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Überwachung: Google muss Millionenstrafe wegen Irreführung zahlen

Fabian Peters
unsplash.com/ Jonny Gios

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Google hat jahrelang Standortdaten gesammelt, ohne seine User darüber zu informieren. Im Gegenteil: Das Unternehmen hat seinen Nutzern sogar vorgegaukelt, dass sie das Tracking deaktivieren können. Aufgrund irreführender Datenschutzangaben muss Google nun 391 Millionen US-Dollar Strafe zahlen.

Suchmaschinen-Gigant Google muss in den USA eine Strafe in Höhe von 391,5 Millionen US-Dollar zahlen. Der Grund: Das Unternehmen soll jahrelang Standortdaten gesammelt haben, ohne seine User ausreichend darüber zu informieren. Vielmehr habe der US-Konzern suggeriert, dass seine Nutzer das Tracking deaktivieren können.

Das geht aus einer Mittelung hervor, die die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James veröffentlicht hat. Demnach habe das Unternehmen gegen die Verbraucherschutzgesetze in 40 US-Bundesstaaten verstoßen. Untersuchungen kamen dabei zu dem Schluss, dass Google auch dann Standortdaten erhoben hat, nachdem sich Nutzer dagegen entscheiden hatten.

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Google muss 391,5 Millionen US-Dollar Strafe zahlen

Die zuständigen Generalstaatsanwälte kritisierten derweil, dass Google seinen Usern zwar die Möglichkeit eingeräumt habe, das Tracking von Ortungsdaten abzulehnen.

Der US-Konzern habe sie aber nicht darauf hingewiesen, dass die Google-Apps ebenfalls automatisiert Standortdaten erheben. Das Wall Street Journal (WSJ) zitiert Matthew Platkin, den Generalstaatsanwalt von New Jersey, dazu wie folgt:

Digitale Plattformen wie Google können nicht behaupten, den Nutzern Datenschutzkontrollen zur Verfügung zu stellen und dann diese Kontrollen missachten, um gegen den ausdrücklichen Wunsch der Nutzer – und mit großem Gewinn – Daten zu sammeln und an Werbetreibende zu verkaufen.

Nutzer sollen ab 2023 mehr Kontrolle erhalten

Die Vergleichszahlung in Höhe von 391,5 Millionen US-Dollar stellt laut den Juristen derweil einen Rekord beim bundesübergreifenden Datenschutz dar.  Die Federal Trade Commission denkt laut WSJ derweil über eine Richtlinie nach, die die Privatsphäre im Netz stärken soll.

Dazu will die Behörde vor allem die Online-Überwachung und die ungenauen Datenschutzpraktiken zahlreicher Tech-Unternehmen ins Visier nehmen. Auch der US-Kongress prüft derzeit ein Gesetz, dass Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten verschaffen soll.

Google hat sich gegenüber den Staatsanwälten wiederum dazu bereit erklärt, seine Angaben zur Standortverfolgung zu verbessern und seinen Usern ab 2023 mehr Kontrolle zu ermögliche. Generalstaatsanwältin Ellen Rosenblum sagte dazu: „Jahrelang hat Google den Profit über die Privatsphäre seiner Nutzer gestellt. Das Unternehmen war listig und trügerisch.“

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).