Gründer Tocsen

Drei Freiburger erfinden Sensor für Fahrradhelm, der Leben retten kann

Marinela Potor
Malte Buttjer, Alexander Schumacher und Andreas Botsch (v.l.n.r) sind die drei Gründer hinter Tocsen. (Foto: Tocsen)

Für Mountainbiker gehören Stürze einfach dazu. Doch was, wenn es mal über die Schramme am Knie hinausgeht und man irgendwo weit draußen im Gelände schwer gestürzt ist und selbst keine Hilfe holen kann? Dann gibt es jetzt Tocsen, einen Sensor für Fahrradhelme, der Leben retten kann.

Hinter Tocsen steckt aber nicht nur die abstrakte Idee, dass mal jemand alleine auf Tour ist und einen schweren Unfall erleidet. Genau das ist Tom passiert. Tom war alleine mit seinem Mountainbike im Wald unterwegs und stürzte. Trotz Helm erlitt er einen Genickbruch. Er verlor mehrfach das Bewusstsein und hatte Glück, dass Wanderer ihn zufällig fanden und Hilfe holten.

Als Tom seinen Freunden Alexander Schumacher, Malte Buttjer und Andreas Botsch davon erzählte, war diesen klar: So etwas sollte man nicht dem Zufall überlassen. Kurzerhand gründeten die drei Freiburger die Tocsen GbR und entwickelten „Tocsen“, eine Art Alarmsystem für Fahrradhelme.

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Tocsen Sensor Fahrradhelm
Im Wikinger-Button steckt ein smartes Alarmsystem für den Fahrradhelm. (Foto: Tocsen)

Alarmsystem aktiviert sich nach einem Sturz automatisch

Tocsen ist ein Sensor, den man einfach an den Fahrradhelm clippen kann. Die Idee dahinter ist: Wenn ein Radfahrer stürzt und nicht mehr selbst Hilfe rufen kann, übernimmt Tocsen dies automatisch.

Das funktioniert folgendermaßen: Zunächst programmieren Nutzer Notfallkontakte. Diese Kontakte kann der Sensor dann im Härtefall entweder per SMS, über WhatsApp oder telefonisch benachrichtigen.

Damit allein passiert natürlich noch gar nichts. Der Sensor reagiert erst, wenn ihr beim Radfahren stürzt. Dabei kann er anhand des Bewegungsmusters (schnelle Bewegung, harter Sturz, keine Reaktion vom Nutzer) sehr genau erkennen, ob ein Fahrradhelm nur aus dem Regal fällt oder, ob ihr tatsächlich gestürzt seid.

Danach sendet Tocsen ein Signal aus. Geht es euch nach dem Sturz gut, könnt ihr darauf reagieren und damit auch die Alarmfunktion abstellen. Kommt keine Reaktion, sendet Tocsen dann automatisch den Hilferuf an eure vorher eingespeicherten Kontakte.

Darüber hinaus ist Tocsen auch an eine App gekoppelt. Sollte sich ein Notfall ereignen, bekommen damit nicht nur die Notfallkontakte, sondern auch App-Nutzer in der Nähe einen Notruf. Das erhöht die Chancen, dass Gestürzte schneller Hilfe bekommen.

Grafik Cloud Alarmsystem Tocsen
So funktioniert das Notfallsystem von Tocsen. (Foto: Tocsen)

Im Ausland muss Datenroaming aktiviert sein

Da all dies über eine Cloud-Plattform funktioniert, bedeutet das auch: Tocsen springt nicht ein, wenn ihr offline seid.

So müsst ihr neben regulärem Handyempfang auch über Datenvolumen verfügen. Dieses ist allerdings minimal, es reicht die Kombination aus GPRS / Edge.

„Das ist wahrscheinlich vor allem im Ausland wichtig. Datenroaming im Ausland muss für die Tocsen App aktiviert sein“, gibt Tocsen-Mitgründer Andreas Botsch auf Nachfrage von Mobility Mag zu bedenken. In Deutschland wiederum dürften die meisten Mountainbiker ohnehin verfügbares Datenvolumen auf ihren Smartphones haben.

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Tocsen soll ab 2019 auf den Markt kommen. Bis zum 4. Dezember könnt ihr euch den Sensor über die Crowdfunding-Plattform Startnext für 59,00 Euro vorbestellen.

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.