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Künstliche Intelligenz im Berufsleben – der „perfekte Mitarbeiter“

Cortana, Alexa, Siri. Man tippt seine Google-Suchanfragen heutzutage kaum noch selbst ein, sondern lässt eine der höflichen Assistenten im Netz danach suchen. Diese Softwares fungieren als persönlicher Assistent in jedem Smartphone und stellen eine Selbstverständlichkeit im Alltag dar.

Auch im Industriesektor hat man sich technische Unterstützung gesucht, allerdings in einer anderen Dimension, denn inzwischen sind auch lebensgroße und lernfähige Roboter keine Seltenheit in diesem Bereich mehr.

Sie nehmen den Menschen, vor allem in Großkonzernen, die lästigen, routinierten Arbeiten des Alltags ab, beschweren sich nicht und brauchen keine Pause. Doch ist dieser „perfekte Mitarbeiter“ wirklich eine gute Lösung bei der alltäglichen Arbeit in einem Unternehmen?

Forschungsstand

Im Gegensatz zu den Industrierobotern, die schon seit längerem für stupide Routinearbeiten eingesetzt werden, wurde 2014 der Roboter Pepper eingeführt. Ein japanischer Konzern hat eine Software entwickelt, mit welcher Pepper menschliche Bewegungen nachahmen, kurze Konversationen führen und auf bestimmte Emotionen seines Gegenüber reagieren kann.

Allerdings müssen alle seine Reaktionen und Sätze vorher programmiert werden, er lernt nicht von alleine dazu. Paul hingegen, der in Europa entwickelt wurde, lernt dazu je mehr man mit ihm redet. Hier muss man allerdings Geduld mitbringen, denn der Lernprozess verhält sich ähnlich dem eines Kindes.

Die Intention der Programmierer für Roboter wie Pepper und Paul ist die Interaktion mit den Menschen, der Einsatz im Einzelhandel und die Begleitung und Unterstützung des Menschen im Alltag. Bis zu solch einem ausgereiften Exemplar wird es aber noch Forschungsaufwand und einige Zeit brauchen. 

Vor- und Nachteile beim Einsatz der intelligenten Roboter

Wie jede neue technische Errungenschaft hat auch der Roboter mit seiner künstlichen Intelligenz positive wie auch negative Aspekte. Durch seine 20 Motoren und drei Allseitenräder kann sich Pepper um 360° drehen und fließend fortbewegen. Auch die Unfallquote geht aufgrund seines Anti-Kollisions-Systems gegen Null.

Durch diese selbstständige Fortbewegungsmöglichkeit ist es Pepper möglich seinen Aufgaben unbeaufsichtigt nachzukommen. Vor allem als Mitarbeiter im Unternehmen gestaltet sich der Einsatz von Pepper vorteilhaft. Der Kunde wird beispielweise von dem Roboter begrüßt, was statistisch schon die volle Aufmerksamkeit des Kunden auf sich zieht, da Pepper ein rundliches, niedliches Äußeres hat, das zu positiver Stimmung animiert.

Auch im Kundengespräch kann Pepper dann, mit der entsprechenden Software, Produktivität beweisen und den Kunden begeistern. Darüber hinaus kann der technische Helfer auch auf globaler Ebene von großem Nutzen sein, da er sich durch die jeweiligen Softwares in jeder Sprache verständigen kann. 

Doch es gibt auch Schattenseiten dieser Technologie. Denn ein Programm ist nur so gut wie sein Programmierer und dadurch fließt automatisch auch mögliches menschliches Versagen mit in die Technik ein und wird von dieser umgesetzt. Selbst wenn es um einen lernfähigen Roboter wie Paul geht, ist die Sicherheit nicht gegeben, dass er angemessen auf jede Situation reagieren kann. Und was passiert, wenn die Technik mal komplett ausfällt?

Dann sind zum Beispiel Fragen zu klären, ob eine Unfall- oder Kollisionsgefahr für die direkte Umwelt besteht und natürlich auch wer letztlich für ein Versagen haftbar gemacht wird, der Nutzer, der Hersteller oder der Roboter selbst. Schon seit einigen Jahren wird hier versucht diese gesetzliche Lücke allgemeingültig  zu schließen, bisher jedoch  ohne eindeutigen Erfolg.

Ein anderer Aspekt, vor allem für Arbeitnehmer, ist die Angst, dass ihre Arbeit zur Gänze von Maschinen übernommen werden könnte, und sie somit arbeitslos werden würden. Doch dieser Technologiezweig nimmt Arbeitsplätze, wie er sie gibt. Durch die vermehrten Automatisierungsprozesse sind auch mehr Menschen zur Programmierung, Wartung und Ähnlichem nötig. 

Fazit

Der Mensch muss, wie in so vielen Dingen, auch bezüglich der künstlichen Intelligenz den sprichwörtlich goldenen Mittelweg finden. Die Vor- und Nachteile müssen abgewogen werden, aber langfristig wird der lernfähige Roboter die Arbeitswelt mit hoher Wahrscheinlichkeit erobern.

Schon jetzt können sich über 50 Prozent der Deutschen vorstellen einen Roboter als Haushaltshilfe anzuschaffen und nur 18 Prozent der Befragten haben sich eindeutig gegen diese technische Entwicklung ausgesprochen. Als Mitarbeiter im Unternehmen ist der Roboter ein Kundenmagnet, er repräsentiert die Innovation und Anpassungsfähigkeit der Firma.

Doch bis der intelligente Roboter tatsächlich als fest etablierter Mitarbeiter im Unternehmen akzeptiert und selbstverständlich eingesetzt wird, müssen noch viele Testprojekte durchlaufen und neue Softwares entwickelt werden.


Über den Autor: Christian Loch-Großmann ist Abteilungsleiter Vertrieb bei der SOLCOM GmbH, einem der führenden branchenübergreifenden Technologiedienstleistern in den Bereichen Softwareentwicklung, IT, Engineering und Management Consulting. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet SOLCOM als Partner global agierender Spitzenunternehmen. Aus dieser Erfahrung heraus schreibt Christian Loch-Großmann über die Auswirkungen der Digitalisierung und der Entwicklungen in der IT auf unseren Alltag und unser (Arbeits-) Leben.


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