Uber Air Skyport Corgan

Uber Air: Lufttaxis sollen ab 2023 in Städten fliegen

Marinela Potor
Foto: Screenshot / Vimeo / Corgan

Uber kündigte 2016 zum ersten Mal an, an selbstfliegenden Taxis zu arbeiten. Nun hat das Unternehmen auf der Elevate-Konferenz in Los Angeles sein Konzept für Uber Air vorgestellt.

Und das ist so ehrgeizig, wie man es von Uber gewohnt ist. Nicht nur soll Uber Air ein geteiltes, on-demand, elektrisch betriebenes und später auch selbstfliegendes Lufttaxi werden. Uber plant ebenfalls, die gesamte Infrastruktur, von Landepads über Flugsteuerung bis Pilotentraining, gleich mitzuentwickeln.

Entspannte Großstäder mit Uber Air

Uber glaubt nämlich, dass der Lufttransport in Städten viele Vorteile hat. Wenn Pendler zum Beispiel auf geteilte, elektrisch betriebene Lufttaxis umsteigen, fahren weniger Autos auf den Straßen und es gibt weniger direkte Emissionen. Das Shared-Prinzip soll zudem das exklusive Fliegen von Helikoptern in Städten auch für Normalbürger bezahlbar machen.

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Doch der größte Vorteil ist, wie Uber betont, dass der Transport durch die Luft wesentlich schneller ist als auf Straßen. Damit können wir wertvolle Zeit sparen und gehen weniger gestresst durch den Alltag.

Die Helikopter sollen mit der VTOL-Technologie platzsparend starten und landen können. Ein Elektromotor wiederum garantiert emissionsfreie und nahezu lautlose Flüge. Die Maschinen von Uber Air sollen außerdem eine Reichweite von 100 Kilometern haben und Platz für zwei bis vier Passagiere bieten.

Anfangs möchte Uber die Maschinen noch von Piloten fliegen lassen, in Zukunft sollen die Hubschrauber aber autonom fliegen. Uber betont, dass beim Fliegen alle Regulierungen eingehalten und das Pilotentraining rigoros beachtet wird. Damit hofft das Unternehmen, das hohe Sicherheitsrisiko von privaten Flugtransporten, das – nach Angaben des eigenen Whitepapers von Uber – sogar zweimal so hoch ist wie beim Autofahren, senken zu können.

Uber hat nicht nur Sicherheit beim Fliegen, sondern auch bei dem Schutz der privaten Daten der Passagiere versprochen. Datenschutz habe oberste Priorität, sagte das Unternehmen. Angesichts der Tatsache, dass beim Ridesharing-Service von Uber nicht nur einmal, sondern gleich mehrmals verschiedene Datenlecks bekannt wurden, ist dieses Bekenntnis wohl bitter nötig.

Megaprojekt mit über 70 Partnern

Uber reicht es aber nicht aus, lediglich einen elektrischen Hubschrauber mit Sharing-Konzept zu entwickeln. Das Unternehmen möchte darüber hinaus das gesamte Infrastruktur-Konzept in seine Planung integrieren. Dazu gehört der Bau von Landepads und Ports, an denen Passagiere ein-, aus- und umsteigen können. Auch Ladestationen soll es geben. Uber ist natürlich ebenfalls klar, dass eine Flotte von fliegenden Taxis zwar die Straßen entlastet, dafür aber den Luftraum belastet.

Für all diese Aspekte hat Uber sich Partner wie Ganett Fleming und Corgan, ChargePoint und sogar die US-Luftraumbehörde NASA ins Boot geholt. Die NASA soll ein Verkehrsleitsystem für die Flotte der Hubschrauber entwickeln, Ganett Fleming und Corgan kümmern sich um die Skyports und ChargePoint um die Frage der Ladestationen. So soll das Megaprojekt “Uber Air” mit insgesamt mehr als 70 Partnern gemeinsam gestemmt werden.

Internationale Pilotstadt für Uber Air gesucht

Vielleicht zeigt Uber sich aufgrund der hohen Unterstützung so zuversichtlich, erste Testflüge mit Uber Air bereits im Jahr 2020 anbieten zu können. Die ersten Städte, in denen die Infrastruktur 2023 in Betrieb genommen werden soll, sind Los Angeles, Dallas und Frisco (Texas).

Ursprünglich hatte Uber auch Dubai als Uber-Air-Stadt genannt. Dies scheint aber nicht mehr der Fall zu sein. Möglicherweise liegt das daran, dass Dubai schon mit dem deutschen Start-up Volocopter an einem ähnlichen Projekt arbeitet.

Uber jedenfalls hat nun auf seiner Webseite Städte aus aller Welt dazu aufgerufen, sich als erster internationaler Testort für Uber Air zu bewerben.

Neben Uber und Volocopter arbeiten auch das deutsche Start-up Lilium sowie Airbus gemeinsam mit Audi an Lufttaxis. Vor Kurzem hatte Digital-Staatsministerin Dorothee Bär angekündigt, prüfen zu wollen, unter welchen Bedingungen auch in Deutschland eine Testphase für fliegende Taxis möglich sein könnte.

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.