Vision 2021: Das plant Liberty Media für die Formel 1

Vision 2021: Das plant Liberty Media für die Formel 1

Philipp Ostsieker

Für die Formel 1 besteht Reformbedarf. Das hat auch Liberty Media erkannt und die Vision 2021 entwickelt. Die kommerziellen Verträge laufen noch bis 2020. Seit Freitag kennen die Formel-1-Teams die Eckpfeiler des Reformplans.

Die Betonung liegt auf „Plan“. Denn die Beschlüsse sind nicht verbindlich. Formel-1-Sportchef Ross Brawn erklärte, dass die Vision 2021 in den nächsten Wochen diskutiert werden würde.

Die Formel 1 lief ihrem einstigen Status zuletzt hinterher. Für die Digitalisierung im Motorsport nennen Experten lieber NASCAR als Parade-Beispiel. Gleichzeitig steigt die Vielfalt an spannenden Alternativen wie Drone Racing oder Air Racing. Spannend ist gleichzeitig der Start der eigenen eSports-Serie. Zudem entsteht mit F1 TV ein neues Streaming-Angebot.

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So sehen die Oberthemen und Ideen rund um die Vision 2021 aus.

Die Vision 2021 von Liberty Media

Motoren

Die Hybridmotoren sollen bleiben, künftig aber „billiger, einfacher, lauter und leistungsstärker“ sein. Wegen des Wechsels von Antriebskomponenten soll es zukünftig weniger Grid-Strafen geben.

Kosten

„Wir glauben, dass entscheidender sein sollte, wie man das Geld ausgibt, statt wie viel Geld man ausgibt“, schreibt Liberty zu diesem Thema und kündigt eine Budgetobergrenze an. Diese soll laut Informationen von Motorsport-Total.com bei 150 Millionen US-Dollar pro Jahr liegen.

Einnahmenverteilung

Liberty hofft, dass die Schere zwischen armen und reichen Teams weniger weit auseinander klafft als bisher. Gleichzeitig sollen historische Beiträge zum heutigen Wert der Formel 1 gewürdigt werden. Der Ferrari-Treue-Bonus soll etwa 50 Millionen Dollar betragen.

Ein neuer Gedanken: Nicht nur die Teams, sondern auch die Automobilhersteller sollen von Einnahmen profitieren können. Von den Ausschüttungen könnten auch unabhängige Motorenlieferanten wie Mario Illien profitieren.

Struktur & Politik

„Es soll eine einfache und schnelle Entscheidungsstruktur zwischen Weltverband, dem Formel 1-Management und den Teams geben“, heißt es. Das Konstrukt aus dutzenden individuellen Verträgen, Arbeitsgruppen, Strategiegruppe und Formel-1-Kommission soll vereinfacht werden.

Sportliches & technisches Reglement

Es soll künftig mehr Überholmanöver geben. Dazu soll der Anteil des Sportlers am Erfolg im Vergleich zur Technik erhöht werden. Dank der Vision 2021 soll der Wert des Fahrers steigen.

Vision 2021: Die ersten Reaktionen

Offenbar gefällt der Ansatz nicht allen Beteiligten. SZ.de spricht von der „Formel Zoff“. Die Vision 2021 werde demnach „zum ersten richtigen Crashtest mit dem Renn-Establishment.“

Immerhin soll es eine Übergangsphase von zwei Jahren geben. Diese wäre auch bitter nötig, wenn etwa Mercedes, Ferrari oder Red Bull massiv Personal abbauen müssten.

Ende April möchte Liberty mit den einzelnen Teams verhandeln. Mit einer schnellen Einigung ist aber nicht zu rechnen.

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Philipp Ostsieker ist Medien- und Digitalmanager aus Hamburg. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als selbstständiger Digital Content Strategist schreibt Philipp für BASIC thinking die Kolumne „Matchplan“, in der er über den Tellerrand blickt und durch die innovativen Ideen der Sportbranche führt.