Rotweingläser mit Großstadt im Hintergrund

Fahren wir bald über Straßen aus Rotwein?

Marinela Potor
Rollen wir bald über Straßen aus Rotwein? (Foto: Pixabay / AlexAntropov86)

Weinstraßen mal anders! Ein Chilenischer Forscher möchte den Asphalt auf unseren Straßen länger haltbar machen und hat dafür ein unkonventionelles Material gefunden: Rotwein-Abfälle.

Fun Fakt: Gut 95 Prozent unserer Fahrbahnen bestehen aus Asphalt. Weiterer Fakt: Sie alle verschleißen mit der Zeit. Eine Asphalt-Straße hat im Schnitt eine Lebensdauer von 15 Jahren.

Was kann man dagegen tun? Ein Chilenischer Forscher hat einen ungewöhnlichen Vorschlag: Rotwein trinken.

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Warum Chemikalien nehmen, wenn man Rotwein trinken kann?

Guillermo Thenoux, Professor für Ingenieurwesen und Baumanagement an der Universidad Católica in Santiago de Chile meint das ganz ernst. Denn neben der Bauweise, schweren LKW oder unterirdischem Wasserfluss, beeinflusst vor allem ein Faktor die Lebensdauer von Asphalt: die Luft.

Sobald eine Asphalt-Straße gelegt wird, beginnt der Oxidationsprozess. Dabei reagieren die Moleküle, die den Asphalt zusammenhalten, mit der Luft und setzen sich dadurch in Bewegung. Mit der Zeit bekommt der Asphalt dadurch Risse. Ähnlich ist es bei Beton. Hier ist vor allem die Hitze für Blow-ups oder das Aufbrechen von Betonplatten verantwortlich.

Nun kann man natürlich nicht verhindert, dass eine Straße Luft und Sonne abbekommt. Deshalb mischen Straßenbauingenieure dem Belag bestimmte Chemikalien bei, die diesen Prozess verlangsamen.

Doch warum neue Chemikalien herstellen, wenn es die passenden Stoffe bereits gibt – in Form von Rotwein-Abfällen?!

Prost!

Tenoux und sein Team haben nämlich herausgefunden, dass Rotweintrester genau den gleichen Effekt hat. Dieser verlangsamt die Oxidation und verlängert dadurch die Lebensdauer des Asphalts. Insgesamt kann der Verschleiß-Prozess durch 10 Prozent Rotwein-Abfälle im Asphalt um 14 Prozent reduziert werden.

Guillermo Thenoux mit Rotwein-Abfällen
Guillermo Thenoux behauptet: Rotwein-Abfälle können das Leben unserer Straßen verlängern. (Foto: Pontificia Universidad Católica de Chile)

Diese Methode hat zwei Vorteile. Zum einen kann man so im Sinne der Müllreduzierung die Rotwein-Abfälle sinnvoll nutzen. Denn die Abfälle entstehen ohnehin, vegetieren aber nur vor sich hin. Zum anderen spart man sich so die Herstellung der Chemikalien. Zusammengenommen ist das sowohl besser für den Geldbeutel als auch für die Umwelt.

So könnten wir vielleicht wirklich bald über Straßen aus Rotwein rollen!

Und ja, es gibt tatsächlich eine bestimmte Rotweinsorte, die sich für den Straßenbelag am besten eignet – Cabernet Sauvigon.

Na dann, Prost!

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.