Vitirover autonomer Mähroboter

Kann dieser autonome Mähroboter Glyphosat ersetzen?

Marinela Potor
Foto: Screenshot Facebook / Vitirover

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Was haben Unkrautvernichtungsmittel mit Mobilität zu tun? Eigentlich nichts. Bis jetzt. Denn jetzt gibt es den autonomen Mähroboter Vitirover. Er könnte den Einsatz von Herbiziden künftig überflüssig machen.

Arnaud de La Fourchardière heißt der Mann, der hinter Vitirover steckt. Als jemand, der im urbanen Paris lebt, muss er manchmal merkwürdige Blicke einstecken, wenn er erklärt, dass sich bei seinem Start-up alles um die Landwirtschaft dreht. Dennoch ist er überzeugt, mit dem Vitirover eine disruptive Technologie geschaffen zu haben.

Denn der autonome Mähroboter könnte umstrittene Herbizide wie Glyphosat künftig komplett ersetzen.

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Warum ist Glyphosat umstritten?

Was ist daran so revolutionär?

Unkraut ist der Feind eines jeden Landwirts. Auf großen Flächen lässt es sich jedoch nur schwer bändigen. Besonders kompliziert wird es aber, wenn die Flächen nicht nur groß, sondern auch auf schwer zugänglichem Terrain liegen, wie etwa bei einem Weinberg am Hang.

Deshalb benutzen Landwirte Unkrautvernichtungsmittel. Glyphosat ist dabei das Mittel, das weltweit am häufigsten genutzt wird. Das Pflanzenschutzmittel, das vom US-Unternehmen Monsanto entwickelt wurde und das seit 2018 zum Leverkusener Konzern Bayer gehört, ist dabei in letzter Zeit besonders unangenehm aufgefallen.

Grund dafür ist unter anderem ein Gerichtsfall in den USA. Ein Hausmeister verklagte das Unternehmen. Er warf Monsanto vor, er habe durch den Einsatz von Glyphosat Lymphknoten-Krebs bekommen. Ein Gericht gab dem Mann recht und Monsanto muss nun umgerechnet etwa 250 Millionen Euro Schmerzensgeld zahlen.

Unter Wissenschaftlern ist es umstritten, ob Glyphosat Krebs verursacht oder nicht. Während zum Beispiel die Internationale Krebsforschungsagentur, die zur WHO gehört, sagt, Glyphosat sei „wahrscheinlich krebserregend“, sehen sowohl das Bundesinstitut für Risikobewertung als auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit das anders. Sie sagen, dass vom Herbizid keine Krebsgefahr ausgehe.

Neben dem Risiko für Verbraucher gibt es aber auch ein Risiko für Anwender, also die Landwirte. Denn es ist eine Sache, Lebensmittel zu essen, die mit Glyphosat in Berührung gekommen sind und eine ganz andere, das Herbizid selbst anzuwenden.

Besonders gefährlich ist es dabei, wenn Landwirte das Unkrautvernichtungsmittel ohne Schutzkleidung verwenden. Auch kommen sie natürlich häufiger mit der Chemikalie in Kontakt als Verbraucher. Hier wiederum sagen einige Studien, dass diese Menschen häufiger an Lymphknoten-Krebs erkranken. Andere Studien bestreiten dies allerdings.

Egal, wem man dabei glaubt, auf Unkrautvernichtungsmittel zu verzichten, ist wahrscheinlich die umweltfreundlichere und gesündere Lösung. Genau hier kommt der Vitirover ins Spiel, der die Herbizide ersetzen könnte.

Autonomer Mähroboter statt Unkrautvernichtungsmittel?

Denn beim Vitirover handelt es sich nicht um die kleinen Mähroboter, die ihr vom heimischen Rasenmähen kennt. Ein Vitirover kann pro Tag bis zu zwei Hektar beackern, eine Truppe von Robotern kommt auf 100 Hektar.

Der Mähroboter agiert dabei autonom, mit zwei GPS-Systemen und wird über einen 20 Watt starken Akku und einen Elektromotor über Solarenergie angetrieben. Nach Herstellerangaben hält der Roboter jedem Wetter stand und mäht das Unkraut bis auf den Zentimeter genau.

Weitere interessante Specs: Der Vitirover hat einen Vierradantrieb, er kommt auf eine Geschwindigkeit von 300 m / h und kommt mit einer Anti-Diebstahl-Sicherung.

Der interessierte Landwirt fragt sich spätestens jetzt, was das Ganze ihn kosten würde. Doch auch dafür hat sich Arnaud de La Fourchardière eine industriefreundliche Lösung überlegt: Die Roboter können geleast werden, sodass Landwirte weder Anschaffungs- noch Instandhaltungskosten zahlen müssten.

Damit könnte der Vitirover tatsächlich eine Alternative zu Unkrautvernichtungsmitteln werden.

In diesem Jahr möchte das Start-up mindestens 200 Mähroboter produzieren, wenn die Investorengelder und die Nachfrage es erlauben, aber auch gerne bis zu 2.000

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.