Miles App

Der Hype um die App „Miles“ – und warum uns das alle interessieren sollte

Marinela Potor
Foto: Screenshot / Miles

Meilen gehen, Punkte sammeln – und Preise kassieren. Das ist das einfache, aber geniale Prinzip hinter der App „Miles“. Damit schaffte das Unternehmen aus San Francisco direkt einen riesigen Hype um die App. Bis alles zusammenbrach.

Dabei begann alles so vielversprechend.

Am 25. Juli wurde die App „Miles“ gelauncht.

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Davor hatte es viel Begeisterung gegeben. Journalisten von Tech Crunch, Mashable und The Verge berichteten unter anderem vor dem Launch über die App.

Investoren hatten wiederum 3,5 Millionen US-Dollar in das Unternehmen gesteckt, darunter auch Porsche Digital und Scott Kubly, CPO bei LimeBike.

Drei Tage war die App live, dann brach alles zusammen.

Was war passiert?

Wenn es zu gut läuft

Werfen wir zunächst einen Blick darauf, wie Miles genau funktioniert. Die App verspricht, dass Nutzer für jede Meile, die sie sich in irgendeiner Art und Weise fortbewegen, Punkte sammeln können.

Das Prinzip ist ähnlich wie beim Sammeln von Flugmeilen, nur auf sämtliche Transportmittel ausgeweitet. Egal, ob man also Auto, Bus, Bahn, Boot, Taxi oder Fahrrad fährt, ob man fliegt oder zu Fuß geht – sobald man die App aktiviert sammelt man Punkte.

Mit diesen Punkten bekommt man schließlich Gutscheine, zum Beispiel für Amazon, für Starbucks, für Canon, für Hello Fresh und vieles mehr.

Ein zusätzlicher Anreiz für Nutzer ist, dass man mehr Punkte für umweltfreundlichere Fortbewegungsmittel erhält.

Die Tatsache, dass man mit der Anwendung von Miles einer App Zugriff auf jede einzelne seiner Bewegungen erlaubt, schien die Nutzer nicht sonderlich zu stören. Ganz im Gegenteil.

Auch wenn die App zunächst nur in der Bay Area um San Francisco herum startete, übertraf die Nachfrage die technischen Kapazitäten des Teams.

Miles brach nur drei Tage nach dem Launch zusammen.

Seitdem kann man sich mit einer (US-) Nummer auf die Warteliste setzen lassen, bis die App wieder gelauncht wird.

Warum erzählen wir euch das alles?

Weil Miles mehr ist als ein schiefgelaufener App-Launch irgendwo in den USA. Das, was Miles anbietet, ist nicht mehr und nicht weniger als ein Blick in die Zukunft der Mobilität.

Denn Miles verbindet das, was viele Mobilitätsangebote schon heute tun, mit dem was uns künftig erwartet.

1. Schaffe ein attraktives Angebot, um möglichst viele Nutzer anzulocken – und ihre Daten zu nutzen.

So funktionieren zum Beispiel Bike- und Scootersharing bei vielen Unternehmen schon heute. Miles hat nicht nur ein gutes Angebot geschaffen, es setzt mit seinem Rewards-Programm noch eins drauf, was wohl auch zum schnellen Kollapps der App geführt hat.

2. Nutze diese Daten, um Geld zu verdienen.

Der Zugang Nutzerdaten ist die neue Währung, mit der von Facebook über Google und Netflix bis hin zu Uber oder eben Miles moderne Tech-Unternehmen handeln.

Darüber hinaus sind aber im Mobilitätsbereich diese Daten auch für Städte und Transportunternehmen interessant, um ihre Angebote zu erweitern oder zu verbessern und so unsere Bewegungen von A nach B angenehmer und effizienter zu gestalten.

3. Sage auf Basis dieser Daten mithilfe von AI voraus, was wir tun werden.

Das ist der dritte Schritt, den andere Mobilitätsanbieter künftig gehen wollen und Miles bereits in seiner App integriert hat. Die App registriert nicht nur die Bewegungen der Nutzer. Mit künstlicher Intelligenz wird diese Information genutzt, um Nutzerverhalten vorherzusagen.

Wie viele Nutzer kaufen sich einen Kaffee, bevor sie in den Bus steigen? Um wie viel Uhr fahren wir zum Einkaufen in den Supermarkt? Wann nutzen wir Lyft und Uber statt Bikesharing?

Wer diese Informationen nicht mehr erraten oder mühsam sammeln muss, sondern über AI direkt vorhergesagt bekommt, kann sein Geschäftsmodell entsprechend anpassen und – siehe Punkt 2 – noch mehr Geld verdienen.

Auf der anderen Seite steht natürlich auch immer das Versprechen, dass der gläserne Bürger zu einem verbesserten Mobilitätsangebot führt.

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Am Ende wird wohl beides passieren. Miles könnte – falls dem Unternehmen ein erfolgreicher Re-Launch gelingt – an der Spitze dieser Entwicklung stehen.

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.