Feinstaubfresser Feinstaubpartikelfilter Mann + Hummel

Zu viel Feinstaub in Städten? Hier kommt der „Feinstaubfresser“!

Marinela Potor
Foto: Benjamin Stollenberg

Wie sagt man dem Feinstaub den Kampf an? Ist doch klar, mit einem „Feinstaubfresser“! Den gibt es tatsächlich. Das Ludwigsburger Unternehmen Mann + Hummel hat ihn entwickelt. Die Technologie wird im Moment mit den StreetScooter-Fahrzeugen der deutschen Post getestet. Erste Ergebnisse zeigen: Der Filter kann mehr Feinstaub aus der Luft filtern als ein modernes Auto erzeugen kann.

Runde, graue, stachelige Teilchen – so sieht Feinstaub unterm Mikroskop betrachtet aus. Kein schöner Anblick und auch für Menschen sind die Mikropartikel alles andere als schön. Sie sammeln sich in unseren Atemwegen an, können bis in unseren Blutkreislauf eindringen und Krebs erzeugen.

Eigentlich müsste man meinen, dass wir uns daher so weit wie möglich von Feinstaub aufhalten würden. Das Problem dabei ist: Während Feinstaub auch in der Natur entsteht (zum Beispiel bei Vulkanausbrüchen) wird der Großteil der schädlichen Partikel von Menschen erzeugt.

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Abseits von Kreuzfahrtschiffen und Industrieabgasen ist vor allem der Verkehr in unseren Städten für den meisten Feinstaub in der Luft verantwortlich. Genau dafür hat das Filtrationsunternehmen Mann + Hummel den „Feinstaubfresser“ entwickelt.

Vier Filter gegen Feinstaub

Seit Dezember 2017 testet das Unternehmen gemeinsam mit der Deutschen Post und deren Tochtergesellschaft StreetScooter den neuartigen Feinstaubfilter. In eigenen Testbetrieb hat Mann + Hummel darüber hinaus noch drei weitere Filter im Einsatz. Genau genommen sind es also vier Arten von Filter.

Der erste ist der mobile Feinstaubfilter, der „Feinstaubfresser“, den Mann + Hummel im Moment mit dem StreetScooter testet. Der zweite ist ein Innenraumfilter, der Feinstaub für Autoinsassen aus der Luft filtert.

Feinstaubpartikelfilter StreetScooter
Der Feinstaubpartikelfilter am StreetScooter (Foto: Mann + Hummel)

 

Beim dritten Filter handelt es sich um einen Bremsstaubfilter. Denn jedes Auto, auch E-Autos, emittieren Feinstaub durch Reifen-, Brems- und Straßenabrieb. Filter Nummer vier ist ein stationärer Filter.

Dieser soll nun in Form von mehreren stationären „Filtersäulen“ in der Stuttgarter Innenstadt aufgestellt werden. Damit könnte man die Luftqualität vor Ort insgesamt verbessern. Das ist zumindest das erklärte Ziel.

Filter schützt sogar vor unangenehmen Gerüchen

Die bisherigen Ergebnisse scheinen das zu bestätigen. Beim Fahren entsteht in der Kombination aus Elektroauto und Feinstaubfilter kein Lärm, kein CO2, kein Stickoxid und auch kein Feinstaub. „Wir können sagen, dass der StreetScooter Work durch den Einsatz eines Feinstaubpartikelfilters emissionneutral fährt“, sagt Patrick Löffel, Pressesprecher von Mann + Hummel gegenüber Mobility Mag.

Auch der CO2-Feinstaub-Kombifilter hinterm Handschuhfach ist sehr effektiv. Er schützt Autoinsassen vor schädlichen Gasen wie Stickoxiden und er hält außerdem hohe Mengen an Ammoniak zurück. Auch bindet der Filter Allergene und verhindert die Ausbreitung von Bakterien. Das schützt nicht nur vor Feinstaub, sondern auch vor unangenehmen Gerüchen.

Das Unternehmen speichert alle Werte der Testfahrzeuge in einer Art Feinstaub-Cloud und bisher können die ausgewerteten Daten alle Erwartungen erfüllen, sagt Patrick Löffel: „Wie unsere Datenauswertungen zeigen, bestätigt der Feinstaubpartikelfilter unsere Erkenntnisse aus der Simulation. Bei hoher Feinstaubbelastung im Stadtverkehr filtert er mehr Feinstaub aus der Luft, als ein Fahrzeug mit modernem Verbrennungsmotor [Euro 6 Norm, Anm. d. Red.] durch den Abgasstrang ausstößt.“

Auch wenn die Feinstaubfilter kein CO2 oder NOX filtern können, ist das schon recht beeindruckend.

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Bis Dezember läuft die Testphase noch. Aktuell sind drei PKW und zwei StreetScooter Work auf Testfahrten im Einsatz. Werden die Tests erfolgreich abgeschlossen, hofft Mann + Hummel auf den Serieneinsatz seiner „Feinstaubfresser“.

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.