Country Cab Skizze

So wurde aus einem stillgelegten Gleis ein autonomes Zugtaxi

Marinela Potor
Wie kleine Shuttle sollen die Monocabs Passagiere auf Abruf transportieren. (Foto: Deutscher Mobilitätspreis)

Innovative Mobilität gibt es nur in Großstädten. Falsch! Auch auf dem Land haben Menschen pfiffige Ideen. Zum Beispiel Thorsten Försterling aus Nordlippe. Er machte aus einem stillgelegten Gleis ein autonomes Zugtaxi.

Öffentlicher Verkehr. Rund um die Uhr. Auf dem Land. Ist das möglich?

Wenn man bedenkt, wie unzuverlässig der ÖPNV im ländlichen Raum ist und wie wenig Menschen daher dort Bus und Bahn fahren, klingt dies in der Tat utopisch.

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Es sei denn man heißt Thorsten Försterling, ist vom Verein Landeseisenbahn Lippe und hat eine Idee.

Die Idee

Von Lemgo-Lüttfeld bis Exertal-Bösingfeld in Nordlippe liegen 30 Kilometer Schiene. Darauf fährt allerdings seit Jahren kein Zug mehr. Nur der Verein Landeseisenbahn Lippe pflegt die Strecke und stellt hier immer wieder historische Eisenbahnen aufs Gleis.

Thorsten Försterling ist aber nicht nur Eisenbahnfan. Der Diplom-Ingenieur ist ebenfalls Innovationsmanager in Bielefeld-Sennestadt. So kam ihm folgender Gedanke: Warum sollten auf der brachliegenden Fläche nicht „Monocabs“ (mono: griechisch für einzeln; cab: englisch für Taxi) autonom fahren?

Und nicht nur das! Die Fahrzeuge sollten auch on-demand wie ein Uber oder ein Taxi per App gebucht werden können. Country Cab war geboren!

Die Technologie

Die Monocabs balancieren dabei auf einer einzigen Schiene auf rotierenden Kreiseln. Die Kreiselkraft sorgt dafür, dass die Monocabs nicht umfallen, so ähnlich wie beim Segway. Mehrere Monocabs sollen auf der Strecke nach dem Paternoster-Prinzip zirkulieren.

So wäre der Einsatz der Monocabs wäre rund um die Uhr gegeben: 24 Stunden, an 365 Jahren und on-demand abrufbar.

Bevor wirklich Passagiere mitfahren können, soll das Monocab aber zunächst nur Forschungszwecken dienen. Dennoch wäre dies ein einmaliges Projekt, nicht nur für die Mobilität auf dem Land, sondern auch für die Forschung. Kein Wunder, dass Försterling davon spricht, Nordlippe zum „Mekka der Mobilitätsforschung“ zu machen.

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Das ist vielleicht nicht zu hoch gegriffen. Immerhin wurde „Country Cab“ mit dem deutschen Mobilitätspreis ausgezeichnet.

Zum Weiterlesen

 

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.