweg dennoch wie einen Zebrastreifen.

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.