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Solar Orbiter: Das könnte die Mission uns über die Sonne verraten

Marinela Potor
"Solar Orbiter" mit ersten Aufnahmen von der Sonne. (Foto: ESA)

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Solar Orbiter heißt die neueste Sonnen-Mission, die jetzt gestartet ist. Die Erwartungen sind hoch, die Versprechen groß. Das können wir von der Mission erwarten. 

„Solar Orbiter wird Dinge tun“, sagte Thomas Zurbuchen, der wissenschaftliche Assistenzdirektor der NASA nachdem erfolgreichen Launch von Cape Canaveral in Florida. Solar Orbiter ist überwiegend eine Mission der europäischen Raumfahrtagentur ESA, wird jedoch mithilfe der NASA durchgeführt.

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Am 10. Februar war der erfolgreiche Launch der Sonnenmission. (Foto: ESA)

Sie soll uns neue Erkenntnisse zur Sonne liefern und noch nie dagewesene Bilder zeigen.

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Sonnenwinde: Gefährlich und unverstanden

Ohne Sonne wäre wohl nie Leben auf der Erde entstanden und unser Planet wäre nicht blau, sondern „eine leblose, eisbedeckte Felsen-Kugel“.

Doch obwohl die Sonne so wichtig für unseren Planeten ist, verstehen wir viele Phänomene des Sterns noch nicht. Dazu gehören vor allem die Sonnenwinde. Dabei werden mit Strom geladene Teilchen von der Sonne abgestoßen. Dieser Teilchenschauer fliegt dann durchs ganze Sonnensystem und kann auch auf der Erde landen.

Unser Magnetfeld hält den größten Teil davon glücklicherweise ab. Denn die Folgen könnten vor allem unsere Technologie auf der Erde stark beeinflussen. Der bislang größte bekannte Sonnenwind traf die Erde 1859 und hebelte das komplette Telegrafen-System der USA aus.

Würde so etwas Ähnliches heutzutage passieren, könnte der Strom auf einem ganzen Kontinent ausfallen, Transformatoren zerstören und Computersysteme lahmlegen. Kurz: Er könnte Schäden anrichten, die man erst nach Jahren wieder reparieren könnte.

Und alles, was wir über Sonnenwinde wissen, ist, dass sie in einem Zyklus von elf Jahren erfolgen und manchmal sind sie schwächer, mal stärker. Warum? Unklar. Und warum genau elf Jahre? Das weiß auch niemand so genau. Genau das soll Solar Orbiter beantworten. Damit könnte man hoffentlich bessere Vorhersagen zu Sonnenwinden treffen.

Damit könnte man auch verschiedene Technologien, die wir auf der Erde nutzen, besser anpassen. Dazu gehören zum Beispiel Satelliten oder GPS-Systeme.

Doch das ist nicht alles, was man sich von der Mission erhofft. Solar Orbiter soll zudem neue spektakuläre Bilder von der Sonne liefern. Eins der größten Highlights werden hier der Nord- und Südpol der Sonne sein, die noch nie jemand gesehen hat.

Solar Orbiter mit Tierknochen vor Hitze schützen

Dazu ist Solar Orbiter mit einer speziellen Kamera ausgestattet, die eine Temperatur von bis zu 600 Grad Celsius aushalten können muss. Dafür ist die Raumsonde mit einem Titan-Schutzschild umgeben, der teilweise sogar aus gebackenen Tierknochen besteht.

Solar Orbiter Schutzschild, ESA
Der Schutzfilm besteht teilweise aus Tierknochen. (Foto: ESA)

Drei Gucklöcher werden hin und wieder für jeweils zehn Tage geöffnet und dann wieder geschlossen. So sollen noch nie dagewesene Fotos von der Sonne entstehen. Darüber hinaus nimmt Solar Orbiter auch Wellenlängen wie UV-Strahlungen oder Röntgenstrahlungen auf.

Schließlich ist Solar Orbiter ebenfalls mit einer Reihe von Messinstrumenten ausgestattet, um verschiedene Phänomene zu beobachten und zu messen. Da Solar Orbiter, anders als die Partnermission Parker Solar Probe, weiter von der Sonne entfernt ist, kann die Raumsonde empfindlichere Instrumente transportieren.

Solar Orbiter wird etwa 42 Millionen Kilometer Entfernung zur Sonne haben. Die Parker Solar Probe fliegt bis zu sechs Millionen Kilometer nah heran. Zum Vergleich: Die Erde ist etwa 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt.

Insgesamt soll die Mission 22 Umrundungen um die Sonne in zehn Jahren absolvieren. Das Projekt wurde acht Jahre lang entwickelt und hat etwa 1,5 Milliarden Euro gekostet.

Doch neben all den Dingen, die die Wissenschaftler sich von der Mission erhoffen, werden wir sicherlich auch neue, unerwartete Erkenntnisse gewinnen, die unsere Technologie in den nächsten Jahrzehnten beeinflussen könnte.

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.