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Deepfakes unter der Lupe: Wen es hauptsächlich trifft

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Eigentlich war schon vor der Untersuchung klar, wozu Deepfakes hauptsächlich missbraucht werden. (Foto: Pixabay.com / Berzin)
geschrieben von Christian Erxleben

Die Anzahl der Deepfakes hat sich 2018 im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. Das geht aus einer Untersuchung der Deepfake-Spezialisten von Deeptrace Labs hervor. Im Fokus der gefälschten Videos steht dabei vor allem eine Zielgruppe.

Wenn wir ein Video im Internet entdecken oder einen Anruf unseres Freundes erhalten, sind wir grundsätzlich noch immer von dessen Echtheit überzeugt. Schließlich sieht die Person wie das Original aus und auch sprachlich gibt es kaum Unterschiede.

Problematisch ist dieses Vertrauen nur dann, wenn es Menschen gibt, die diesen Vorschuss gnadenlos ausnutzen. Und durch die technischen Möglichkeiten geschieht dies leider auch immer häufiger.


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Deepfakes in Zahlen

Eine bedeutende Rolle spielen dabei vor allem sogenannte Deepfakes. Das sind Videos oder Bilder, in denen Kriminelle durch den Einsatz von Technik, Personen andere Aussagen treffen lassen oder beispielsweise Köpfe glaubhaft auf andere Körper transferieren.

Insbesondere der Fakt der Glaubhaftigkeit entwickelt sich dabei zum Problem. Denn waren noch vor einigen Jahren gefälschte Videos noch relativ leicht zu identifizieren, legt die Technologie heute durchaus viele Nutzer herein.

Doch wie ist es nun genau um Deepfake-Videos bestellt? Das haben die Spezialisten des Service-Anbieters Deeptrace Labs untersucht.

Eine zentrale Erkenntnis: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat sich im abgelaufenen Jahr die Anzahl der Deepfake-Videos nahezu verdoppelt. Lag der Wert im Kalenderjahr 2018 noch bei 7.964 Videos, waren es 2019 bereits 14.678 gefälschte Clips.

Wer vor allem von Deepfakes betroffen ist

Die zweite interessante Erkenntnis aus der Untersuchung bezieht sich auf die Betroffenen. So handelt es sich in 96 Prozent der Fälle um nicht einvernehmliche pornographische Inhalte von Frauen.

Alleine auf den vier größten Deepfake-Porno-Websites verzeichneten derartige Clips im abgelaufenen Jahr 134 Millionen Aufrufe – Tendenz auch hier: steigend.

Fernab der Porno-Industrie rückt laut den Studien-Autoren von Deeptrace Labs vor allem YouTube in den Vordergrund. Dort sind 61 Prozent der Protagonisten männlich. Und auch der inhaltliche Fokus ist ein anderer: Auf der Video-Plattform geht es vor allem um wirtschaftliche und politische Botschaften.

Fazit

Wer jetzt hofft, dass Deepfakes ein kurzfristiges Phänomen sind, täuscht sich. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, Regierungen – und aber auch Privatpersonen – sich und die eigenen Inhalte möglichst gut zu schützen.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

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